Rang | Team | Fahrer | Runden | Zeit |
|---|---|---|---|---|
1. | Toyota #7 | Conway / Kobayashi / de Vries | 381 | 24:03.01.030 |
2. | BMW #20 | Frijns / Rast / S. van der Linde | 381 | +10.913 |
3. | Toyota #8 | Buemi / Hartley / Hirakawa | 381 | +20.417 |
4. | Cadillac #12 | Stevens / Nato / Deletraz | 381 | +32.381 |
5. | Ferrari #51 | Pier Guidi / Calado / Giovinazzi | 381 | +2:22.423 |
Von weit hinten: Toyota triumphiert bei 24 Stunden von Le Mans
Sensation in Le Mans! Toyota vermasselt das Qualifying komplett – und stürmt im Rennen von weit hinten zum Sieg! Alles zum Taktik-Geniestreich & dem BMW-Drama.
Was für eine fesselnde Aufholjagd in Le Mans! Nach einem völlig verpatzten Qualifying schlägt Toyota beim legendären 24-Stunden-Klassiker allen Widrigkeiten zum Trotz eiskalt zurück.
Die Startnummer 7 stürmt aus den hinteren Startreihen sensationell zum Gesamtsieg an der Sarthe. Mike Conway, Kamui Kobayashi und Nyck de Vries krönen sich nach einer herben Enttäuschung im Kampf gegen die Uhr zu den neuen Königen von Le Mans.
Sieg von Startplatz 14
Beim Kampf gegen die Uhr läuft für das japanische Werksteam noch alles schief: Nach dem Qualifying findet sich Toyota abgeschlagen auf den enttäuschenden Startplätzen 14 und 15 wieder.
Doch vor der gigantischen Kulisse von 350.105 Zuschauern beweisen die Japaner, dass ein Rennen erst am Sonntag entschieden wird.
In der Schlussphase verwandelt sich der Langstreckenklassiker nach zwei Safety-Car-Phasen in einen brutalen Fünf-Stunden-Sprint, bei dem Toyota die bärenstarke Konkurrenz dank eines taktischen Meisterstreichs endgültig bezwingt.
Genialer Taktik-Schachzug zu Beginn
Um den Rückstand aus dem Qualifying wettzumachen, setzt die Teamführung gleich im allerersten Stint alles auf eine Karte.
Mit einer strategisch genialen Variante ("off sequence") biegen beide Boliden extrem früh - vier beziehungsweise fünf Runden vor dem restlichen Feld - an die Box ab.
Das Manöver sitzt perfekt: Toyota sichert sich auf Anhieb die rennentscheidende Track Position und spart sich mühsame, zeitraubende Zweikämpfe im dichten Verkehr. Sebastien Buemi kompensiert den anfänglichen Boxenstoppnachteil zudem mit einer Serie von absoluten Fabelzeiten.
Reifenschaden wirft die späteren Sieger zurück
Selbst ein schleichender Plattfuß, der die spätere Sieger-Crew der Startnummer 7 zwischenzeitlich wieder weit ins Mittelfeld zurückwirft, bricht den Vorwärtsdrang nicht. Eine Safety-Car-Phase um Mitternacht bringt das Trio zurück in Schlagdistanz.
Den entscheidenden Streich setzt Kamui Kobayashi dreieinhalb Stunden vor dem Ende mit einem entschlossenen Überholmanöver an Norman Nato vorbei – das "Race Winning Overtake". Ein perfekt getimter Notfallstopp unter Full-Course-Yellow sichert der Nummer 7 schließlich den entscheidenden strategischen Vorsprung.
BMW holt Platz zwei – Drama um Cadillac und Ferrari
Härtester Herausforderer bis zur Ziellinie ist der BMW #20 rund um Robin Frijns, René Rast und Sheldon van der Linde. Im packenden Finish fängt Frijns noch den zweiten Toyota (#8) von Sebastien Buemi ab, der sich voll in den Dienst des Teams stellt und wertvolle Sekunden blockt.
BMW verpasst damit den zweiten Sieg in Le Mans, schafft es aber auf einen starken zweiten Rang. Der von der Poleposition gestartete zweite BMW (#15) schlittert hingegen nach einer frühen Kollision und Elektronikproblemen in ein bitteres DNF.
Großes Drama herrscht auch bei den Konkurrenten: Der bärenstarke Jota-Cadillac #38 scheidet in der Nacht durch einen Defekt an der Servolenkung aus.
Bei den heißen Temperaturen am Sonntag verliert der verbliebene Cadillac ohnehin die nötige Pace und belegt Rang vier.
Titelverteidiger Ferrari hat nach einer schlechten Balance-of-Performance-Einstufung (BoP) und internen Scharmützeln mit Überrundeten von Haus aus keine echte Siegchance – die Startnummer 51 rettet als bester der "Chancenlos-Gruppe" den pflichtgemäßen fünften Platz.
Österreicher-Pech beim Alpine-Einbruch
Eine herbe Enttäuschung erlebt das Alpine-Team rund um den Österreicher Ferdinand Habsburg. Nach vielversprechenden Longruns in den Trainings können die blauen Flundern den Speed im Rennen zu keinem Zeitpunkt umsetzen.
Habsburg hält den Alpine #35 in der Anfangsphase zwar noch stark auf Rang drei, massive Probleme mit den Bremstemperaturen lassen das Auto aber bis ans Ende der Top 10 zurückfallen. Am Ende schaut lediglich der siebte Platz heraus.
Das Rennergebnis (Top 5):