Drohen Auflösungserscheinungen?
Auf die Saisonvorbereitung seiner Truppe habe das Urteil – abgesehen von der verständlichen Niedergeschlagenheit – keine Auswirkungen, sagte Bieler und gab sich kämpferisch: "Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken."
Im ÖSV habe man ihm weiterhin Rückendeckung zugesagt. "Kurzfristig wird sich nichts ändern, die volle Unterstützung für die nähere Zukunft ist da." Derzeit bestehe auch keine Gefahr, dass Förderungen wegfallen würden und beispielsweise Heeressportler um ihre Anstellungen bangen müssten.
Mittel- bis langfristig seien international aber Probleme zu befürchten. "Wo ich mir große Sorgen mache, sind die kleineren Verbände, in denen viele Fördergelder von den Olympischen Komitees kommen. Das große Problem der Sportart wird werden, dass kleine Nationen es nur noch schwer finanzieren können."
Das hätte zur Folge, dass die Teilnehmerfelder bei Weltcups noch kleiner würden und bald wohl auch führende Nationen auf "Auflösungserscheinungen" reagieren müssten. "Dann wird sich auch der ÖSV etwas überlegen müssen."
Olympia-Rückkehr 2034 unrealistisch
Das zu befürchtende Wegbrechen kleinerer Nationen wie Italien mache die vom IOC in Aussicht gestellte Olympia-Rückkehr für 2034 laut Bieler unwahrscheinlich.
"Ich will nicht 'unrealistisch' sagen, aber das Unterfangen ist sehr weit weg und sehr schwierig erreichbar. Wie soll sich ein Sport weiterentwickeln, wenn Fördergelder in vielen Nationen fehlen?"
Der Tiroler sieht deshalb die FIS besonders gefordert. Derzeit kenne er abgesehen von Kampfansagen aber noch keine konkreten Pläne des Weltverbandes.
Horrorszenarien bis Aussterben
Im ÖSV will man die momentan noch gut aufgestellten Nachwuchsprogramme weiterlaufen lassen. "Aber auch das ist in Zukunft schwierig zu sehen", meinte Bieler. Schließlich würde mit der fehlenden Olympiazugehörigkeit eine der wichtigsten Perspektiven für die Jugend wegfallen.
Insgesamt sei aber vieles noch schwer abschätzbar. Seine Negativszenarien für die Kombination reichen von einem möglichen Mauerblümchendasein vergleichbar mit Grasski oder Naturbahnrodeln bis hin zum vollständigen Verschwinden der Sportart. "Es wäre natürlich sehr schade, wenn die Kombination irgendwann ausstirbt", so Bieler.