Agnelli: So gibt es gar keine Super League!

Agnelli: So gibt es gar keine Super League! Foto: © getty
 

Am Tag nach dem "Brexit" der englischen Klubs aus der Super League schwindet auch die Hoffnung bei den verbleibenden Verfechtern.

Juventus-Präsident Andrea Agnelli, einer der Hauptverantwortlichen für das Projekt, gibt sich schon kleinlaut: "Um ehrlich zu sein: Nein, das ist offensichtlich nicht der Fall", antwortet er auf die Frage, ob die Super League in dieser Form noch stattfinden könnte.

"Ich bleibe von der Schönheit des Projekts und dem Wert, den es für die 'Pyramide' des Fußballs hätte, überzeugt. Davon, den besten Wettbewerb der Welt zu schaffen. Aber offensichtlich: Nein. Ich glaube nicht, dass das Projekt noch steht und läuft."

"Zahlreiche Klubs" wollten die Aufnahme, so Agnelli

Agnelli betont, dass er überzeugt sei, dass der europäische Fußball eine Veränderung brauche. Er bedauere die Art und Weise des Versuches nicht, betont der Fiat-Manager gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Laut Agnelli seien vor dem Rückzug der englischen Vertreter zahlreiche andere Klubs an ihn herangetreten, um Aufnahme in den elitären Kreis zu finden. Neben den zwölf genannten Gründern wären noch drei weitere ständige Mitglieder vorgesehen gewesen. Fünf Plätze in der 20er-Liga hätten jährlich auf Basis der sportlichen Leistungen vergeben werden sollen.

"Ich werde nicht sagen, wie viele Klubs mich alleine in den vergangenen 24 Stunden kontaktiert haben", sagt Agnelli. "Vielleicht lügen sie, aber viele haben mich kontaktiert und gefragt, was sie machen können, um aufgenommen zu werden." Top-Klubs aus Deutschland und Frankreich, darunter der entthronte Champions-League-Sieger Bayern München oder Paris Saint-Germain, hatten sich am Dienstag öffentlich klar gegen die Super League deklariert.

Britische Regierung schuld?

Agnelli macht auch den Druck, den die britische Regierung angeführt von Premier Boris Johnson auf die englischen Klubs ausgeübt hat, für deren Rückzieher verantwortlich.

Die sechs Teams hätten in deren Augen wohl auch die englische Premier League gefährdet, spekuliert der 45-Jährige. "Die Politik hätte das als einen Angriff auf den Brexit und auf ihr politisches Schema gesehen."

Auch Agnelli argumentierte die am Ende erfolglose Vorgehensweise mit der Natur des Fußball-Geschäftes. Mit der UEFA, deren Exekutivkomitee er bis vor wenigen Tagen angehört hatte, gab es keine Zusammenarbeit. Wenn man die Zustimmung anderer benötige, sei so ein Projekt nicht möglich umzusetzen, meint Agnelli.

"Ich denke nicht, dass unsere Branche grundsätzlich eine besonders ehrliche, vertrauenswürdige oder zuverlässige ist."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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