Seine Befürchtung, damit Leute vom Bildschirm zu verjagen, hatte seine Berechtigung. Sein Glück, dass mir für das French-Open-Finale ein zweiter zur Verfügung stand.
In Monaco steigt kein Autorennen, sondern eine Yachtbeschau, ein Auflauf von Reichen und teilweise zweifelhaften Berühmtheiten in Verbindung mit der schnellsten Prozession der Welt. Nach dem Qualifying eine sportlich wertlose Veranstaltung.
Wer Spa sagt, muss Monaco schreien
Das mag vor 50 Jahren noch anders gewesen sein, und eine lange Historie ist ein Argument für Traditionalisten. Als Sportromantiker teile ich es oft.
Wie in einer Beziehung sorgt Romantik allein nicht für eine sichere Zukunft. Anderswo reicht sie auch nicht aus, um dafür zu sorgen: Monza, Spa oder auch Hockenheim, alles Schauplätze mit langer Geschichte, die tatsächlich gute Rennen ermöglichen würden - und wiederkehrend um ihren Platz im Kalender bangen müssen, ging er nicht schon verloren.
Darum müsste eine Diskussion um Monacos Platz im Aufgebot längst erlaubt sein. Die wahren Gründe, warum das nicht passiert, kennen wir alle – werden Fans des Sports an sich auch zurecht egal sein.
Im schwierigen Dauerspagat zwischen Tradition und Moderne, Bewahrung ihres Kerns und notwendigem Fortschritt, sportlicher Integrität und Eventisierung überdehnen sich die Verantwortlichen mitunter.
Monaco fühlt sich darin wie ein Relikt an, dessen Abwesenheit mir nicht wehtun würde. Wo im Reglement ein Schritt zurück die Wohltat wäre, böten sich hier zwei nach vorn an.
Der Madring ist mir jetzt schon madig
Meine persönliche Abneigung lässt sich auf Stadtkurse an sich ausweiten: Ich bräuchte sie nicht.
Öde Rennen und bestenfalls unfreiwillig komische, schlimmstenfalls gefährliche Nebengeräusche wie der bröckelnde Asphalt oder lose Kanaldeckel sind auffällig häufig.
Dass der weniger motorsportbegeisterte Teil der Anwohner überschaubar viel Freude mit dem Tamtam hat, der ihre Städte für einige Tage lahmlegt, ist auch nachvollziehbar.
Die Entwicklung zeigt in die entgegengesetzte Richtung. Neben Monaco stehen 2026 Miami, Baku, Singapur, Las Vegas sowie der neue "Madring" (wurde bei diesem Namen zweimal nachgedacht?) im Programm.
Mit Vegas wurde langfristig verlängert, und gefühlt jede neue Strecke in der Diskussion dreht sich um einen Stadtkurs.
Diese Destinationen bieten einfach ein spektakuläreres Drumherum, mehr Prestige, mehr Event – da scheint weniger Sport egal.
Zumindest im Falle von Monaco bietet das Wetter Ende Mai, Anfang Juni wenigstens gute Voraussetzungen, sich anderweitig zu beschäftigen – und die "Königsklasse" ein Wochenende lang den Reichen zu überlassen.