Mercedes zweifelt an Hamilton-Aufholjagd

Mercedes zweifelt an Hamilton-Aufholjagd Foto: © getty
 

Mehr ging nicht!

Lewis Hamilton präsentiert sich in Istanbul zwar in Top-Form und ist beim Qualifying zum Grand Prix der Türkei (So., ab 14:00 Uhr im LIVE-Ticker) schnellster Mann. Nach dem Motorentausch war aber schon im Vorhinein klar, dass es eine Strafversetzung geben wird - so bleibt dem siebenfachen Weltmeister nur der elfte Startplatz, die Pole Position erbt sein Teamkollege Valtteri Bottas.

Die vermeintlich besseren Karten, im WM-Duell einen Etappensieg zu feiern, hat damit Max Verstappen. Der Niederländer startet im Red Bull unmittelbar hinter Bottas aus der ersten Startreihe. Aber Hamilton holte aus schwierigen Ausgangssituationen schon öfter viel heraus.

Für das Rennen in Istanbul sieht Mercedes-Teamchef Toto Wolff aber Probleme auf Hamilton zukommen. Vielleicht übt sich der Wiener auch bloß im Understatement - eine Aufholjagd sieht er jedenfalls nicht auf den Zuschauer zukommen.

"Es sind so viele schnelle Starter vorn und auf den Geraden kommt man nicht vorbei. Am Freitag waren wir sogar hinter einem Haas und konnten ihn nicht überholen", meint Wolff auf "ServusTV".

Auch auf taktischer Seite sei ein Clou kaum möglich. Der recht hohe Reifenverschleiß auf der Strecke von Istanbul stellt alle Teams vor ähnliche Aufgaben. "Wir können vielleicht etwas länger fahren, aber für einen Overcut wird das nicht reichen."

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Erinnerungen an Hamiltons bestes GP2-Rennen

Und selbst wenn er durchkommen sollte: Verstappen müsste er wohl auf der Strecke niederkämpfen. Und auch, dass Teamkollege Bottas so ohne weiteres seinen Platz räumt, ist angesichts der wenigen verbleibenden Siegchancen für den Finnen vor seinem Wechsel zu Alfa Romeo nicht in Stein gemeißelt.

Dass es Hamilton in Istanbul kann, hat der Brite am Anfang seiner Karriere in einem denkwürdigen GP2-Rennen bewiesen. Nach einem frühen Rückfall ans Ende des Feldes überholte er 2006 Kontrahent um Kontrahent, um zumindest noch den zweiten Rang einzunehmen.

Dementsprechend hat der amtierende Weltmeister die Kampfeslust vor dem Rennen nicht verloren. "Ich muss - und ich will - das Rennen irgendwie gewinnen. Es wird zwar sehr schwer vom elften Platz, aber nicht unmöglich. Morgen gibt es einfach maximale Attacke", kündigt der WM-Leader an.

Red Bull sieht sich in Schlagdistanz

Dennoch ist es zumindest aus Samstags-Sicht wahrscheinlicher, dass Max Verstappen das Wochenende als WM-Führender beendet. Gerade einmal zwei Punkte beträgt sein Rückstand, und Red Bull ist zuversichtlich, die nötige Pace zu haben, um Hamilton in Schach zu halten.

"Wir sind deutlich näher, als wir es gestern (Freitag, Anm.) noch waren. Ein paar Kleinigkeiten können wir noch adjustieren. Bottas war in Reichweite", ist Helmut Marko überzeugt.

Demnach hätte ein Batterie-Problem Verstappen auf seiner schnellsten Runde sogar einige Hundertstel gekostet.

Mit einem gelungenen Start seines Schützlings werde es ein "enges Rennen", so der Grazer. Und Hamilton müsse erst an Alonso, der seine Kampfesstärke gegen Hamilton schon in Ungarn unter Beweis stellte, und an Leclerc vorbei.

Von seinem niederländischen Schützling wird ein dosiertes Rennen gefragt sein, auch wenn der Sieg in Griffweite scheinen mag. Mit einer derart günstigen Ausgangssituation darf sich Verstappen aber keinen übermütigen Fehler erlauben.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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