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Plötzlich weltbekannt: Die Großmutter im Kap-Verde-Tor

Der WM-Held wird zum Social-Media-Star, die Anzahl an Followern "explodiert". Seine Mutter könnte ein Visum bekommen und in die USA einreisen.

Plötzlich weltbekannt: Die Großmutter im Kap-Verde-Tor Foto: © IMAGO / Xinhua

Er hat den allergrößten Anteil an Kap Verdes Fußball-Märchen: Der 40-jährige Tormann Vozinha brachte Spanien beim sensationellen 0:0 in der WM-Gruppenphase am Montag zum Verzweifeln.

Der Schlussmann ließ die Fans nicht nur mit seinen Paraden, sondern auch seinem Namen staunen: Vozinha heißt auf Portugiesisch kleine Großmutter. Prompt wurde er zum gefeierten Social-Media-Star. Und könnte nun auch Unterstützung der Mama bekommen.

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Nach dem Schlusspfiff kamen die Emotionen hoch. Mit wässrigen Augen blickte Vozinha ins Rund der riesigen Arena in Atlanta. Der Routinier hatte allen Angriffen und Schüssen der spanischen Stars getrotzt.

In den letzten Minuten der ersten Hälfte zeigte er gleich mehrere starke Paraden, und danach war er immer Herr seines Strafraums. Zu Recht wurde er als bester Spieler der Partie ausgezeichnet.

Tränen für Oma, Opa und die Mama

"Ich habe wegen meiner Großeltern geweint", sagte der Tormann dann. "Ich bin mit ihnen aufgewachsen und traurigerweise sind sie vor ein paar Jahren gestorben. Sie haben alles für mich getan." Auch die Situation seiner Mutter trieb dem 40 Jahre alten Schlussmann die Tränen in die Augen.

"Sie konnte heute nicht hier sein, weil wir die Kaution für das Visum nicht rechtzeitig zahlen konnten." Das Außenministerium der USA reagierte und will laut CNN-Bericht der Mama ein Visum geben. Kap Verde ist derzeit eines von 50 Ländern, deren Einwohner eine Kaution von 15.000 US-Dollar (13.000 Euro) für ein Visum hinterlegen müssen. Vozinhas Mutter hat aktuell keinen gültigen Reisepass, dieser sei aber zu beschaffen.

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In Kap Verde ist Vozinha, der sein 90. Länderspiel bestritt, eine große Nummer, in Europa reichte es bisher aber nicht für Schlagzeilen. Zuletzt spielte er zwei Saisonen beim portugiesischen Zweitligisten GD Chaves. Der Vertrag mit dem Club läuft Ende dieses Monats aus. Seine Zukunft ist noch offen, sein Marktwert gering: 50.000 Euro schilderte das Online-Portal transfermarkt für ihn aus. In Europa stand er schon in Zypern, Moldawien und der Slowakei unter Vertrag.

So kam es zum Spitznamen

Immer trug er dabei den Namen Vozinha. "Ich spielte in den Straßen meiner Heimatstadt oft mit älteren Kindern Fußball. Weil ich sehr ehrgeizig war, ärgerte ich mich über die Niederlagen und stampfte danach wütend nach Hause", erzählte er gegenüber FIFA.com. "Da ich bei meinen Großeltern wohnte, machten sich die anderen Kinder lustig über mich, indem sie sagten, ich würde mich bei meinen Großeltern beklagen. So kam es zum Spitznamen Vozinha."

In der WM-Qualifikation spielte Vozinha in fünf von acht Partien zu null. Zum torlosen Remis gegen Spanien trug er sieben Paraden bei. Nur einmal musste er das Glück in Anspruch nehmen, als ein Schuss in der 37. Minute von seiner Latte abprallte.

Plötzlich Social-Media-Star

Währenddessen schnellten seine Followerzahlen bei Instagram in die Höhe. Der brasilianische Sender Caze TV hatte seine Zuschauer während der Halbzeitpause aufgefordert, dem Keeper zu folgen.

Das eigentliche Ziel, die 100.000 Follower, war schon nach einer Minute erreicht. 90 Minuten nach Schlusspfiff folgten dem 40-Jährigen 1,8 Millionen Menschen, am Dienstagabend gut 24 Stunden nach dem Spiel waren es bereits 9,3 Mio. Follower.

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