Ein spezielles Hydration-Break für den Torhüter
Zwischen den Pfosten des ÖFB-Nationalteams stand 1954 Kurt Schmied. Wegen der hohen Temperaturen erlitt der Tormann des First Vienna FC in der ersten Halbzeit einen Sonnenstich und verlor dadurch die Orientierung. Nach den damaligen Regeln durfte er jedoch nicht ausgewechselt werden und musste weiterhin am Feld stehen.
Dadurch gelang es der Schweiz in den Minuten 16, 17 und 19, durch Josef Hügi und Robert Ballamann schnell mit 3:0 in Führung zu gehen. Der Masseur des österreichischen Nationalteams, Josef Ulrich, stellte sich daraufhin hinter das Tor von Schmied und versuchte ihn durch Zurufe zu dirigieren, wo er hinzuspringen habe.
Um dem Torhüter weiter zu helfen, versuchte Ulrich zudem, ihn mit nassen Schwämmen zu kühlen.
Kurz darauf konnte Österreich in der 25., 26. und 27. Minute ausgleichen, ehe Kapitän Ernst Ocwirk (32.) und Alfred Körner (34.) das ÖFB-Team 5:3 in Führung schossen. In die Pause ging es schließlich mit einem 5:4.
Bis heute ein Rekordspiel
Obwohl Österreich quasi ohne Torhüter spielte, konnte die Führung verteidigt werden. Auch bei den Schweizern brach mit Roger Bocquet in der zweiten Halbzeit ein Spieler zusammen. Nach drei weiteren Toren lautete der Endstand 7:5 für Österreich. Torhüter Schmied konnte sich nach dem Spiel an nichts mehr erinnern.
Auch 72 Jahre später ist dieses Spiel mit zwölf Toren das torreichste WM-Spiel der Geschichte. Allein die erste Halbzeit stellte mit neun Toren einen Rekord auf. Diese fielen noch dazu innerhalb von nur 25 Minuten.
Im Halbfinale schied die favorisierte, aber erschöpfte und entkräftete österreichische Mannschaft gegen die BR Deutschland aus, die sich wenige Tage später erstmals gegen Ungarn zum Weltmeister krönen sollte - heute bekannt als das "Wunder von Bern".
Österreich konnte im Spiel um Platz drei Uruguay 3:1 schlagen und damit die bis heute beste WM-Platzierung der Geschichte einfahren.