Red Bull hat die WM noch nicht abgeschrieben

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Nach zuletzt vier überaus spannenden Rennen geht die Formel 1 in die Sommerpause.

Titelverteidiger Lewis Hamilton führt überlegen mit 62 Punkten Vorsprung auf seinen Teamkollegen Valtteri Bottas (WM-Stand). Dahinter ist es aber nicht Sebastian Vettel im Ferrari, von dem die größte Gefahr für Mercedes ausgeht, sondern Max Verstappen im Red Bull. Das hat spätestens das Grand-Prix-Wochenende in Ungarn gezeigt.

Hamilton musste am Sonntag all sein Können und sein Team taktische Raffinesse auspacken, um dem erstmals aus der Pole Position gestarteten Verstappen noch den Sieg zu entreißen.

Es wäre Verstappens dritter in den vergangenen vier Rennen gewesen. Der Niederländer war in den ersten zwölf Saisonläufen nie schlechter als Fünfter.

Das macht Red Bull Mut

Viele Experten sehen Verstappen in der Form seines Lebens. Der Youngster lehnte es aber ab, seine bisherige Saison mit einer Note von 1 bis 10 zu bewerten. "Ich hasse es, mir Nummern zu geben, weil mich das an die Schule erinnert. Und das ist noch nicht so lange her", erklärte Verstappen nach dem Rennen in Ungarn.

Der Red-Bull-Mann ist nicht nur der jüngste Rennsieger der Geschichte. Sieben Grand Prix hat er bisher gewonnen, auch die erste Pole hat er nun abgehakt. Der WM-Titel soll ehestmöglich folgen.

Mut macht den Bullen ein Honda-Motor, der immer konkurrenzfähiger wird. Erstmals seit 2006 stand in Mogyorod bei Budapest ein Aggregat des japanischen Herstellers auf der Pole Position. Nach der Sommerpause soll ein Motor-Update kommen - rechtzeitig für Verstappens halbes Heimrennen am 1. September in Spa-Francorchamps. Der Sohn des früheren Formel-1-Piloten Jos Verstappen ist in Hasselt in Belgien geboren.

"Generell gibt es eine Aufbruchstimmung", meinte Red Bulls Motorsport-Berater Helmut Marko in Ungarn. Man sei auf dem richtigen Weg. "Wenn die Strecke es zulässt, mit nicht allzu viel Geraden, dann sind wir dabei. Ich glaube, die zweite Saisonhälfte kann noch ganz interessant werden", sagte Marko.

Verstappen: Mercedes hat noch Spielraum

Verstappen selbst wollte nach den starken Leistungen in den vergangenen Rennen aber nicht zu überschwänglich jubeln. "Ungarn hat gezeigt, wie viel Spielraum sie (Mercedes, Anm.) noch immer haben, wenn sie mal wirklich pushen müssen", sagte Verstappen gegenüber "Motorsport-Magazin.com". "Lewis war auch on fire, aber du kannst es sehen. Sobald er es wirklich drauf anlegen muss, siehst du, dass dieses Auto immer noch das dominierende Auto ist. So einfach ist das. Bei manchen Rennen ist es vielleicht nur nicht derart notwendig." In Ungarn hätte man gesehen, zu was Mercedes "als Team fähig ist".

Weltmeister Hamilton strahlte nach der gelungenen Aufholjagd in Ungarn und wünschte sich mehr Duelle wie jenes mit Verstappen. "Es gibt ehrlich gesagt als Rennfahrer kein besseres Gefühl, wenn du ein Rennen fährst wie dieses gegen einen starken Fahrer in Bestform so wie Max", erklärte Hamilton. "Ich hoffe, dass es so weitergeht." Auch seine eigene Saison bewertete der achtfache Saisonsieger auf Anfrage nicht mit der Höchstnote 10. Er schwankte zwischen 8,8 und 8,9.

Und dann war da noch Vettel, der sich nach einem Jahr ohne Rennsieg in Ungarn als Dritter mit einem weiteren Podestplatz trösten musste. Seiner bisherigen Saison gab der Deutsche auf der Skala von 1 bis 10 eine 5. Der vierfache Weltmeister ist im Mittelmaß angekommen. In der WM liegt er bereits 94 Punkte hinter Hamilton auf Platz vier. Vettel: "Letztlich wollen wir die Rennen kontrollieren. Wo wir jetzt sind, sind wir davon weit entfernt."

Bei Ferrari wird man daher froh über die kurze Pause sein. Am 1. September nimmt die Formel 1 beim Grand Prix von Belgien wieder Fahrt auf.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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