Leclerc am Weg zu Ferrari: "Jules wäre stolz"

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Als die Motorsportkarriere von Charles Leclerc aufgrund enden wollender finanzieller Ressourcen vor acht Jahren jäh zu Ende zu gehen schien, konnte er sich auf einen engen Freund verlassen.

Jules Bianchi stellte den Kontakt zu Manager Nicolas Todt - Sohn des heutigen FIA-Präsidenten - her, der das nötige Sponsorengeld auftrieb.

Der Monegasse zahlte das Vertrauen mit Titeln zurück, triumphierte nach seiner Kartzeit und Stationen in der Formel Renault und der Formel-3-Europameisterschaft vor zwei Jahren in der GP3 und im Vorjahr in der Formel 2.

In diesem Jahr glänzt der 20-Jährige in einem unterlegenen Sauber mit regelmäßigen Platzierungen in den Punkten und versetzt so die Formel-1-Welt ins Staunen.

Und das, obwohl mit Freund Bianchi und Vater Hervé in den letzten drei Jahren zwei seiner wichtigsten Bezugspersonen aus dem Leben gerissen wurden.

Für sie beide will Leclerc das erreichen, was dem tragisch verunglückten Bianchi verwehrt blieb: Ein Cockpit bei Ferrari.

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Im Interview mit LAOLA1 spricht Leclerc über seine überraschend kurze Eingewöhnungsphase in der Formel 1, das Besondere am Red Bull Ring und größer werdenden Druck.

LAOLA1: Du warst in den letzten fünf Rennen vier Mal in den Punkten, dazu gelang dir zuletzt der sensationelle Sprung in Q3 in Frankreich. Rundum zufrieden im Moment?

Charles Leclerc: Es könnte mir nicht besser gehen. Es läuft momentan sehr viel in die richtige Richtung.

LAOLA1: Durch den Erfolg steigt aber auch die Erwartungshaltung, oder?

Leclerc: Auf jeden Fall! Die Leute erwarten sich immer mehr. Wir als Team wissen aber, dass es verdammt schwierig ist, so eine Performance abzuliefern wie zuletzt in Frankreich. Wir können nicht davon ausgehen, dass das jetzt jedes Wochenende so klappen wird.

"Es ist ganz sicher eine meiner Lieblingsstrecken. Ich weiß aber ehrlich gesagt nicht, warum sie mir so liegt."

Über den Red Bull Ring

LAOLA1: In Spielberg hast du in den letzten beiden Jahren in der GP3 und der Formel 2 gewonnen. Was macht den Red Bull Ring so speziell für dich?

Leclerc: Es ist ganz sicher eine meiner Lieblingsstrecken. Ich weiß aber ehrlich gesagt nicht, warum sie mir so liegt. Es ist der Rhythmus, die Art der Kurven. Das macht den Red Bull Ring für mich ganz besonders.

LAOLA1: Kommt dir die neue, zusätzliche DRS-Zone entgegen?

Leclerc: Ich finde das gut, aber als Fahrer musst du strategischer an die Sache herangehen. Es gibt jetzt drei DRS-Zonen und du musst genauer aufpassen, wo du überholst. Der Typ hinter dir könnte dich dann gleich wieder zurücküberholen. Das wird ein wenig tricky, aber mir gefällt's.

LAOLA1: Du stehst in Österreich erst vor deinem neunten Formel-1-Rennen. Gibt es Momente, in denen du denkst: Das geht doch alles verdammt schnell?

Leclerc: Schon, ja. Andererseits fühlt es sich schon an, als ob die Saison ewig dauern würde. Ich bin als Fahrer seit Beginn des Jahres sehr gereift, daher ist das vermutlich mein Eindruck. Natürlich geht es eigentlich verdammt schnell, speziell jetzt mit den Rennen so kurz hintereinander.

LAOLA1: Bist du überrascht darüber, dass dir der Schritt von der Formel 2 in die Formel 1 nach einer kurzen Eingewöhnungsphase so gut gelungen ist?

