Schweiz Schweiz SUI
Bosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina BIH
Endstand
4:1
0:0 , 4:1
NEWS

Schweiz nach Bosnien-Sieg: Hero Manzambi und gekränkter Xhaka

Die "Nati" ist angekommen. Während Shootingstar Manzambi einen Traum erlebt, stellt sich Kapitän Xhaka seinen Kritikern.

Die Schweiz atmet auf!

In einem umkämpften zweiten WM-Gruppenspiel besiegten die "Eidgenossen" Bosnien-Herzegowina am Donnerstagabend in Los Angeles mit 4:1. Jokertore und Rot! Schweiz schlägt Bosnien klar! >>>

Lange hatten die Bosnier dem Gruppenfavoriten das Leben schwer gemacht, am Ende machten die Joker und ein Platzverweis den Unterschied zugunsten der "Nati".

Rundum glücklich war im Anschluss der Partie aber nicht jeder Schweizer.

Akanji: Joker wichtig, Kollektiv wichtiger

74 Minuten lang lieferten sich die Schweiz und Bosnien ein umkämpftes Duell, in dem die Schweiz mehr vom Spiel hatte, allerdings erneut die nötige Durchsetzungskraft im Offensivspiel vermissen ließ.

Abwehrstar Manuel Akanji schildert: "Wir mussten die Ruhe bewahren. Vor allem, als wir in die zweite Halbzeit gekommen sind. Wenn du so ein Spiel dominierst und Möglichkeiten hast, aber immer das letzte Stück noch fehlt, wird man schnell zu offensiv. Ich habe allen versucht zu sagen, dass wir den Kopf nicht verlieren dürfen."

Den Unterschied machten am Ende die Joker. Shootingstar Johan Manzambi und Flügelflitzer Ruben Vargas besorgten nach ihrer Einwechslung die ersten drei Tore der Yakin-Truppe.

"Wir sind drangeblieben und nach vorne gegangen. Die Einwechselspieler haben den grossen Unterschied für uns gemacht. Die, die begonnen haben, haben schon viel Druck gemacht und die, die reingekommen sind, brachten frische Kräfte mit (...). An einer WM brauchst du alle", so Akanji.

Manzambis Sternstunde zur Erlösung

"Man of the Match" wurde Philipp Lienharts Freiburg-Kollege Johan Manzambi.

Der 20-Jährige traf nach 74 Spielminuten sehenswert zur Führung und schnürte später einen Doppelpack zum 3:0. "Das ist wie ein Traum. Dass ich eine WM spielen kann, zwei Tore schieße und Player of the Match werde. Heute kann ich sicher nicht schlafen", sagt er.

Nach dem enttäuschenden 1:1-Remis zum Auftakt gegen Katar sei dem Team ein wichtiger Befreiungsschlag gelungen: "Das Spiel gegen Katar war nicht gut, wir wollten es besser machen. Ich weiß, dass die Fans nicht so glücklich waren. Deshalb hoffe ich, dass sie jetzt umso stolzer sind."

Xhaka über Kritik: "Es tut weh"

Weniger ausgelassen gab sich Kapitän und 4:1-Torschütze Granit Xhaka.

Der Mittelfeld-Routinier ging im Anschluss an die WM-Generalprobe gegen Australien (1:1) sowie das Katar-Spiel mit seiner Mannschaft hart ins Gericht - weshalb sich der exzentrische Sunderland-Profi in der Heimat selbst Kritik gefallen lassen musste.

Zum Spiel sagte Xhaka: "Wenn es Lob geben muss, dann gibt es das auch von meiner Seite. Wenn es schlecht ist, kritisiere ich auch. Wir haben eine starke Schweiz gesehen. Wir waren eine Einheit, mit dem Ball, ohne Ball. Wir haben auch mal dreckige Läufe gemacht und wichtige Zweikämpfe gewonnen. Wir haben über 90 Minuten ein sehr gutes Spiel gemacht."

Zur Kritik an seiner Person sagt der 33-Jährige: "Die Leute wissen, wer ich bin. Und ich bin einer, der sich selbst kritisiert, bevor ich jemand anderen kritisiere. Es kommt immer anders rüber, wenn ich etwas sage – aber ich kenne es nicht anders. Die Schweiz kann stolz sein, dass sie einen Spieler mit 148 Spielen hat, für die Farben, für die Nation und mit purem Stolz. (...)"

Der gebürtige Baseler gibt sich verwundbar: "Es ist nicht immer einfach. Ich würde lügen, wenn es da rein und da raus geht. Es tut weh. Es wurde viel geschrieben. Es gab einen großen Artikel vorgestern, der nicht an einem vorbeigeht. Für mich ist aber wichtig, was ich auf dem Platz beeinflussen kann – alles andere kann ich nicht beeinflussen."



Kommentare

JETZT NEU: Diskutiere mit den LAOLA1-Usern bei Live-Events in unserem neuen LAOLA1-Chat!