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Eine neue Ära: Das ändert sich 2026 in der Formel 1

Von Technik über Strecken bis hin zum Grid selbst - über den Winter hat sich so einiges geändert. LAOLA1 hat sich genauer mit den Neuerungen befasst.

Eine neue Ära: Das ändert sich 2026 in der Formel 1 Foto: © GETTY-Montage

2026 startet die Formel 1 in eine neue Ära.

Das aktuelle Sportjahr wird von Highlights wie den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo oder der Fußball-Weltmeisterschaft geprägt.

Dabei gerät die Königsklasse des Motorsports fast in den Hintergrund. Dennoch hat sie heuer so einiges zu bieten.

Neben dem für rot-weiß-rote Formel-1-Fans ohnehin fixen Termin in Spielberg gibt es in dieser Saison nämlich einige Neuerungen, die die Karten neu mischen und viel Spannung versprechen.

LAOLA1 liefert dir vor den am 26. Jänner beginnenden Testfahrten einen Überblick: Was ändert sich 2026? Und warum machen diese Neuerungen die Formel 1 noch attraktiver?

Erstmals seit 2016: Elf Teams am Start

Ein Novum, das es zuletzt 2016 gab: Der Grid besteht nicht aus zehn Teams mit 20 Fahrern, sondern aus elf Rennställen und damit 22 Fahrern.

Neben diesen neun bereits bekannten Mannschaften - McLaren, Mercedes, Red Bull Racing, Ferrari, Williams, Racing Bulls, Aston Martin, Haas sowie Alpine - gibt es einen völligen Neuling: der US-amerikanische Rennstall Cadillac.

Eigentlich wollte Ex-Pilot Michael Andretti mit seinem Familienrennstall als elftes Team in die Rennklasse einsteigen, dieses Vorhaben wurde aber von der Formel 1 abgelehnt. Um das Scheitern des Vorhabens zu verhindern, übernahm General Motors mit der Tochtermarke Cadillac - erfolgreich. Michael Andrettis Vater Mario Andretti ist als Vorstandsmitglied bei Cadillac integriert.

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Er ist der Chef des Neueinsteigers: Graeme Lowdon.
Foto: ©GETTY

Das neue Team bezieht derweil wie Haas Motoren von Ferrari, möchte aber ab 2029 selbst als Motorenhersteller einsteigen. Teamchef ist Graeme Lowdon, der bereits bei den einstigen Rennställen Virgin und Marussia tätig war.

Audi statt Sauber

"Aber das sind doch nur zehn Teams?", hast du dir jetzt vielleicht gedacht. Richtig, denn das elfte ist zwar ein Rennstall, der bereits in den letzten Jahren Teil der Formel 1 war, nun aber mit einem neuen Namen am Start ist. Die Rede ist von Audi, vormals als Sauber bekannt.

Der deutsche Konzern hat das Sauber-Werksteam übernommen und möchte bis zur Saison 2030 um Weltmeisterschaften mitfahren. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, dass Audi als vollwertig eigenständiges Team mit eigenem Antrieb fungiert.

Audi möchte die neu eingeführte Technologie - dazu später genauere Ausführungen - nutzen, um sein technologisches Know-how auf der großen Bühne der Formel 1 unter Beweis zu stellen und von den geänderten Regularien profitieren.

Neue Gesichter und alte Hasen

Wie oben schon erwähnt, sind in diesem Jahr 22 statt 20 Fahrer am Start. Schauen wir uns diese 22 Männer mal genauer an.

Team

Fahrer 1

Fahrer 2

McLaren

Lando Norris

Oscar Piastri

Mercedes

George Russell

Kimi Antonelli

Red Bull Racing

Max Verstappen

Isack Hadjar

Ferrari

Charles Leclerc

Lewis Hamilton

Williams

Alexander Albon

Carlos Sainz Jr.

Racing Bulls

Liam Lawson

Arvid Lindblad (Rookie)

Aston Martin

Fernando Alonso

Lance Stroll

Haas

Esteban Ocon

Oliver Bearman

Audi

Nico Hülkenberg

Gabriel Bortoleto

Alpine

Pierre Gasly

Franco Colapinto

Cadillac

Sergio Perez

Valtteri Bottas

Bei Ferrari, McLaren, Mercedes, Williams, Aston Martin, Haas, Audi (vormals Sauber) sowie Alpine ist die gleiche Fahrerpaarung wie schon im Vorjahr mit dabei.

