Charles Leclerc: Das ist der Neue bei Ferrari

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"Vom ersten Tag an wollte ich gewinnen."

Seine Zielstrebigkeit hat Charles Leclerc weit gebracht. Ab 2019 wird der 20-Jährige Pilot bei Ferrari (Alle Infos) und darf sich damit nach nur einem Jahr in der Formel 1 gleich bei einem Top-Team beweisen.

"Träume können wahr werden.... Ich danke Ferrari dafür, dass sie mir diese Möglichkeit geben", schreibt der GP3-Meister von 2016 und Formel-2-Champion von 2017 nach Bekanntwerden seines Wechsels von Sauber zur Scuderia auf Twitter.

In seinem ersten Statement richtet er auch Worte an zwei Personen, die sein bisheriges Leben und seine Karriere geprägt haben: Sein Vater und sein Freund Jules Bianchi. Beide verlor Leclerc auf tragische Art und Weise.

Bianchi, sein Freund von klein auf und Vorgänger in der Ferrari-Akademie, starb 2015 an den Folgen eines Formel-1-Crashs. Im vergangenen Jahr musste er den Verlust seines Vaters Hervé verkraften.

"Sie wären bestimmt stolz auf mich", sagte Leclerc im LAOLA1-Interview vor dem GP von Österreich auf die Ferrari-Gerüchte angesprochen. Ein Wechsel zu den Roten wäre "auch ein Verdienst von Jules und meinem Vater".

Nun, da sein Traum vom Cockpit bei der Scuderia in Erfüllung ging, verspricht er: "Ich werde härter denn je arbeiten, um euch nicht zu enttäuschen."

Mit Bianchis Hilfe ganz nach oben

Bianchi war es nämlich, der vor rund acht Jahren, als Leclercs Motorsportkarriere aufgrund enden wollender finanzieller Ressourcen auf der Kippe stand, den Kontakt zu Manager Nicolas Todt - Sohn des heutigen FIA-Präsidenten Jean Todt - herstellte, der das nötige Sponsorengeld auftrieb.

Und mehr noch: "Von Jules habe ich gelernt, dass es nur mit harter Arbeit geht, auch wenn es gerade sehr gut für dich läuft und du Rennen gewinnst. Du darfst die negativen Dinge, auch wenn sie noch so klein sind, nicht aus den Augen verlieren und musst immer versuchen, sie zu verbessern."

Nicht zuletzt diese Einstellung hat Leclerc wohl dahin gebracht, wo er heute ist. Als gebürtiger Monegasse lernte der heute 20-Jährige die Motorsport-Welt schon früh kennen. Mit vier Jahren saß er bereits im Kart.

Faszination ließ Leclerc den Helm vergessen

"Ich kann mich noch gut an einen lustigen Moment erinnern. Bereits mit vier Jahren wusste ich, wie man den Motor eines Karts startet. Als mein Vater und ich an der Strecke ankamen, stieg ich ins Kart und fuhr einfach los. Mein Vater stand am Rand der Kartbahn, winkte mir zu und rief andauernd meinen Namen. Mir war nicht klar, was der Grund dafür war und so fuhr ich einfach weiter. Als ich dann nach ein paar Runden stehenblieb, wurde mir bewusst, dass ich keinen Helm trug. Ich war schon als Kind so fasziniert vom Motorsport, dass ich alles andere ausgeblendet habe", erzählte Leclerc.

Sein Ehrgeiz und seine Leidenschaft machten sich bald bezahlt: Von 2005 bis 2013 gewann er diverse Kart-Meisterschaften, 2014 wechselte er im Alter von 16 Jahren in den Formelsport, wo er in der Formel Renault 2.0-Meisterschaft auf Anhieb den zweiten Gesamtrang belegte. 2015 fuhr Leclerc in der Formel-3-EM und wurde Gesamtvierter, 2016 holte er in seiner ersten Saison in der GP3 gleich den Titel.



In dieser Zeit wurde auch Ferrari auf den Monegassen aufmerksam und nahm ihn in die Driver Academy auf. 2017 wusste er als Rookie in der Formel 2 zu überzeugen, 2018 folgte dann der Sprung in die Formel 1 zu Ferraris Motorenpartner Sauber. Trotz eines unterlegenen Autos glänzt Leclerc in seiner Rookie-Saison mit regelmäßigen Platzierungen in den Punkten.

"Ich bin noch immer der Meinung, dass es ein sehr großer Schritt ist. Aber ich habe an einem Punkt einfach verstanden, wie man das Auto fahren muss. Die Formel 2 war eine gute Vorbereitung für mich", sagte Leclerc in Spielberg, merkt aber auch an: "Ich bin als Fahrer seit Beginn des Jahres sehr gereift."

Kommt der Schritt zu Ferrari zu früh?

Es gibt jedoch auch Stimmen, die meinen, der Schritt zu Ferrari kommt zu früh. Einer der Zweifler ist Philippe Bianchi, Vater seines verstorbenen Freundes Jules.

Darauf angesprochen, meinte Leclerc in Spielberg bei LAOLA1: "Es ist schwer zu sagen, ob ich für etwas bereit bin, was ich noch nicht erlebt habe. In meiner Zeit in der Formel 2 haben mich auch alle gefragt, ob ich bereit für die Formel 1 bin. Aber ehrlich gesagt habe ich keine Angst vor dem Druck. Nach meinem Titel in der GP3 haben in der Formel 2 alle das gleiche von mir erwartet. Dann gab es nach drei Rennen in der Formel 2 Gerüchte um einen Wechsel in die Formel 1. Der Druck war also immer da."

Man darf gespannt sein, wie sich der Youngster bei Ferrari schlägt. Sein zukünftiger Teamkollege Sebastian Vettel meinte jüngst: "Charles ist ein großartiger Mensch und sehr schnell. Er hat eine große Karriere vor sich."

Textquelle: © LAOLA1.at

Formel 1: Räikkönen verlässt Ferrari, Leclerc kommt

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