Über Utah in NBA? Das traut Pöltl Austro-Hoffnung Schott zu
Fynn Schott tritt ab Sommer in die Fußstapfen von Jakob Pöltl. Hat ein weiterer Österreicher das Zeug für die NBA?
Jakob Pöltl hofft früher oder später auf einen zweiten Österreicher in der NBA.
Ab Sommer tritt Fynn Schott zumindest beim Collegeteam Utah Utes, von dem es Pöltl 2016 in die nordamerikanische Basketball-Profiliga geschafft hat, in die Fußstapfen des heimischen Pioniers.
"Ich glaube, dass er sich dort menschlich und basketballerisch gut zurechtfinden wird", sagte Pöltl über den 19-jährigen Steirer, der zuletzt als Topscorer im ÖBV-Nationalteam aufgezeigt hat.
"Es erwartet ihn ein bisschen ein Kulturschock"
Schott spielt seit 2023 in Spanien. Nach zwei Jahren beim zweiten Team von CB Gran Canaria in der dritten Liga ist er für diese Saison noch an den Zweitligisten CB Menorca verliehen.
Vom Spielstil und Talent her werde Schott in Übersee keine Probleme haben, meinte Pöltl. "Es erwartet ihn aber ein bisschen ein Kulturschock."
Die College-Atmosphäre sei eine sehr spezielle, etwas anders als in Europa. "Das ist etwas, an das man sich gewöhnen muss."
"Ich hatte keine NBA-Pläne"
Pöltl war 2014 von den Traiskirchen Lions nach Utah gewechselt.
"Ich hatte keine NBA-Pläne, sondern bin relativ offen reingegangen", erzählte Pöltl. Er habe damals zwar bereits gewusst, dass er Profi-Basketballer werden wollte. Sein Ziel am College sei es aber gewesen, neben der Sportkarriere auch eine Ausbildung zu machen.
"Realistisch bin ich davon ausgegangen, dass ich das College fertigmache und dann in Europa weiterspiele - es ist dann ein bisschen anders gekommen."
Pöltl ließ sich Zeit
Bereits im ersten Jahr in Utah überzeugte Pöltl dermaßen, dass er Chancen auf einen Sprung in die NBA gehabt hätte.
Der Wiener entschied sich aber noch für eine zweite Saison bei den Utes, ehe es 2016 als Nummer neun im Draft zu den Toronto Raptors ging.
"Es ist schon lange her, dass ich auf dem College war. Ich weiß nicht, wie viel meine Weisheiten da überhaupt noch wert sind", sagte Pöltl.
Schott erwarte jedenfalls hochqualitativer Basketball. "Ich hoffe, dass er sich dort gut weiterentwickeln kann."
Erwartungsmanagement
Schott ist enorm athletisch, mit 2,06 Metern aber etwas kleiner als Pöltl.
Dennoch ist er unter dem Korb beheimatet. "Ja natürlich, ich hoffe darauf", sagte Pöltl auf die Frage, ob er seinen Status als einziger österreichischer NBA-Profi gerne teilen würde. Ob es Sinn mache, die eigenen Hoffnungen und jene von außen vor dem College-Einstieg nicht zu groß werden zu lassen?
Pöltl: "Das muss jeder für sich selbst wissen. Manche setzen sich hohe Ziele, und das treibt sie dann extra an, andere müssen eher ihre Erwartungen ein bisschen managen. Das ist ganz individuell."