Leclerc: Ich bin noch immer der Meinung, dass es ein sehr großer Schritt ist. Aber ich habe an einem Punkt einfach verstanden, wie man das Auto fahren muss. Die Formel 2 war eine gute Vorbereitung für mich. Mit dem Reifen-Management komme ich eigentlich sehr gut zurecht. Es geht auch darum, den Treibstoff im Blick zu haben und so weiter.

LAOLA1: Du hältst dich auch immer gut aus den Unfällen in der ersten Kurve raus. Siehst du darin ein spezielles Talent von dir oder ist es einfach nur Glück?

Leclerc: Auch in den unteren Kategorien war ich selten bis nie in Unfälle in der ersten Runde involviert. Ich glaube, es ist sowohl Glück als auch eine Fähigkeit, die ich dank meiner Erfahrung in den kleineren Rennserien habe. Da passieren ja doch sehr viele Crashes. Da geht es darum, eine gefährliche Situation rechtzeitig zu erkennen. 

LAOLA1: Glaubt man den jüngsten Berichten, wirst du in der nächsten Saison für Ferrari fahren. Stehst du vor der Erfüllung deines größten Traums?

Leclerc: Es gibt bislang keinen Kontakt. Ich bin mir aber ziemlich sicher, jeder Fahrer im Grid träumt davon, für Ferrari zu fahren. Im Moment muss ich mich erst einmal auf die Ergebnisse in diesem Jahr konzentrieren.

LAOLA1: Philippe Bianchi, Vater deines verstorbenen Freundes Jules, hat gesagt, dass der Schritt im nächsten Jahr noch zu früh kommen würde, weil der Druck zu groß wäre. Fühlst du dich bereit für Ferrari?

Leclerc: Es ist schwer zu sagen, ob ich für etwas bereit bin, was ich noch nicht erlebt habe. In meiner Zeit in der Formel 2 haben mich auch alle gefragt, ob ich bereit für die Formel 1 bin. Aber ehrlich gesagt habe ich keine Angst vor dem Druck. Nach meinem Titel in der GP3 haben in der Formel 2 alle das gleiche von mir erwartet. Dann gab es nach drei Rennen in der Formel 2 Gerüchte um einen Wechsel in die Formel 1. Der Druck war also immer da. Auch am letzten Wochenende, seit die Gerüchte um Ferrari aufgekommen sind. Ich selbst spüre den Druck aber nicht. Er stellt kein Problem für mich dar.

"Von ihm habe ich gelernt, dass es nur mit harter Arbeit geht, auch wenn es gerade sehr gut für dich läuft und du Rennen gewinnst."

Über Jules Bianchi

LAOLA1: Gibt es einen Ferrari-Fahrer aus der Vergangenheit, den du besonders bewunderst?

Leclerc: Ich war eigentlich immer Senna-Fan. Er ist leider nie für Ferrari gefahren. Als Team habe ich Ferrari aber immer bewundert.

LAOLA1: Du kanntest Jules Bianchi seit du klein warst, du konntest viel von ihm lernen. Welcher Rat von ihm ist dir besonders in Erinnerung?

Leclerc: Ich bin zu ihm gegangen, wann immer ich in den Nachwuchsserien Probleme hatte. Speziell in der Formel Renault war er immer für mich da. Von ihm habe ich gelernt, dass es nur mit harter Arbeit geht, auch wenn es gerade sehr gut für dich läuft und du Rennen gewinnst. Du darfst die negativen Dinge, auch wenn sie noch so klein sind, nicht aus den Augen verlieren und musst immer versuchen sie zu verbessern. Daran muss ich in diesen Tagen oft denken.

LAOLA1: Was würde es dir bedeuten, wenn du mit einem Wechsel zu Ferrari Bianchis Weg vollenden könntest? 

Leclerc: Es wäre einfach nur fantastisch und auch ein Verdienst von Jules und meinem Vater. Sie wären bestimmt stolz auf mich.

Nach Rennen 1964 und zwischen 1970 und 1987 feierte der F1-GP von Österreich 1997 ein Comeback. Das ist seither passiert.

