Qualifying sorgt wieder für dicke Luft im WM-Kampf

Qualifying sorgt wieder für dicke Luft im WM-Kampf Foto: © getty
 

Die Stimmung zwischen Mercedes und Red Bull hat sich in den zwei Wochen seit dem Grand Prix von Großbritannien samt Crash der WM-Kontrahenten scheinbar wenig verbessert. Und das Qualifying zum Grand Prix von Ungarn (So., ab 15:00 Uhr im LIVE-Ticker) hat nicht viel zur Beruhigung der Lage beigetragen.

In Q3 fuhren die vier Autos der beiden Teams vor dem letzten Versuch hintereinander: Valtteri Bottas vor Lewis Hamilton, dahinter Max Verstappen und Sergio Perez.

Die Zeit wurde aber knapp: Während Hamilton seine letzte Runde problemlos starten konnte, ging es bei Verstappen um Sekunden - und Perez verpasste die Frist, konnte keinen letzten Anlauf mehr starten.

Zwar fing kein Kontrahent den Mexikaner mehr ab, er startet auf Rang vier - bei Red Bull wurde Mercedes aber beschuldigt, dem großen Gegner mit einer "Bummel-Taktik" in die Suppe spucken zu wollen. Speziell Hamilton sei langsam gefahren und habe so einen erneuten Angriff beider Red Bulls verhindern wollen, in Perez' Fall erfolgreich.

Hamilton: "Ich brauche keine Spielchen"

"Wir dachten, dass wir im zweiten Anlauf zumindest Bottas kriegen können, aber mit den Spielchen, die das Publikum jetzt mit Pfiffen quittiert, hat Hamilton verhindert, dass Max noch eine schnelle Zeit fahren konnte - Perez ist überhaupt nicht mehr zu einer Runde gekommen", knurrte Helmut Marko in einer ersten Reaktion ins Mikrofon von "ServusTV".

Auch Christian Horner sah "Spielchen" des Weltmeisters, der den Red-Bull-Autos "keine saubere Runde gegönnt" hätte. Das sei aber als vorausfahrender Pilot auch sein gutes Recht gewesen. Dass er auch in der abschließenden schnellen Runde nicht an seine beste Zeit herangekommen und Verstappen damit zusätzlich eingebremst hätte, sei "Teil des Spiels". Der Teamchef habe "kein großes Problem damit".

Hamilton selbst wollte von absichtlichen Taktiken nichts wissen, alle seien langsam gefahren. Mit einer schnelleren Aufwärmrunde wäre er auf Bottas aufgelaufen. "Ich brauche keine Spielchen, ich weiß, was ich tue und bin schnell genug."

Ex-Pilot Romain Grosjean meinte auf "Twitter": "Wenn das mit Absicht gemacht wurde, war es nicht schön" - eine Spekulation, die der Siebenfach-Weltmeister mit einer Spitze quittierte.

"Die, die so etwas sagen, haben keine Ahnung von dem, was wir hier machen. Vielleicht ist das der Grund, warum sie nicht hier mitfahren."

Indes sollen Daten von "Sky Deutschland" sogar zeigen, dass Hamilton die fragliche Outlap schneller absolvierte, als er es in den vorherigen Versuchen immer tat.

Fans vs. Hamilton: Verstappen und Bottas auf seiner Seite

Die angesprochenen Buhrufe für Hamilton nahm dieser einigermaßen relaxt hin. "Ich habe mich eigentlich noch nie so wohl mit Buhrufen gefühlt. Wenn überhaupt, spornen sie mich nur weiter an."

Selbst sein Konkurrent sprang für den Briten in die Bresche: "Natürlich ist das nicht richtig. Wir haben einen Helm auf und wenn es drauf ankommt, bekommen wir das nicht mit. Aber es ist nicht schön", so Verstappen.

Valtteri Bottas forderte die Leute gar auf, sich zu hinterfragen: "Ich verstehe es nicht. Ich halte das nicht für fair. Wir sind hier, um alles zu geben. Lewis hat eine tolle Runde hingelegt und jetzt wird er ausgebuht. Das ist nicht richtig."

Das Kapitel Silverstone ist langsam zu

Am Sonntag soll zur Abwechslung wieder eine rein sportliche Entscheidung für Gesprächsstoff sorgen, dafür werden die Teams gefordert sein. Am Hungaroring ist das Überholen schwer, die Strategien werden eine wichtige Rolle spielen.

Vorausgesetzt, es kommt in der ersten Runde nicht wieder zu einem Aufeinandertreffen von Hamilton und Verstappen. Daran glaubt Marko aber nicht: "Für uns ist das ein neues Rennen, da gibt es keine Rachegelüste. Dass eine gewisse Explosivität bei den Fahrern gegeben ist, ist verständlich. Aber ich denke, dass bei unseren Fahrern Vernunft herrscht."

Auch ganz im Sinne Verstappens, der sich bei der Pressekonferenz nach dem Qualifying langsam genervt von Fragen nach der Silverstone-Kollision zeigte: "Wir hatten so viele Fragen dazu. Es ist lächerlich. Können wir also einfach damit aufhören?".

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