"Schande" - Ukrainischer Wintersportler attackiert IOC
Nach der Aufhebung der Russland-Sanktionen richtet der Skeleton-Fahrer scharfe Worte an das Internationale Olympische Komitee. Die Kriegssituation sei "so schlimm wie nie zuvor".
Der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch hat die Aufhebung der Sanktionen des IOC gegen russische Sportlerinnen und Sportler als "Wahnsinn" und "Schande" bezeichnet.
"Mir war klar, dass es irgendwann passieren wird. Aber ich hätte niemals gedacht, dass diese Entscheidung so schnell getroffen wird", sagte der 27 Jahre alte Wintersportler dem Medienunternehmen "Münchner Merkur/TZ".
Das Internationale Olympische Komitee hatte am Dienstag mitgeteilt, die Sanktionen gegen russische Athletinnen und Athleten vorläufig aufzuheben.
"Situation ist so schlimm wie nie zuvor"
"Es gab in den vergangenen Tagen zahlreiche Raketenangriffe auf Kiew, erneut wurden Menschen getötet. Die Situation aktuell ist eigentlich so schlimm wie nie zuvor. Und genau in dem Zeitraum macht das IOC diese Entscheidung publik", sagte Heraskewytsch, der sich angeblich momentan in der ukrainischen Hauptstadt aufhält.
Heraskewytsch hofft nun, dass "die nationalen Sportverbände die richtige Entscheidung treffen und Russland nicht die Tür öffnen".
Olympia-Ausschluss 2026
Der Skeleton-Fahrer wurde vom Wettkampf bei den Winterspielen im Februar in Italien ausgeschlossen, weil er sich geweigert hatte, seinen Helm mit den Bildern von 22 getöteten ukrainischen Athleten abzusetzen.
"Auf meinem Helm habe ich an 22 verstorbene Sportler gedacht, insgesamt sind es über 660. Das ist einfach nur grausam", sagte er.