Ex-ÖFB-Goalie gesteht: "Hatte sicher eine Art Burnout"
Bei seinem damaligen Klub gab es wenig Verständnis für seine Situation. Das kritisiert Robert Almer heute scharf.
33 Mal stand Robert Almer im Tor des österreichischen A-Nationalteams. Der Schlussmann verbrachte seine Karriere in Österreich und Deutschland.
Jetzt spricht der 42-Jährige im "Mindgames"-Podcast über einen der bittersten Momente seiner Karriere. 2012 erreichte Fortuna Düsseldorf die Relegation gegen Hertha BSC, damals ist Almer die Nummer eins.
Mental in einem Loch
Kurz davor verletzt sich der ÖFB-Goalie aber. "Du bist kurz davor, dir einen Traum zu verwirklichen und die Relegationsspiele für den Aufstieg in eine Top-4-Liga zu bestreiten. Dann habe ich mir eine Muskelverletzung zugezogen und bin mental in ein richtiges Loch gefallen", gesteht er.
Sein Team feierte den Aufstieg, Almer ging es alles andere als gut. "Ich war in psychiatrischer Behandlung und habe Medikamente genommen, weil ich nicht mehr schlafen konnte und mit der Situation überhaupt nicht zurechtkam. Ich will nicht sagen, dass ich depressiv war, aber ich hatte sicher eine Art Burnout", gesteht Almer.
Auch privat war es für Almer eine stressige Zeit. "Meine Frau war hochschwanger, das kam auch noch dazu", berichtet der 42-Jährige.
Kein Verständnis in Düsseldorf
Der Schlussmann wollte damit offen umgehen, stieß in Düsseldorf aber auf Ablehnung. "Ich habe mit dem Verein Kontakt aufgenommen und das Erste, was der damalige Trainer zu mir sagte, war: 'Geht das jetzt oder brauchen wir einen neuen Torwart?' Da habe ich mir wirklich gedacht: Du Trottel, warum redest du mit ihnen über dieses Thema?", so Almer.
Nach dem Aufstieg war der Österreicher nur mehr Ersatz, kam nur ein Mal zehn Minuten zum Zug. Das hatte wohl auch mit der psychischen Erkrankung zu tun. Almer sprach mit Trainer Norbert Meier.
"Am Ende der Vorbereitung sagte er zu mir: 'Wenn du in der Relegation gespielt hättest, wärst du meine Nummer 1.' Da wurde mir klar, warum ich nicht mehr spiele. Ich glaube, dass diese psychische Thematik im Profi-Fußball niemanden interessiert", berichtet der Ex-Austria-Tormann.
2013 wechselte der Österreicher schließlich zu Energie Cottbus.