Neue Kombinationen gibt es im Red-Bull-Kosmos sowie freilich bei Neuzugang Cadillac. Max Verstappen bleibt auch im zehnten Jahr in Folge die Nummer eins bei Red Bull, während Isack Hadjar den Sprung von Schwesternteam Racing Bulls zu Red Bull Racing geschafft hat. Dort trifft er auf seinen ehemaligen Teamchef Laurent Mekies.

Yuki Tsunoda, 2025 noch an der Seite von Verstappen, musste seinen Platz in der Formel 1 räumen. Das freie Cockpit neben Liam Lawson bei den Racing Bulls übernimmt der Youngster Arvid Lindblad, der 2025 noch in der Formel 2 unterwegs war.

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Das neue Gesicht in der Formel 1: Arvid Lindblad.
Foto: ©GETTY

Neue alte Gesichter gibt es bei Cadillac, die mit Sergio Perez und Valtteri Bottas bei ihrem Debüt auf zwei echte Routiniers anstelle von jungen Wilden setzen.

Arrivederci Imola, Hola Madrid

Wie schon im Vorjahr umfasst der Rennkalender wieder 24 Saisonläufe, davon sechs inklusive Sprintrennen.

Während der Große Preis der Emilia-Romagna in Imola aus dem Kalender fällt, ist mit dem Stadtrennen in Madrid ein zweiter Grand Prix in Spanien neu im Aufgebot. Bereits zwischen 1968 und 1981 gastierte die Formel 1 insgesamt neunmal in der spanischen Hauptstadt.

Ansonsten hat man bei der Terminplanung der Grand Prix diesmal umweltfreundlicher gedacht und beispielsweise alle europäischen ohne Unterbrechung hintereinander angesetzt, um zusätzliche Transfers über einen Kontinent hinaus zu minimieren.

Während also der erste Block in Ozeanien (Australien) sowie Asien (China, Japan, Bahrain und Saudi-Arabien) stattfindet, geht es nach dem nordamerikanischen Block (Miami und Kanada) von Juni bis September ausschließlich nach Europa (Monaco, Barcelona, Österreich, Großbritannien, Belgien, Ungarn, Niederlande, Italien, Spanien/Madrid).

Beschlossen wird die Saison in Asien (Aserbaidschan und Singapur), Amerika (USA (Austin), Mexiko, Brasilien und Las Vegas) und neuerlich Asien (Katar und Abu Dhabi).

Datum

Grand Prix

8.3.

Australien (Melbourne)

14.3./15.3.

China (Shanghai)

- mit Sprintrennen

29.3.

Japan (Suzuka)

12.4.

Bahrain (Sachir)

19.4.

Saudi-Arabien (Dschidda)

2.5./3.5.

Miami (Miami Gardens)
- mit Sprintrennen

23.5./24.5.

Kanada (Montreal)
- mit Sprintrennen

7.6.

Monaco (Monte Carlo)

14.6.

Barcelona-Katalonien (Montmelo)

28.6.

Österreich (Spielberg)

4.7./5.7.

Großbritannien (Silverstone)
- mit Sprintrennen

19.7.

Belgien (Spa-Francorchamps)

26.7.

Ungarn (Mogyorod)

22.8./23.8.

Niederlande (Zandvoort)
- mit Sprintrennen

6.9.

Italien (Monza)

13.9.

Spanien (Madrid)

26.9.

Aserbaidschan (Baku)

10.10./11.10.

Singapur (Singapur)
- mit Sprintrennen

25.10.

USA (Austin)

1.11.

Mexiko (Mexiko-Stadt)

8.11.

Brasilien (Interlagos)

21.11.

Las Vegas (Las Vegas)

29.11.

Katar (Doha)

6.12.

Abu-Dhabi (Yas-Insel)

Neue Ära: "Umstellung so groß, wie noch nie"

"Die Umstellung ist so groß, wie sie noch nie wahr", sagt Experte und Ex-Pilot Alexander Wurz über die technischen Veränderungen zur Formel-1-Saison 2026.

