Vettel hat "nicht an sich gezweifelt"

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War der Grand Prix von Singapur die große Auferstehung des Sebastian Vettel?

Der Deutsche kam just nach seinen beiden wohl schwierigsten Wochenenden der Saison, als er nicht nur mitansehen musste, wie sein junger Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc zum GP-Sieger aufstieg, sondern auch selbst bessere Ergebnisse bei den Rennen in Belgien und Italien vergab, zum ersten vollen Triumph seit über einem Jahr.

Mit etwas unbeabsichtigter Unterstützung einer günstigeren Boxen-Strategie seitens des Teams und einer starken Out-Lap nach dem Stopp zog Vettel seinen bereits fünften Triumph im kleinen südostasiatischen Inselstaat an Land - so oft gewann er auf keiner anderen Strecke.

"Ganz besonders möchte ich den Fans für die letzten paar Wochen danken. Wir waren nicht die Besten. Es war eine Freude, dass sie uns Briefe und nette Botschaften geschrieben haben, in denen sie von schwierigen Zeiten berichteten. Wenn man diese Zeilen liest, dann berührt mich das. Das hat mir die Stärke und den Glauben gegeben. Heute habe ich das alles ins Auto gepackt", dachte Vettel trotz vieler Kritiker nach dem bisherigen Jahr dennoch vor allem an die Fans.

Form-Tief? Davon nie etwas gespürt

Der nunmehr fünffache Singapur-Sieger war aber bemüht, weder die vergangenen Wochen und Monate schlecht-, noch den jetzigen Erfolg großzureden. "Was die Form und das alles betrifft, denke ich nicht, dass irgendwas falsch war. Die Dinge sind einfach nicht so zustande gekommen, wie ich mir gewünscht hätte, in Monza habe ich natürlich selbst den Fehler gemacht, aber sonst... Ich fahre jetzt schon eine Weile mit und weiß wie sich die Dinge manchmal ändern."

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Er habe dabei nie den Glauben an sich selbst verloren. "Ich habe nicht an mir gezweifelt. Ich musste da nicht das erste Mal durch, und es wird auch nicht das letzte Mal sein. Wenn es mal nicht klappt, ist es auch in Ordnung, wenn man mich kritisiert. Es ist Teil des Spiels. Ich bin schon eine lange Zeit dabei. Ich habe die höchsten Erwartungen an mich und bin unzufrieden, wenn ich nicht das Beste aus mir heraushole. Aber es war auch nicht so desaströs, wie einige Leute es beschrieben haben."

Dementsprechend würde sich auch vermeintliche Erleichterung in Grenzen halten. "Vielleicht kommt das später, vielleicht ist es einfach eine Bestätigung für das, was du tust. Manchmal kommst du in die Situation, dass du irgendetwas ändern musst, aber in den letzten Wochen hatte ich nie das Gefühl, irgendwas radikal ändern zu müssen. Es ist eine Art der Bestätigung, aber ich habe mich nie falsch oder fehl am Platz gefühlt."

Stopp war nicht Vettels Idee

Der Sieg im Singapur-GP, der ohne Überholmanöver in der Spitzengruppe auskam, ging zu einem großen Teil auf das Konto der besseren Strategie, wenngleich Vettel natürlich über 61 Runden konzentriert bleiben musste.

Entgegen dem von Charles Leclerc geäußerten Frustes war die Herangehensweise, Vettel früher hereinzuholen, allerdings schon vor dem Rennen ausgemacht - lediglich der Zeitpunkt der Exekution war offen. Vettel selbst war es nicht, der die Ansage machte.

"Das war eine sehr späte Anweisung. Erst in der letzten Kurve vor der Box kam der Ruf. Ich dachte, es wäre etwas früh für einen Stopp. Ich hatte das Gefühl, dass die Reifen noch hielten. Dann habe ich alles in die nächste Runde gelegt. Ich war sehr überrascht, dass ich vorn geblieben bin", gab der spätere Sieger zu.

Der daraus entstandene Vorteil kam vielmehr zufällig zustande, denn eigentlich sollte das Manöver lediglich gegen Max Verstappen im Red Bull absichern - und zwar beide Ferraris.

Vettel stellt Team-Sieg voran

Bricht damit der Kampf um die Nummer eins bei der Scuderia neu auf? Für Vettel ist das überhaupt keine Frage - immerhin führte er gerade den ersten Ferrari-Doppelsieg seit Ungarn 2017 an.

"Man liegt weit daneben, wenn man denkt, man ist größer als dieses Team. Ich habe gleich gesagt, dass dies ein Sieg für das Team ist. Nichts kann dieses Team schlagen", meinte Vettel.

"Charles war zuletzt sehr stark. Er hat es verdient, die letzten beiden Rennen zu gewinnen. Aber ich wusste, dass die Dinge sich auch für mich wieder bessern würden. Ich bin froh, dass es eher früher als später war."

Wie sich die Kräfteverhältnisse innerhalb der stolzen Scuderia wirklich ausformen werden, wird früh genug zu beobachten sein - sechs Rennen sind 2019 noch ausständig, die nächste Station im dichten Kalender steht schon am kommenden Wochenende in Sotschi an, wenn der Grand Prix von Russland ausgetragen wird.

Textquelle: © LAOLA1.at

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