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In seiner letzten Saison als Formel-1-Pilot fuhr Gehard Berger beim Heimrennen auf Platz zehn. Bild 2 von 31
Der Sieg ging an den Williams-Piloten und späteren Weltmeister Jacques Villeneuve. Bild 3 von 31
Ein Jahr später feierte Alexander Wurz im Benetton seine Heimpremiere. Er musste sich mit Rang neun begnügen. Bild 4 von 31
Der Sieg war in diesem Jahr ein Fall für die Silberpfeile von McLaren Mercedes. Bild 5 von 31
Mika Häkkinen triumphierte vor Teamkollege David Coulthard. 77.000 Zuseher feierten den späteren Weltmeister. Bild 6 von 31
1999 lief es für Wurz wesentlich besser. Mit Platz fünf holte er als erster Österreicher seit Lauda 1984 Punkte im eigenen Land. Bild 7 von 31
Der Sieg ging etwas überraschend an den Iren Eddie Irvine. Bild 8 von 31
Der Ferrari-Pilot ließ Coulthard und Häkkinen hinter sich. Bild 9 von 31
2000 blieb Wurz im Benetton als Zehnter erneut ohne Punkte. Bild 10 von 31
Nach dem Ausfall von Michael Schumacher in Kurve eins war der Weg frei für Pole-Setter Mika Häkkinen. Bild 11 von 31

Der "Flying Finn" entschied das Rennen vor Coulthard und Rubens Barrichello für sich.

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Ein Jahr darauf setzte Michael Schumacher von der Pole Position aus zum Sieg an. Im Rennen fiel er aber zurück. Bild 13 von 31

Erst als Jean Todt: "Let Michael pass for the championship" an Barrichello funkte, erbte der Deutsche Platz zwei.

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Ganz oben am Podium jubelte Coulthard vor den beiden Ferrari-Piloten. Bild 15 von 31

Im Jahr darauf sollte es noch dicker kommen. Barrichello startete von der Pole Position und führte das ganze Rennen über.

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Nach einem erneuten Befehl aus der Box ließ der Brasilianer Schumi aber auf der Zielgeraden vorbei. Bild 17 von 31

Begleitet von einem gellenden Pfeifkonzert überließ der Deutsche Barrichello Platz eins bei der Siegerehrung, die volle Punktezahl ging aber natürlich an den Kerpener.

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2003 war schon vor dem Rennen bekannt, dass es das vorerst letzte Gastspiel der Formel 1 in Spielberg sein wird. Bild 19 von 31
Schumacher siegte damals ohne Hilfe vor den Augen von über 100.000 Zuschauern. Bild 20 von 31

Kimi Räikkönen belegte Platz zwei, Barrichello wurde beim Abschied vom A1-Ring Dritter.

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Beim großen Comeback 2014 sorgte Williams mit der Pole für Felipe Massa und Platz zwei für Valtteri Bottas für eine faustdicke Überraschung!

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Im Rennen schlugen die übermächtigen Silberpfeile in Person von Nico Rosberg zurück. Er gewann knapp vor Teamkollege Lewis Hamilton und Bottas.

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Die Schlagzeilen gehörten am Rennsonntag diesem jungen Mann nach der Interpretation "seiner" Bundeshymne.

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2015 wollte sich Hamilton für die Niederlage gegen seinen Teamkollegen im Vorjahr revanchieren. Er startete von der Pole Position.

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Schon in Kurve eins folgte aber der Führungswechsel, außerdem kam es zu einem bösen Crash zwischen den Routiniers Kimi Räikkönen (Ferrari) und Fernando Alonso (McLaren), der zum Glück glimpflich endete.

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Rosberg gewann am Ende deutlich vor Hamilton, Platz drei ging an Massa.

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2016 kommt es in der letzten Runde am Red Bull Ring zum großen Crash zwischen Lewis Hamilton und dem bis dahin führenden Nico Rosberg. Der Deutsche schleicht nach einem Schaden als Vierter durchs Ziel, der Brite gewinnt.

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Durch den Erfolg in der Steiermark kam Hamilton seinem Rivalen in der WM näher, am Ende sollte es aber nicht für den Titel reichen.

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2017 war das Wochenende von Valtteri Bottas. Der Finne holte sich die Pole Position und entschied auch den Start für sich!

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Bottas gewann am Ende knapp vor Vettel und Daniel Ricciardo im Red Bull. Lewis Hamilton blieb nur Platz vier.

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Textquelle: © LAOLA1.at

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