Türkei hadert nach WM-Fehlstart: "Wurden völlig überrascht"
Trotz der eigentlich ordentlichen Leistung steht der hochgehandelte Geheimfavorit nach dem ersten Spiel mit leeren Händen da.
So hätte sich die Türkei den Auftakt in die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 sicher nicht vorgestellt!
Im ersten WM-Spiel seit 2002, als man das letzte Mal auf der größten Bühne des Weltfußballs teilgenommen hatte, verliert die vielerorts als Geheimfavorit gehandelte Truppe rund um Arda Güler gegen Australien mit 0:2 (>>> zum Spielbericht).
Dabei konnte man sich nicht vorwerfen, zu wenig für die Offensive getan zu haben, insgesamt gaben die Türken 30 Torschüsse ab - Höchstwert in einem WM-Spiel seit 2006, wie das türkische Medium "fanatik.com.tr" berichtet.
Das Problem: Der Ball ging nicht ins Tor, während die Australier eine beherzte Abwehrschlacht lieferten, immer noch rechtzeitig einen Fuß in die Schussbahn bekamen, mit Patrick Beach einen gut aufgelegten Goalie und auch das Aluminium zur Hilfe hatten.
Ball wollte nicht ins Tor
So waren es zwei Konter der Australier, welche den Unterschied ausmachten. Cheftrainer Vincenzo Montella entschuldigte sich nach dem Spiel, beklagte aber auch das fehlende Glück:
"Wir waren kurz davor, ein Tor zu erzielen, aber wir konnten ihre Abwehr nicht durchbrechen! Sie sind sehr groß, gegen solche Gegner ist es nicht einfach."
Trotz der Enttäuschung werde man den Kopf aber nicht in den Sand stecken, schon im Spiel gegen Paraguay am Samstag (5 Uhr) soll es besser werden.
"Wurden völlig überrascht"
"Wir haben auf dem Platz Teamgeist gezeigt und mit Herz gespielt. Wenn wir so weitermachen, werden wir die gewünschten Ergebnisse erzielen. Wir haben alles versucht, aber uns ist das Tor nicht gelungen. Hätten wir getroffen, wäre es ganz anders gelaufen", war Montella überzeugt.
In dieselbe Kerbe schlug Stürmer Kerem Aktürkoglu: "Wir haben eine Chance vergeben und kassieren dann den ersten Gegentreffer. Während wir dachten: 'oje', wurden wir völlig überrascht. Diese Situation hätte nicht passieren dürfen. In Rückstand zu geraten, wenn man gut spielt und den Ball hat, ist demoralisierend."
Türkei neigt zur Übertreibung
Noch sei allerdings nichts entschieden, die Mannschaft habe die Qualität, um trotzdem weiterzukommen. Man solle nun nicht nach Schuldigen suchen.
Und sein Teamkollege Merih Demiral rief zur Besonnenheit auf: "Unser Volk hat Erwartungen an uns, jeder ist sich der Lage bewusst. Es gibt gute und schlechte Tage. In unserem Land können Dinge in guten wie in schlechten Zeiten übertrieben werden."
Eines steht aber fest: Gegen Paraguay wird ganz viel Druck am Kessel sein, ein Ausscheiden nach der Gruppenphase wäre der Super-Gau für die Truppe von Vincenzo Montella und eine faustdicke Überraschung.
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