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Deutschlands Abstieg vom Weltmeister zum Mitläufer

Am Ende herrschte Erleichterung. Die Deutsche Fußballnationalmannschaft benötigte das letzte Spiel in der Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft, um sich fix für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada zu qualifizieren.

Deutschlands Abstieg vom Weltmeister zum Mitläufer Foto: © Pixabay

Mit einem überzeugenden 6:0‑Erfolg gegen die Slowakei lösten Bundestrainer Julian Nagelsmann und seine Spieler das Ticket für 2026.

Fußball-Kosmetik?

Doch was am Ende wie eine klare Sache für Deutschland aussah, überdeckte lediglich die zahlreichen Schwächen, die sich der viermalige Fußball-Weltmeister im Zuge der Qualifikationsspiele geleistet hatte. Deutschlands Abstieg vom Dominator des internationalen Fußballs zum Mitläufer wurde mehrfach sichtbar. Wenn Julian Nagelsmann bei dem Turnier im nächsten Jahr glänzen möchte, hat er noch viel Arbeit vor sich. Schließlich spiegeln die 15 Punkte aus 6 Spielen keinesfalls die Stärke der Mannschaft wider.

Startrainer Flick scheiterte

Die Kritik verfolgt das Team bereits seit dem Triumph bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Am Höhepunkt angekommen, ging es anschließend nur noch bergab. Die Ära Joachim Löw schien niemals enden zu wollen, doch auch sein Nachfolger blieb glücklos. Während Hansi Flick den FC Bayern München zu einem wahren Titelrausch führte, scheiterte er bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar spektakulär.

Schon glaubte man an ein One-Hit-Wonder, doch auch beim FC Barcelona zeigte Flick seine Klasse. Er übernahm eine desillusionierte Mannschaft und führte sie bereits in seiner ersten Saison zum nationalen Triple aus Meisterschaft, Pokal- und Supercupsieg.

Seinem Nachfolger beim FC Bayern München und in der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft erging es da schon deutlich schlechter. Julian Nagelsmanns Vertrag beim FC Bayern München wurde vorzeitig aufgelöst, trotzdem schaffte er es auch bei der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft, die Nachfolge von Hansi Flick anzutreten. Doch der ganz große Durchbruch blieb ihm bisher verwehrt.

Ähnliche Probleme wie schon unter Flick

Die Fußball-Europameisterschaft im eigenen Land entfachte zwar wieder ein Feuer der Begeisterung, doch diese erlosch, sobald es im Verlauf des Turniers wirklich ernst wurde. Der spätere Fußball-Europameister Spanien erwies sich als eine Nummer zu groß. Da half auch das Lamentieren über einen vermeintlich vorenthaltenen Elfmeter im Spiel gegen die Iberer nichts.

Die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft unter Julian Nagelsmann kämpft weiter mit ähnlichen Problemen wie schon in den vergangenen Jahren unter Hansi Flick. Der Generationenwechsel wurde nur halbherzig vollzogen. Altgediente Fußballrecken erhielten zumeist den Vorzug. Spieler, die ihre Leistung in der Nationalmannschaft zumeist nicht abrufen konnten, finden immer wieder ihren Weg ins Team, obwohl sie für ihre Leistungsschwankungen bekannt sind. Bestes Beispiel dafür ist Leroy Sané, der gefühlt schon seine ganze Karriere mit diesem Problem zu kämpfen hatte.

Doch Julian Nagelsmann ist zumindest einen Schritt weiter als seine Vorgänger. Seine Mannschaft zeigt bereits ein anderes Gesicht als zuvor. Angesichts der geschafften Qualifikation für das Turnier in Übersee ist jetzt die Euphorie natürlich groß. Deutschland hat es ebenso wie Österreich und die Schweiz geschafft.

Die Wirtschaft macht sich bereit

Kein Wunder also, dass die Freude unter den Fans im deutschen Sprachraum groß ist. Damit ist das Fundament für eine wirtschaftlich erfolgreiche Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2026 gelegt. Schließlich profitieren auch hierzulande zahlreiche Branchen vom Kampf um das runde Leder. Ob Gastronomie, Merchandising oder Buchmacher, sie alle bereiten sich auf ein großes Turnier vor.

Vor allem die Online-Casinos erhoffen sich einen regen Zulauf. Die Sportwetten dienen dabei als Einfallstor für zahlreiche andere Angebote.  Beste Spielautomaten für die Schweizer sind dann ebenso begehrt, wie Roulette oder Poker. In der Schweiz und Österreich hoffen die Anhänger auf ähnliche Überraschungserfolge wie bei den letzten Großveranstaltungen, Deutschland hingegen zählt trotz aller Probleme in den vergangenen Jahren neuerlich zum Kreis der Mitfavoriten.

Allerdings haben die letzten Misserfolge bei Fußball-Weltmeisterschaften deutliche Spuren hinterlassen. War Deutschland in Katar noch auf Platz 4 der Favoritenliste, so ist die Bundesrepublik in den Einschätzungen der Buchmacher mittlerweile auf Platz 7 abgerutscht. Spanien gilt als Favorit, vor England, Frankreich, Brasilien und Argentinien.

Ausreichend Zeit für die Vorbereitung

Doch noch ist für Deutschland ausreichend Zeit, seine Baustellen zu beseitigen. Die vorzeitige Qualifikation gibt Julian Nagelsmann die Chance, die Qualifikation mitzuverfolgen und das passende Quartier zu finden. Schließlich wird die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada auch eine logistische Herausforderung darstellen. Zwischen den einzelnen Spielstätten liegen im schlimmsten Fall rund 4.500 Flugkilometer. Das macht die Wahl des Quartiers zu einem wichtigen Punkt, um die Regeneration sicherzustellen.

Im März werden die Spieler den letzten Lehrgang absolvieren, dann erfolgt die Nominierung des Kaders durch den Bundestrainer. Das Spiel gegen die Slowakei zeigt bereits den Weg auf, den Julian Nagelsmann mit seinen Spielern gehen möchte. Das sieht auch Kapitän Joshua Kimmich ähnlich. Er beschwor nach dem Sieg, dass dieses Spiel die Basis für zukünftige Erfolge sein müsse.

Für den Bundestrainer gilt es jetzt, Ruhe in die Mannschaft zu bringen. Das bedeutet, dass die Position von Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger endgültig zementiert werden muss. Nagelsmann hatte zuletzt viel probiert, jetzt muss er darangehen, seine Mannschaft zu finden und auf deren Qualitäten zu vertrauen. Deutschland hat zahlreiche große Talente, die sich einen Platz in der Mannschaft verdient haben. Nur so kann Deutschland einen Umschwung finden und ein Team auf den Platz bringen, das die Unterstützung der Fans findet.