Tatsächlich ändert sich an den Boliden selbst so einiges. Einer der Kernpunkte der Neuerungen: Die Autos werden kleiner, leichter und wendiger, die Reifen werden schmäler, der Radstand kürzer (3400 statt 3600 mm). Künftig dürfen die Autos nur noch 768 Kilogramm auf die Waage bringen - das sind immerhin gut 30 Kilogramm weniger als bisher.

Die positive Konsequenz dieser Anpassungen: Die Boliden produzieren 15-30 Prozent weniger Abtrieb und 40 Prozent weniger Luftwiderstand, was sie umweltfreundlicher macht.

Energieeffizientere Power Units

Außerdem verändern sich die Antriebseinheiten, die jetzt in Form eines vereinfachten Hybridmotors deutlich nachhaltiger werden. Der bekannte 1,6-Liter-V6-Turbo-Verbrennungsmotor bleibt zwar, dafür entfällt aber die MGU-H (Motor Generator Unit - Heat), die bisher mithilfe von Abwärme Energie aus Abgasen bezogen hat. Aufgrund der Kosten und Komplexität entfällt dieser Bestandteil künftig.

Dafür bezieht die Power Unit deutlich mehr elektrische Leistung. Während die bisherige Verteilung etwa 80 Prozent vom Verbrennungsmotor sowie 20 Prozent aus der Elektrik war, soll das Verhältnis künftig gegen 50/50 gehen. Zudem werden ausschließlich zu 100 Prozent nachhaltige Kraftstoffe verwendet.

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Der neue Honda-Motor, auf den Aston Martin 2026 zurückgreift.
Foto: ©GETTY

Die MGU-K (Motor Generator Unit - Kinetic" wird hingegen stärker eingebunden, um beim Bremsen Energie zurückzugewinnen.

Die Gesamtleistung des Motors wird weiterhin bei mehr als 1.000 PS liegen, der Leistungsanteil der elektronischen Komponente wird sich mit etwa 470 PS aber im Vergleich zu bisher fast verdreifachen.

Abschied vom DRS

Was wir in dieser Saison ebenfalls nicht mehr in der Formel 1 sehen werden ist das DRS (Drag Reduction System), welches vom sogenannten "Override"-Modus bei den Motoren ersetzt wird.

Dieser stellt dem hinterherfahrenden Auto mehr Energie zur Verfügung, die er in weiterer Folge im Laufe der Runde verwenden kann, um seinen Vordermann zu überholen.

Dieses neue System geht mit einer aktiven Aerodynamik einher, die es ermöglicht, die Front- und Heckflügel in zwei unterschiedliche Ausrichtungen zu bringen: X-Modus (Geraden, weniger Abtrieb) und Z-Modus (Kurven, mehr Abtrieb). Sie schalten immer gemeinsam in den jeweiligen Modus, wodurch die Balance des Autos garantiert wird.

Der "Ground-Effect" verschwindet

Ab 2026 sind die Unterböden wieder flach, wodurch der sogenannte "Ground-Effect" verschwinden wird. Die 2022 eingeführten Regularien haben genau auf diesen gesetzt.

Ein grobes Problem dessen ist das "Porpoising". Am Funk haben sich die Fahrer oft über "Bouncing" beschwert - genau dieses Auf- und Ab-Hüpfen des Autos hat die Arbeit sowohl für die Piloten, als auch vor allem für die Ingenieure bedeutend erschwert.

Mit den neuen, wieder flacheren Unterböden wird dieses Phänomen wegfallen, wodurch das Aufprallen der Boliden verhindert wird und die Fahrer ihre Autos wieder besser kontrollieren können. Zudem sind Diffusor und Seitenkästen präziser geregelt, um gleichmäßigen Abtrieb zu garantieren.

Was versprechen wir uns von diesen Neuerungen?

Freilich sind Prognosen schwer bis unmöglich abzugeben, dennoch besteht wohl wenig Zweifel, dass diese Saison eine ganz besondere wird.

Es wird spannend zu sehen sein, wie die elf Teams die neuen, technischen Voraussetzungen umgesetzt haben und wem das vor allem am besten gelungen ist. Greift jemand völlig daneben? Wie schlägt sich Cadillac?

Einen ersten Vorgeschmack darauf werden wir bereits ab dem 26. Jänner bekommen, wenn in Barcelona die ersten Tests für die neue Saison über die Bühne gehen.

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