NEWS

England wartet weiter auf den Titel: "No Regrets" bei Tuchel

Was ist nach dem 0:1 passiert? Warum spielte England wieder mit Fünferkette? Und was kann sich Thomas Tuchel vorwerfen? Die Antworten.

Auch nach 60 Jahren wird es nichts, England muss weiter warten.

1966 gewannen die "Three Lions" ihren einzigen und bislang letzten Titel. Nach dem verlorenen EM-Finale 2024 sollte es nun ausgerechnet der Deutsche Thomas Tuchel richten – ohne Erfolg.

Denn im Halbfinale der WM 2026 ist Schluss. Die Engländer unterlagen Argentinien mit 1:2, obwohl man nach Anthony Gordons Tor (55.) sogar bis zur 84. Minute führte.

Kane: "Es ist niederschmetternd"

Darum sitzt die Enttäuschung bei Kapitän Harry Kane natürlich tief: "Wir haben so hart gearbeitet, um hier zu sein. Die Jungs haben alles gegeben – jeden letzten Meter, jeden Tropfen Blut, Schweiß und Tränen. Dass wir heute am Ende doch so knapp gescheitert sind, ist einfach nur niederschmetternd."

Wie man das Spiel durch die späten Tore von Enzo Fernandez (85.) und Lautaro Martinez (90.+2) noch verlieren konnte, kann sich der Bayern-Star nicht ganz erklären: "Argentinien hat Druck gemacht. Wir hatten in der zweiten Hälfte noch ein ganz gutes Pressing, haben Bälle erobert."

test
England-Stürmer Harry Kane traf bei der WM sechs Mal.
Foto: ©IMAGO / Xinhua

Was fehlte, war die Entlastung und jegliche Offensivaktionen.

"Wir waren nicht dazu in der Lage, das Spiel zu entscheiden." Gegenüber der "BBC" erklärt Kane: "Nachdem wir in Führung gegangen sind, haben wir nur noch versucht, das Ergebnis zu halten, was auf diesem Niveau nicht ausreicht."

Zwölf Prozent Ballbesitz nach der Führung

Was Kane als "ganz gutes Pressing" beschrieb, war nach dem 1:0 durch Gordon aber vor allem eines: passiv. Zwölf Prozent Ballbesitz hatten die Engländer in 37 Minuten zwischen dem eigenen Führungstreffer bis zum 1:2 durch Martinez.

In den ersten 17 Minuten nach dem Gordon-Tor spielte England noch mit der gleichen Grundformation wie davor. Doch in der 72. Minute kam Innenverteidiger Ezri Konsa für den am linken Flügel beheimateten Torschützen – und Tuchel stellte auf Fünferkette um.

Wir haben nichts geändert, aber das Spiel hat sich komplett verändert.

Thomas Tuchel über die Phase nach der 1:0-Führung

Warum eigentlich? "Weil die Lücken zu offen waren (...) Wir sind in unserem 4-4-2 gestanden und wurden immer passiver. Wir konnten keine Bälle gewinnen, den Ball nicht mehr halten und haben zu viele Flanken zugelassen", erklärt Tuchel.

Denn bis zur 72. Minute war das System eigentlich dasselbe. "Wir haben nach dem Tor nichts geändert, aber das Spiel hat sich komplett verändert. Das kann man mit einer Million Trainern diskutieren. Ich muss auf dem Platz eine Entscheidung treffen, so habe ich das Spiel analysiert und mich auf eine bestimmte Weise verhalten."

Tuchels Änderungen brachten aber nicht das erwartete Ergebnis – im Gegenteil. Sein Team wurde noch passiver, ließ noch mehr Flanken zu und verlor die Kontrolle komplett.

Dennoch betont der Deutsche, dass er im Moment "no regrets" (dt. keine Reue) habe. "Das Team hat alles gegeben und wir waren sehr, sehr nah dran." Vielleicht, so Tuchel, wäre es sogar das beste England-Match dieser WM gewesen – "unter diesen Umständen".

Am Ende würde allerdings er die Verantwortung tragen.

Die Highlights im Video:

Kommentare

JETZT NEU: Diskutiere mit den LAOLA1-Usern bei Live-Events in unserem neuen LAOLA1-Chat!