Super-Bowl LX: Bernhard Raimann verrät seinen Favoriten
Österreichs NFL-Export kuriert aktuell eine Ellbogenverletzung aus. Vor dem finalen Showdown der Saison sieht der Wiener ein Team klar vorne.
Footballer Bernhard Raimann hat für die Super Bowl zwischen den Seattle Seahawks und den New England Patriots einen klaren Favoriten.
"Ich glaube, dass die Seahawks gewinnen werden, weil sie insgesamt das bessere Team haben", sagte der Wiener von den Indianapolis Colts vor dem finalen Showdown der NFL-Saison in der Nacht auf Montag (ab 0:30 Uhr/MEZ im LIVE-Ticker >>>).
Seattle habe vor allem die bessere Verteidigung. "Da steckt einfach ein bissl mehr Starpower dahinter als bei den Patriots."
Amerikanische Küche zum Spektakel
Auch von der Seahawks-Offensive mit Quarterback Sam Darnold, Wide Receiver Jaxon Smith-Njigba und Running Back Kenneth Walker ist Raimann überzeugt.
"Die sind zurzeit super eingespielt, das hat man auch in den Play-offs gesehen", sagte der Offensive Tackle im APA-Gespräch. Allerdings bescheinigte der 28-Jährige auch Patriots-Quarterback Drake Maye in dessen zweiten Jahr eine "super Entwicklung".
"Die Patriots hatten letztes Jahr vier Siege. Es ist ein Wahnsinn, wie schnell sich das umdrehen kann", blickte Raimann zurück. Aber genau deswegen sei die NFL auch eine der interessantesten Sportligen der Welt. "Das macht diesen Reiz aus." Die in Santa Clara stattfindende Super Bowl wird Raimann bei Freunden verfolgen.
Kulinarisch wird der 137 kg schwere und 1,98 m große Quarterback-Beschützer gut versorgt sein. "Jeder bringt ein bissl was mit, meine Frau Kuchen und Kekse. Ich esse ziemlich gerne die amerikanischen Klassiker wie Burger oder Chicken Wings. Das gehört zum Football schauen dazu."
Raimann zog sich Ellbogenverletzung zu
Für Raimann endete seine vierte NFL-Saison mit einer Enttäuschung. Nach acht Siegen in den ersten zehn Spielen sah es mit der ersten Play-off-Teilnahme des Left Tackles gut aus, dieser Traum platzte dann aber mit sieben Niederlagen in Serie. Der letzte Erfolg gelang Indianapolis im Europa-Gastspiel in Berlin. Im Duell bei den Seahawks (16:18) verletzte sich Raimann wenig später am Ellbogen und musste eine Begegnung aussetzen.
Eine Operation in der Saisonpause bleibt Raimann aber erspart, nachdem er sich das Innenband im Ellbogen "komplett durchgerissen" und das Außenband "nur eingerissen" hat. "Es war schwer, da irgendwie Kraft aufzubauen. Ich habe dann mit einer Schiene gespielt. Das war auch frustrierend, gehört aber dazu", erzählte Raimann. "Jetzt heißt es, Stabilität und Bewegung zurückzubekommen."
Raimann über Saisonfinish "sehr frustriert"
Auf den Leistungsabfall in der zweiten Saisonhälfte blickt Raimann "sehr frustriert" zurück. "Wenn man mehrmals hintereinander verliert, ist es schwierig, aus diesem emotionalen Sumpf herauszukommen. Das haben wir als Team nicht gut genug gemeistert", analysierte der Offensive Liner.
Dass Stamm-Quarterback Daniel Jones mit einem Achillessehnenriss ausfiel, sei zwar "extrem schwierig" gewesen und hätte auch einen Unterschied gemacht, auf Verletzungen könne man sich aber trotzdem nicht ausreden. "Es ist ein bissl die Konzentration weggefallen. Vielleicht haben wir uns auch zu sicher gefühlt. Aber daraus können wir auch lernen und wachsen."
Einen emotionalen Rückhalt hat Raimann in den eigenen vier Wänden mit Töchterchen Charlotte Rose. "Egal, was im Football oder sonst im Leben passiert. Wenn man nach Hause kommt und die Kleine dich anlächelt, dann ist der ganze Kummer und Schmerz weg", betonte der Jungpapa. Im Februar wird die Familie mit einem Hawaii-Urlaub etwas Abstand vom Football gewinnen, ein Besuch in der Heimat im Sommer ist wegen organisatorischer Herausforderungen mit dem Arbeitsvisum noch offen.
Mega-Vertrag wird schlagend
Denn Raimann wechselt von seinem Rookievertrag in einen neuen Kontrakt, weshalb auch das Arbeitsvisum geändert werden muss.
Im vergangenen Sommer hatte er bei den Colts um vier Jahre verlängert und ein Arbeitspapier im Wert von 100 Millionen Dollar (etwa 85 Mio. Euro) unterschrieben. Welchen Quarterback der heimische NFL-Pionier in der kommenden Saison beschützen wird, ist noch nicht fixiert.
Die Colts planen aber, es noch eine weitere Saison mit Jones zu versuchen.