Ogier gewinnt die verkürzte Mexiko-Rallye

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Viele Fans trauten ihren Augen nicht. Während die gesamte Sportwelt stillsteht, brüllten in der Höhenlage von Mexiko rund um die ehemalige Bergwerkstadt Guanajuato die WRC-Motoren. Die Rallye Mexiko ist am Donnerstag aller Kritik zum Trotz gestartet und bis Samstagabend durchgezogen worden.

Sebastien Ogier steht nach 21 Sonderprüfungen als Gewinner fest und feiert damit seinen ersten Saisonsieg. Für den 36-jährigen Franzosen ist es auch der erste Erfolg mit dem Toyota Yaris WRC. Dennoch ist dem sechsmaligen Weltmeister nach seinem 48. Erfolg bei einem WM-Lauf nicht zum Feiern zumute und er verzichtet auf den üblichen Sieges-Jubel auf dem Dach seines Autos. "Jetzt ist nicht der Zeitpunkt zum Feiern", erklärt Ogier.

Ogier führt das WM-Klassement nach Mexiko vor Evans und Neuville an

Ogier gewinnt das dritte Saison-Rennen nach den Veranstaltungen in Monte Caerlo und Schweden mit 27,8 Sekunden Vorsprung auf Weltmeister Ott Tänak (Hyundai) und übernimmt damit auch die WM-Führung. Ogier liegt in der WM-Wertung mit 62 Zählern vor Toyota-Teamkollege Elfyn Evvans (GBR/54) und Hyundai-Pilot Thierry Neuville (BEL/42) voran.

Ogier findet trotz des Erfolgs auf den Schotter-Pisten in der Höhenlage von Mexiko klare Worte Richtung Veranstalter: "Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es falsch war, hier zu starten. Ich hoffe, dass wir den mexikanischen Rallye-Fans und der mexikanischen Bevölkerung keine Probleme mitgebracht haben."

Wegen der aktuellen Corona-Lage entscheiden die Veranstalter, der Welt-Automobilverband FIA und die Hersteller, dass die Rallye am Samstagabend und nicht erst Sonntag endet, damit die Teams trotz beginnender Reise-Einschränkungen noch nach Hause kommen, wie es heißt.

Weltmeister Ott Tänak zieht noch an Teemu Suninen vorbei

Ogier verwaltet am Samstag seinen Vorsprung gekonnt. Der Finne Teemu Suninen bekommt in seinem Ford Fiesta mächtig Druck von Ott Tänak im Hyundai. Der Weltmeister wird am Freitag mit einem Aufhängungsschaden am Hyundai-Boliden zurückgeworfen. Nach einer Aufholjagd erreicht der Este noch Platz zwei.

Suninen muss sich mit Platz drei zufrieden geben, ist aber nicht unzufrieden. "Nach Schweden sah es nicht so gut aus und meine Chefs wollten mehr Tempo sehen. Ich konnte den Schalter umlegen und bin nun in einer besseren Verfassung. Ott konnte ich leider nicht halten. Er war verdammt schnell und wir hatten ein paar Probleme mit den Bremsen. Aber wir haben gezeigt, was in uns steckt."

Hinter Elfyn Evans aus Wales im Toyota erreicht der Finne Kalle Rovanperä - ebenfalls im Toyota Yaris unterwegs - als Fünfter das Ziel seiner ersten Rallye Mexiko. "Heute habe ich viel über das Straßenkehren gelernt. Insgesamt war es nicht unser bestes Wochenende. Wir hatten ein paar Mal Pech, aber es ist schön zu sehen, dass wir bei der Musik dabei sind, wenn wir angreifen."

Neuville fährt nach dem Neustart fünf Bestzeiten, landet aber durch die Zeitstrafe für den Ausfall wegen der Elektronik-Probleme am Freitag nur auf den 16. Platz. Da der Schlusstag und damit auch die Power Stage gestrichen werden, gibt es für den Belgier keine Möglichkeit, Zusatz-Punkte zu sammeln.

Argentinien-Rallye abgesagt

Als vierter WM-Lauf des Jahres steht der Klassiker in Argentinien im Programm, ist aber bereits zu Beginn der Mexiko-Rallye abgesagt worden. Der WM-Lauf in Südamerika - vom 23.bis 26. April geplant - wird vorerst ausgesetzt. Es wird nach der Absage der Rallye Chile (wegen der Unruhen im Land) allerdings schwierig, einen neuen Termin zu finden.

Ob der fünfte WM-Lauf der Saison in Portugal (21. bis 24. Mai) stattfinden kann, bleibt vorerst abzuwarten.

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Endstand Mexiko-Rallye nach vorzeitigem Abbruch (SP 21):

1. Sebastien Ogier/Julien Ingrassia (FRA) Toyota Yaris 2:47:47,6 Stunden
2. Ott Tänak/Martin Järveoja (EST) Hyundai I20 Coupe +27,8 Sekunden
3. Teemu Suninen/Jarmo Lehtinen (FIN) Ford Fiesta 37,9
4. Elfyn Evans/Scott Martin (GBR) Toyota Yaris 1:13,4 Minuten

WM-Wertung, nach 3 Läufen:
1. Ogier 62 Punkte
2. Evans 54
3. Thierry Neuville (BEL) Hyundai I20 42

Textquelle: © LAOLA1.at

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