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Antonelli zurück auf der Siegerstraße: "Musste alles geben"

Nach eineinhalb Monaten Sieglosigkeit kann der Teenager wieder auf seinen "Stammplatz" am Podium zurückkehren.

Antonelli zurück auf der Siegerstraße: "Musste alles geben" Foto: © IMAGO / ANP

Ist Kimi Antonelli der WM-Titel auf der Rennstrecke überhaupt noch zu nehmen?

Nach seinem sechsten Saisonsieg kann man sich diese Frage schon stellen, obwohl die letzten Rennwochenenden alles andere als gut verlaufen waren. Der Misserfolg resultierte allerdings oft nicht aus seinem fahrerischen Können, sondern der Gebrechlichkeit seines Mercedes-Boliden.

So sein Silberpfeil funktioniert, ist er in dieser Saison bisher zu selten antastbar. Auch in Spa lässt er seine Klasse trotz der Jugend aufblitzen und gewinnt, obwohl ihm der Rennverlauf überhaupt nicht in die Karten spielt.

Richtig taktiert?

Gestern fuhr der Teenager eine ungefährdete Pole Position ein. Es gibt Strecken im Rennkalender der Formel 1, auf denen der erste Startplatz allerdings um einiges beliebter ist.

Gerade mit der aktuellen Konfiguration der Autos ist es hilfreich, als Zweiter aus der Kurvenpassage Eau Rouge-Raidillon auf die Kemmel-Gerade zu gelangen. Mit dem Batterie-Boost und dem enormen Windschatten-Effekt ist Überholen leichter als die Verteidigung der eigenen Position.

Es wirkte fast, als wäre es Absicht gewesen, als Antonelli seinen Kontrahenten Verstappen vor der langen Gerade vorbeiließ, nur um am Ende dieser durch den Windschatten mit komfortablem Vorsprung wieder herauszukommen.

"Ein harter Sieg"

Sein erster Boxenstopp fiel vom Zeitpunkt nicht optimal. Das Virtual Safety Car wurde wegen Teilen auf der Strecke ausgerufen, Antonelli fuhr an die Box, um sich dadurch kostbare Zeit zu sparen. Doch in dem Moment, als er in der Boxengasse ankommt, verschwand das VSC - die Ersparnis war dahin.

Dass Antonelli von einem "harten Sieg" spricht, "weil Charles schnell war", ist auch nur dem Umstand geschuldet, dass der Monegasse beim Boxenstopp mehr Glück hatte.

Leclerc begegnete einem ähnlichen Szenario mit dem Virtual Safety Car. Allerdings blieb bei ihm die Tempobegrenzung während des ganzen Stopps aktiv. Der Zeitverlust war dadurch um einiges geringer und der Monegasse kehrte knapp vor Antonelli auf die Strecke zurück.

Die Aufholjagd von Antonelli mit seinem Überholmanöver in Runde 34 wirkte wie "Arbeit nach Vorschrift". In den letzten zehn Runde kontrollierte er das Geschehen und gab Leclerc keine wirkliche Chance, noch vorbeizukommen.

Antonelli steigt auf die Euphorie-Bremse

Aus seinem sechsten Saisonsieg resultiert eine satte WM-Führung von 45 Punkten. Für Antonelli kein Grund in Ekstase zu geraten: "Wir haben gesehen, dass sich die Situation ganz schnell hin und her drehen kann".

Die Angst vor weiteren Defekten an seinem Mercedes ist also noch vorhanden.

Antonellis Führung ist komfortabel. Allerdings befindet man sich erst bei Saisonhalbzeit. Das weiß auch der Jungstar: "Ich muss einfach weiter liefern, Ergebnisse einfahren und schauen, wie es am Ende des Jahres aussieht."

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