Gekämpft, trotzdem nicht genug: Jesse Marsch hadert mit Spielpech
Die Kanadier scheiden trotz einer aufopferungsvollen Performance aus dem Turnier aus. Für Trainer Jesse Marsch hat man sich dennoch teuer verkauft.
Für Jesse Marsch und seine Kanadier endet eine gute Heim-WM, die Co-Gastgeber scheiden im Achtelfinale gegen Marokko aus (Zum Spielbericht>>>).
Dennoch kann die eigentliche Eishockey-Nation mit dem Turnier zufrieden sein, erstmals schaffte man den Einzug in die K.o.-Runde.
Dort gewann man das Sechzehntelfinale gegen Südafrika durch ein Last-Minute-Tor, und war auch beim 0:3 gegen die Marokkaner keineswegs chancenlos.
"Waren das bessere Team"
Im Gegenteil, vor der Pause waren die Kanadier eigentlich das klar bessere Team, für Coach Jesse Marsch sogar über die gesamte Spielzeit, wie er im Interview danach zu Protokoll gab:
"Wir waren bis auf ein paar Aktionen das bessere Team! An der Intensität hat es nicht gelegen".
Marokko habe natürlich viel Qualität im letzten Drittel, "und uns hat ein bisschen gefehlt, gute Aktionen zu haben. Aber der Matchplan, die Idee, wie wir Fußball spielen wollen, unsere Jungs, die so sehr an sich glauben, gegen ein Team zu spielen, das so lange nicht verloren hat", zeigte er sich über die Leistung dennoch stolz.
Der ehemalige Salzburg-Trainer litt an der Seitenlinie in gewohnt emotionaler Manier mit, war auch beim Interview emotional aufgeladen: "Wir waren das bessere Team in der ersten und in der zweiten Hälfte, sie hatten genau eine Aktion zum 1:0, das war's."
Fazit der Kanadier kann trotzdem positiv ausfallen
Am Ende hätte Kanada sicherlich auch die Möglichkeiten gehabt, das Spiel auf seine Seite zu ziehen, in den entscheidenden Momenten setzte sich dann aber doch die Klasse der Marokkaner durch.
Trotzdem kann der kanadische Fußball besonders mit Blick auf die letzte Weltmeisterschaft in Katar vor vier Jahren, wo man nach drei Niederlagen noch in der Gruppenphase sang- und klanglos ausschied, mit der Entwicklung sicherlich zufrieden sein, und zuversichtlich in die Zukunft blicken.
Für Marokko dagegen geht die Reise weiter, die "Löwen vom Atlas" dürfen davon träumen, ein ähnliches WM-Märchen wie vor vier Jahren zu schreiben, wo man bis ins Semifinale durchdringen konnte.