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Hamilton: Pole trotz schwerem Herzen

Hamilton: Pole trotz schwerem Herzen Foto: © getty

Lewis Hamilton bleibt in der Formel 1 der Maßstab, an dem sich die anderen Fahrer messen müssen. Der sechsfache Weltmeister schnappt sich mit einer Fabelzeit die 93. Pole Position seiner Karriere (Alle Infos >>>).

Die fünfte Pole der Saison widmet Hamilton dem verstorbenen Schauspieler Chadwick Boseman, der am Freitag dem Krebs erlegen ist. Der 43-Jährige erlangte durch seine Rolle als Baseball-Legende Jackie Robinson im Film "42" Bekannschaft und erlangte Weltruhm als "Black Panther" im gleichnamigen Film.

Hamilton feierte seine sechste Belgien-Pole mit der Pose des Superhelden. "Es ist ein Segen, an einem Tag wie diesem die Pole einzufahren", so Hamilton.

"Nahezu perfekte Runden"

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

Der Tod des Schauspielers beeinflusste Hamilton merklich. "Als ich heute Morgen aufgewacht bin, habe ich die schrecklichen Nachrichten über Chadwick Boseman gehört. Er war ein sehr bescheidener Mensch, der diese symbolträchtigen Filmcharaktere gespielt hat. Als Kind wollte ich immer Superman sein und es ist immens wichtig für junge Schwarze, einen Superhelden zu haben, zu dem sie aufblicken können, der genauso aussieht wie sie."

Seine heutigen Fabelrunden in Q3 bewertet der 35-Jährige dadurch umso höher. "Es ist nicht einfach, dein Bestes zu geben, wenn dir etwas auf dem Herzen liegt und ganz ehrlich, es war sehr schwierig, diese Negativität abzuschütteln und für etwas Außergewöhnliches zu bündeln, aber Chadwick hat gezeigt, dass es möglich ist. Ich bin in meiner F1-Karriere schon viele Runden gefahren, aber diese beiden Runden im Q3 waren beinahe perfekt."

 

Letztes Hurra des Partymodus

Bei letzter Gelegenheit nutzte Hamilton die Zusatzleistung des Mercedes-Motors zu einer Demonstration der Stärke. Ab dem kommenden Wochenende, dem Grand Prix von Italien in Monza, ist das Abrufen weiterer Pferdestärken nicht mehr gestattet. Erlaubt ist dann nur noch eine Motor-Einstellung, mit der Qualifying und Rennen bestritten werden. Wie sich der neue Passus im Reglement auf den Kampf um die besten Startplätze auswirken wird, bleibt abzuwarten. Die Hoffnung der direkten Konkurrenz ist jedenfalls groß, den leistungsmäßigen Unterschied reduzieren zu können.

Die Silberpfeile jedenfalls setzten ihre Serie fort: Zum fünften Mal startet Hamilton von Position eins, die restlichen beiden Male war dies Bottas vergönnt. Im Training hatte sich der sechsmalige Champion offensichtlich noch zurückgehalten, als es ernst wurde, fuhr er eine seiner berüchtigten "Hammer"-Runden.

Bottas sah gegen seinen Teamkollegen diesmal alt aus und war angesichts des großen Rückstands etwas ratlos. "Aber es ist kein schlechter Platz zu starten. Es ist noch nicht vorbei. Ich habe in der ersten Runde eine gute Möglichkeit, vorbeizukommen", lautete das kämpferische Statement des Finnen, der in der WM-Wertung vor dem siebenten Saisonrennen 42 Punkte hinter Leader Hamilton bzw. 6 hinter Max Verstappen liegt. Dem Red-Bull-Piloten fehlten am Samstag nur 0,015 Sek., um das Mercedes-Duo zu sprengen.

Zufriedenheit beim "Lokalmatador"

Verstappen ist der einzige, der Hamilton und Bottas in einem Rennen in diesem Jahr schon besiegen konnte. "Ich kann zufrieden sein, so nah an Valtteri zu sein", sagte der 21-jährige Niederländer. Für ihn ist der Grand Prix fast ein Heimspiel auch ohne seine niederländischen Fans - Verstappen wurde im belgischen Hasselt geboren. Entsprechend groß ist die Vorfreude.

Für Ferrari verlief das Qualifying wie schon das Training denkbar schlecht. Der Deutsche Sebastian Vettel schied bereits im zweiten K.o.-Abschnitt als 14. aus und wird das Rennen von der siebenten Startreihe aus beginnen müssen. Teamkollege Charles Leclerc aus Monaco wird als 13. neben Vettel stehen.

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