ÖBV-Team wahrt WM-Quali-Chance mit Coup in den Niederlanden
Zwei Sekunden vor Schluss beschert Timo Lanmüller Österreich den ersten Sieg in der WM-Qualifikation.
Österreichs Basketball-Nationalteam hat in den Niederlanden eine Überraschung geschafft und im vierten Spiel der WM-Qualifikation den ersten Sieg eingefahren.
Die ersatzgeschwächte Auswahl von ÖBV-Teamchef Aramis Naglic setzte sich am Sonntag in einer packenden Partie in Den Haag mit 88:87 (43:50) durch und wahrte damit ihre Chance auf den Aufstieg in die nächste Phase.
Matchwinner war Timo Lanmüller mit einem verwerteten Dreipunkter zwei Sekunden vor Schluss.
Zumindest ein weiterer Sieg für Aufstieg nötig
Der 19-jährige Fynn Schott überzeugte als ÖBV-Topscorer mit 19 Punkten und elf Rebounds. Spielmacher Bogic Vujosevic schrammte mit 15 Punkten, 13 Assists und neun Rebounds nur knapp an einem Triple-Double vorbei.
In den beiden abschließenden Spielen in der Quali-Gruppe F treffen die Österreicher am 3. Juli zu Hause auf Polen und am 6. Juli auswärts auf Lettland.
Für den Aufstieg, der auch positive Folgen für die kommende EM-Qualifikation hätte, ist zumindest ein weiterer Sieg notwendig.
Mit Herz gewonnen
"Wir haben dieses Spiel mit Herz gewonnen", sagte Naglic nach seinem ersten Sieg im Amt.
Man habe um die personellen Probleme und die Intensität der Niederländer gewusst. "Aber wir haben überlebt, es ist ein großer Sieg. Wir sind am Leben und kämpfen immer noch um den Aufstieg in der Gruppe. Das ist wirklich wichtig. Wir haben es großartig gemacht und können wirklich zufrieden sein."
Dreierregen im Finish
Die Österreicher starteten mit einer 7:0-Führung, ließen sich danach im zweiten Duell binnen 48 Stunden von den aggressiven Niederländern aber vorerst die Schneid abkaufen.
Nach dem ersten Viertel führten die Gastgeber 23:18, im zweiten Abschnitt lagen sie erstmals zehn Punkte in Front.
Die ÖBV-Auswahl, die neben NBA-Star Jakob Pöltl u.a. auch ihren besten Scorer Sylven Landesberg und Center Luka Brajkovic vorgeben musste, blieb wie am Freitag in Wien, als es in einer bis in die Schlussminute offenen Partie ein 71:81 gesetzt hatte, aber erneut dran. Das machte sich im Finish bezahlt.
Nach zwei glücklich mit Brett verwerteten Dreipunktern von Erol Ersek und Benjamin Schuch lagen die Österreicher vor ihrer letzten Offense nur zwei Zähler zurück.
Nach Pass von Vujosevic traf Deutschland-Legionär Lanmüller aus der rechten Ecke erstmals seit dem ersten Viertel zur Führung. Auf der Gegenseite setzte Niederlande-Spielmacher Keye van de Vuurst den letzten Versuch daneben - das ÖBV-Team jubelte ausgelassen.
Sonderlob für Teenager
Sonderlob von Naglic gab es für zwei Teenager. Schuch kam in seinem bisher besten Länderspiel wie auch Ersek auf 15 Zähler. "Schuch hat wie ein Veteran gespielt", sagte der Teamchef über den 19-Jährigen.
Dazu habe Schott enorme physische Power gezeigt. "Er ist eine großartige Maschine unter dem Korb. Und damit auch ein Hoffnungsträger für den Juli.
"Wir haben den Matchplan gut exekutiert und gut gekämpft", meinte Schott. "Es ist ein großer Sieg für uns und wirklich großartig für den österreichischen Basketball."