Marc Marquez geht in der MotoGP auf Rekordjagd
KTM ist vor dem Saisonstart nur in der Außenseiterrolle. Der Oberösterreicher Rammerstorfer startet in der Moto3.
Marc Marquez strebt in der am Wochenende in Thailand startenden MotoGP-Saison seinen achten WM-Titel in der Königsklasse an - und damit den Rekord.
Es scheint, als könne sich der 33-jährige Ducati-Pilot nur selbst schlagen. Im vergangenen Jahr zog der Spanier mit sieben WM-Titeln in der höchsten Kategorie mit Legende Valentino Rossi gleich.
Nun will er zum italienischen Rekordhalter Giacomo Agostini (acht Titel in der 500-ccm-Klasse von 1966 bis 1975) aufschließen.
Hoffnungsträger Acosta
Da sich am Reglement vor der großen Reform 2027 nicht viel geändert hat, dürfte Ducati genauso überlegen sein wie in der vergangenen Saison, als der Rennstall aus Bologna 17 von 22 Grands Prix gewann.
Auch Aprilia macht sich Hoffnungen. Für KTM dürfte es schwierig werden, sich gegenüber der Vorsaison mit WM-Rang vier und fünf Podestplätzen durch Pedro Acosta enorm zu verbessern. "Es ist klar, dass es zwei Marken gibt, die im Moment ziemlich herausragen", meinte Acosta nach den Tests in Buriram.
Auf der Strecke in Thailand hat der oberösterreichische Hersteller im Oktober 2022 durch Miguel Oliveira seinen bisher letzten Sieg in einem MotoGP-Hauptrennen eingefahren.
Hoffnungsträger Acosta wartet nach zwei Jahren in der Königsklasse noch auf seinen ersten GP-Sieg. 2026 könnte für KTM die letzte Chance sein, diesen mit dem Spanier zu feiern. Weil Ex-Weltmeister Francesco Bagnaia vor einem Wechsel zu Aprilia steht, dürfte im kommenden Jahr bei Ducati ein Platz für das Ausnahmetalent frei werden.
Marquez' Stürze und Herausforderer
Und Ducati hat seine Anziehungskraft. Marquez stand auf dem "roten Biest" im Vorjahr bereits fünf Rennen vor Schluss als Weltmeister fest. Eine Woche später stürzte der Katalane in Indonesien, verletzte sich an der Schulter und musste seine Saison beenden.
Auch bei den Tests in Thailand kam der Weltmeister mehrfach zu Sturz. "Aber das hat nichts mit dem Motorrad zu tun, es war ein Mangel an Konzentration", betonte Marquez. "Das Potenzial ist da. Es ist das Ziel, dass wir um den Titel mitfahren."
Nach einer Sturzserie 2020 kämpfte Marquez lange mit den Folgen der gravierenden Verletzungen, vor allem in der Schulter und im Oberarm. Vom Sturz im Herbst habe er sich aber vollständig erholt, versicherte der Titelverteidiger.
Seine ersten Verfolger waren vergangene Saison Bruder Alex Marquez vom Ducati-Kundenteam Gresini und Aprilia-Star Marco Bezzecchi. Der Italiener, im Vorjahr nach Siegen in den beiden abschließenden Rennen WM-Dritter, gab sich vor dem Auftakt zurückhaltend: "Der Favorit ist immer der Weltmeister."
Acosta gilt ebenso wie sein südafrikanischer Teamkollege Brad Binder als Außenseiter. Auch beim KTM-Zweitteam Tech3 bleibt das Fahrerduo mit Maverick Vinales und Enea Bastianini gleich - nicht aber die Führungsriege.
Neuer Hauptverantwortlicher ist der frühere Formel-1-Teamchef Günther Steiner. Der Südtiroler hat den in Südfrankreich beheimateten Rennstall als CEO übernommen, die neuen Investoren kommen primär aus den USA. "Es ist eine unglaublich spannende Zeit, um in die MotoGP einzusteigen", meinte Steiner.
Österreichs Beitrag in der Moto3
Neben der Königsklasse ist Tech3 auch in der Moto3 engagiert. In der kleinsten WM-Serie ist künftig auch wieder ein Österreicher vertreten.
Der Oberösterreicher Leo Rammerstorfer ergatterte nach dem schweren Sturz des Schweizers Noah Dettwiler, der Ende Oktober in Malaysia zeitweise in Lebensgefahr geschwebt hatte, kurzfristig einen fixen Sitz beim Team SIC58 Squadra Corse von Paolo Simoncelli, dem Vater des verstorbenen Ex-Stars Marco Simoncelli.
Rammerstorfer gibt in Thailand sein WM-Debüt. "All die harte Arbeit, all die Opfer, all die Leute, die an mich geglaubt haben. Lass uns etwas daraus machen", schrieb der 21-Jährige auf Instagram.
Er ist der einzige deutschsprachige Stammfahrer in einer der drei Straßen-WM-Klassen und wird eine Honda pilotieren. Davor war Rammerstorfer auf einer KTM unterwegs. Mit dieser landete er vergangene Saison im Red Bull MotoGP Rookies Cup auf Endrang 13.