Vier Tore im ersten Spiel, kein einziges im zweiten.
Die Null hält England zwar gegen Ghana, zufrieden wird Thomas Tuchel damit aber wohl nicht sein.
Kein Durchkommen: England beißt sich an Ghana die Zähne aus
Mit den tiefstehenden "Black Stars" hat der Turnier-Mitfavorit große Probleme. Erst in der Schlussphase gibt es die wohl größte Chance, als zuerst Nico O'Reilly an die Latte köpfte und dann Harry Kane den Abpraller aus guter Position drüberschoss.
Was es in dieser Partie bis zur Pause überhaupt nicht gibt, ist ein Schuss aufs Tor. Weder Jordan Pickford noch Benjamin Asare müssen bis dahin eingreifen. Erst in der 57. Minute wird Asare erstmals geprüft, Pickford hält 22 Minuten später seinen ersten Schuss.
"Darf deswegen nicht den Kopf verlieren"
Dass sich England mit einem 0:0 begnügen muss, liegt laut Trainer Tuchel allen voran am Gegner. "Ich habe selten eine solch physische Leistung von einer Mannschaft gesehen. Sie haben mit zehn Spielern in einem sehr tiefen Block verteidigt, was es uns schwer gemacht hat", sagt er gegenüber "BBC".
Am Ende habe Ghana das 0:0 "wie einen Sieg" gefeiert, meint der Deutsche. "Man konnte also die unterschiedlichen Herangehensweisen erkennen, was durchaus fair ist, und das muss man ihnen zugutehalten. Man darf deswegen nicht den Kopf verlieren."
Das englische Nationalteam sollte übrigens am besten wissen, wie man mit einem 0:0 umgeht. Laut dem Datenanbieter "Opta" hat nämlich keine andere Mannschaft häufiger bei einer WM 0:0 gespielt als die Three Lions (13).
Ein fast unsichtbarer Harry Kane
Ein Mitgrund für das torlose Remis dürfte wohl die Tatsache sein, dass England Topstürmer Kane nicht wirklich einbinden konnte. Und das trotz eines Ballbesitz-Anteils von 78,8 Prozent - der höchste Anteil, den ein Team je bei einer WM hatte, ohne ein Tor zu schießen (seit Beginn der Datenerhebung 1966).
19 Ballkontakte, sieben angekommene Pässe und nur ein Torschuss sind überschaubare Zahlen - vor allem für den Bayern-Star.
Kane erklärt selbst, woran das lag: "Ich wurde von Partey manngedeckt, also hatte ich keinen Platz, um mich tief fallen zu lassen. Die Bälle ins Zentrum waren hart, weil sie so kompakt gestanden sind. Man erlebt Spiele wie diese."