Keine Ferrari-Teamorder: Hamilton überrascht

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Die Teamorder von Mercedes in Russland ist vor dem Grand Prix von Japan am kommenden Wochenende nach wie vor Thema.

Dass es bei Konkurrent Ferrari keine Stallorder gibt, überrascht Sotschi-Sieger Lewis Hamilton. "Sie arbeiten in manchen Phasen des Jahres als Team. Doch in entscheidenden Momenten, wie in Monza, da haben sie das nicht getan. Ist das eine Überraschung? Ja!", sagt der WM-Leader.

Hamilton meint: "Ferrari hat es in der Vergangenheit gemacht. Ich weiß nicht, warum sie diesen Ansatz geändert haben. Es ist aber auch nicht mein Problem."

In Suzuka erwartet der Brite taktische Spielchen von Ferrari, er rechnet mit sogenannten Undercuts. "Ein Auto wird hereinkommen, damit auch ich hereinkommen muss", erklärt Hamilton.

50 Punkte Vorsprung hat Hamilton vor dem fünftletzten Saisonlauf am Sonntag (7.10 Uhr MESZ im LIVE-Ticker.) in Japan angehäuft. Selbst fünf zweite Plätze würden ihm sicher zum fünften WM-Titel reichen. Jetzt also Schongang? "Der Fokus ist immer noch derselbe", bekräftigt der 33-Jährige. "Ich ändere meine Herangehensweise nicht."

Hamilton: "Polster könnte ganz schnell verschwinden"

So schnell wie möglich wolle er den nächsten Triumph, mit dem er nach Titeln zur Legende Juan Manuel Fangio aufschließen würde, perfekt machen. Schließlich koste ihn das Nervenspiel stets ein paar Jahre seines Lebens, meint Hamilton wohl halb im Scherz. "Ein Ausfall, ein Fehler und das Polster könnte ganz schnell verschwinden", warnte der Titelverteidiger.

Der schon deutlich abgehängte Vettel will derlei Rechenspiele in Suzuka ausblenden. "Jetzt oder Nie, das mag ich nicht", sagt der Ferrari-Fahrer. Nichts soll ihn vor dem Rennen auf seiner Lieblingsstrecke belasten. Die jüngsten Niederlagen und der zuletzt deutliche Rückstand auf Mercedes in Sotschi haben die Hoffnungen auf eine wundersame Wende freilich schwer gedämpft. "In einer Woche kann man nicht viel ändern", sagte Vettel.

Den Einbruch der Scuderia, der Hamilton fünf Siege in den vergangenen sechs Grand Prix ermöglichte, kann auch der Deutsche nicht wegdiskutieren. "Es gab leider zu viele Rennen, bei denen wir nicht in Reichweite waren", räumte der 31-Jährige ein, nimmt sein Team jedoch weiter Schutz: "Unsere Richtung haben wir nicht verloren."

Umso mehr müssen sich Vettel und Ferrari den unbequemen Fragen stellen, wie sie im lange ausgeglichenen WM-Duell mit einem phasenweise schnelleren Auto so ins Hintertreffen geraten konnten. Dass Mercedes in Sotschi auch noch demonstrierte, wie man durch kühl kalkulierte Stallorder seine Bilanz optimiert, dürfte Ferrari als weiteren Tiefschlag empfunden haben.

Bottas: "Würde es wieder tun"

Die Debatte danach allerdings hätten sich die Mercedes-Gewaltigen gern erspart. Dass der führende Valtteri Bottas für Hamilton Platz machen musste und danach als Bremsklotz für Vettel eingesetzt wurde, ist zwar vom Regelwerk erlaubt, kratzt jedoch am Fairness-Empfinden vieler Fans. "Ich würde das wieder tun", versichert Bottas dennoch.

Hamilton sind die Geschehnisse von Sotschi zwar noch immer unangenehm, ein Schatten auf einem WM-Titel aber wären sie für ihn nicht. "Ich habe in diesem Jahr die bisher beste Leistung meiner Karriere gezeigt", ist er überzeugt.

Vettel kann das nur schwerlich behaupten. Zu viele Fehler sind ihm und Ferrari in dieser Saison unterlaufen. Warum ihm gerade jetzt sein erster Japan-Sieg in einem roten Auto gelingen sollte, kann er selbst nur schwer erklären. "Ich glaube aber dennoch an unsere Chance", beteuerte Vettel.

Das Qualifying in Japan am Samstag ab 8 Uhr MESZ im LIVE-Ticker.

Textquelle: © LAOLA1.at

F1: So rechtfertigt Mercedes die Teamorder in Russland

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