Wiederzulassung von Russland: Ukraine zieht vor Sportgericht
Wie der ukrainische Sportminister mitteilt, will die Ukraine gegen das IOC vor den CAS gehen.
Die Ukraine wird vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen den IOC-Beschluss klagen, die bisherige Sperre des Russischen Olympischen Komitees (ROC) vorläufig aufzuheben. Das kündigte Sportminister Matwij Bidny beim Netzwerk LinkedIn an.
Das Internationale Olympische Komitee hatte Anfang Juli auch entschieden, Sanktionen gegen russische Sportlerinnen und Sportler auch mit Blick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles weitgehend aufzuheben.
Die Maßnahmen gegen Russland hatte das IOC damit begründet, dass das ROC gegen die Olympische Charta verstoßen habe, weil es die vier annektierten ukrainischen Gebiete Donezk, Cherson, Luhansk und Saporischschja aufgenommen hat.
Ukraine widerspricht IOC
Russlands Olympia-Komitee hatte dieser Begründung aber durch einen sportjuristischen Winkelzug die Grundlage entzogen. Aus Sicht des IOC ist nun die juristische Grundlage für eine Sperre entfallen.
Dem widersprach der ukrainische Sportminister. Er nannte die IOC-Entscheidung voreilig. Bidny warf Russland vor, ukrainische Sportorganisationen in seine eigene Struktur integriert zu haben.
Zwar habe Russland die Struktur seines Olympia-Komitees verändert, die Ansprüche auf ukrainisches Territorium aber nicht aufgegeben. Die Ukraine sieht sich seit mehr als vier Jahren russischen Angriffen ausgesetzt.
Russland klagt gegen Leichtathletik-Weltverband
Russland hat sich bereits Anfang Juli seinerseits an den Sportgerichtshof in Lausanne gewandt und klagt dort gegen den Leichtathletik-Weltverband.
Der Verband hält ungeachtet der IOC-Entscheidung am Ausschluss von russischen und belarussischen Sportlerinnen und Sportlern an internationalen Wettbewerben fest.
World Athletics hatte Russland bereits im November 2015 wegen systematischen Dopings gesperrt und nur einzelnen Sportlerinnen und Sportlern ein Startrecht als neutrale Athleten gewährt.