Das LAOLA1-Ranking der österreichischen Trainer

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2016 war ein außergewöhnlich positives Jahr für den Ruf österreichischer Trainer, zumindest wenn man über die Grenze in die deutsche Bundesliga blickt.

2016 war kein so positives Jahr, wenn man die heimische Szene in Betracht zieht.

Gleich fünf von zehn Bundesligisten setzen auf ausländische Trainer, in der Ersten Liga sind es immerhin vier von zehn.

Dass Ralph Hasenhüttl und Peter Stöger an der Spitze der rot-weiß-roten Trainer-Hackordnung stehen, versteht sich von selbst. Doch wie sieht diese viel zitierte Hackordnung eigentlich aus?

LAOLA1 wagt den Versuch eines Rankings der Top 25 der österreichischen Coaches.

Einige "Spielregeln": Um den Kreis der Kandidaten ein wenig einzuschränken, wurden Coaches, die derzeit eine Anstellung als Co-Trainer beziehungsweise im Vereins-Nachwuchs- oder Amateurbereich haben, nicht in Betracht gezogen. Sorry Toni Polster!

Desweiteren sei darauf hingewiesen, dass dies nicht vordergründig ein Qualitäts-Ranking ist, sondern den Status quo der österreichischen Cheftrainer-Hackordnung widerspiegeln soll.

Unsere Einschätzung der fachlichen Kompetenz fließt natürlich in die Wertung ein, genauso allerdings beispielsweise der Stellenwert der Liga und des betreuten Vereins, die bisherige Trainer-Vita beziehungsweise ob der betreffende Coach derzeit überhaupt einen Job hat.

Kurzum: Das aktuelle "Gesamtpaket" gibt den Ausschlag. Welchen Stellenwert hat der jeweilige Coach derzeit?

25. MANFRED ZSAK

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ÖFB-U19, 52 Jahre

Das frühere Austria-Urgestein verbringt mehr oder weniger sein komplettes Trainer-Leben in der geschützten ÖFB-Werkstätte - zumeist im Nachwuchsbereich. Von 2009 bis 2011 arbeitete er im A-Team als Co-Trainer des damaligen Teamchefs Didi Constantini, bekanntlich kein allzu glorreiches Kapitel der ÖFB-Geschichte. Davor war Zsak von 2006 an drei Jahre lang U21-Teamchef, seit dem Abschied vom A-Team trainiert er diverse Junioren-Auswahlen. Eine Turnier-Qualifikation kann er in seinem Lebenslauf bereits aufweisen. 2015 schaffte er es mit der U17 zur Europameisterschaft.

24. KLAUS SCHMIDT

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Blau-Weiß Linz, 49 Jahre

Nach vielen Jahren als Co-Trainer bekam der Steirer 2012/13 beim Kapfenberger SV seine erste echte Chance als Cheftrainer. Nach einem Zwischenstopp bei Austria Salzburg rettete Schmidt 2014/15 den FC Wacker Innsbruck vor dem Abstieg, konnte in der Folgesaison jedoch nicht die erhofften Fortschritte erzielen, sprich um den Aufstieg in die höchste Spielklasse mitspielen. Anfang Oktober heuerte er in Linz an. Dem Sieg beim Einstand gegen Horn folgten acht sieglose Partien - kurios: sechs davon endeten mit einem Unentschieden.

23. IVICA VASTIC

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Vereinslos, 47 Jahre

Lange, vielleicht zu lange, bewies Mattersburg-Obmann Martin Pucher Geduld und ließ Vastic trotz ausbleibender Ergebnisse weiterarbeiten. Der Erfolg wollte sich jedoch nicht mehr einstellen - sinnbildlich für weite Strecken seiner bisherigen Trainer-Karriere. Bei der Austria ist er sang- und klanglos gescheitert und auch in Mattersburg wusste er sich nur mit Mühe über Wasser zu halten. Das Kalenderjahr 2016 verlief für die Burgenländer wie ein Albtraum. Den Bundesliga-Aufstieg mit dem SVM darf man dem 47-Jährigen natürlich nicht nehmen, aber verglichen mit seinem Einfallsreichtum als Spieler agiert der frühere ÖFB-Teamkicker als Coach reichlich bieder und wenig innovativ.

22. THOMAS SILBERBERGER

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WSG Wattens, 43 Jahre

Über den Horizont des Tiroler Fußballs ist Silberberger als Trainer bislang nicht hinausgekommen und auch seine Spieler-Karriere führte ihn bis auf zwei jeweils einjährige Ausnahmen (GAK, Austria Salzburg) nicht über das "Heilige Land" hinaus. Seine Verdienste um die WSG Wattens sind jedoch unbestritten. In der Vorsaison führte er die Werkssportgemeinschaft in die Erste Liga, in welcher man sich im Herbst solide etablieren konnte. Bereits seit Sommer 2013 betreut der 43-Jährige Wattens, zuvor coachte er jahrelang den FC Kufstein.

21. PETER SCHÖTTEL

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Vereinslos, 49 Jahre

In den vergangenen Monaten ist es ruhig geworden um Peter Schöttel, seit er den SV Grödig nicht vor dem Abstieg retten konnte und der Salzburger Verein daraufhin freiwillig den Gang in den Amateurbereich angetreten hat. Nach seiner aktiven Karriere machte sich Schöttel zuerst als Funktionär einen Namen und arbeitete als Sportdirektor bei Rapid - unter seiner Führung wurden die Wiener 2005 Meister. Der Reiz einer Trainer-Karriere überwog jedoch. Über den Sportklub und den SC Wiener Neustadt, den er 2010 ins Cup-Finale führte, arbeitet er sich zu seinem Lebensklub Rapid hoch, den er ab Sommer 2011 knapp zwei Jahre lang coachte. Seit dem Aus in Grödig wartet der Wiener auf ein neues Engagement.

20. DIDI KÜHBAUER

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Vereinslos, 45 Jahre

Seit über einem Jahr ist der wortgewaltige Exzentriker arbeitslos. Sowohl bei der Admira als auch beim Wolfsberger AC erlebte der 45-Jährige zahlreiche Höhen wie auch Tiefen. Das Muster war beide Male dasselbe. Kühbauer kam, sah, hatte Erfolg, konnte selbigen jedoch nicht konservieren. Mit der Admira stieg er in die Bundesliga auf und führte die Südstädter sogar in den Europacup, bevor es talwärts ging. Ähnlich beim WAC: Die Kärntner übernahm er in Abstiegsgefahr und führte sie in den Europacup, ehe es bergab ging. Bei seiner nächsten Station wäre etwas mehr Nachhaltigkeit also definitiv wünschenswert. Für einen Verein auf der Suche nach dem Trainer-Effekt ist er womöglich nicht der falsche. Bei den diversen Neubesetzungen der vergangenen Wochen ging "Don Didi" jedoch leer aus, selbst bei seinem langjährigen Arbeitgeber SV Mattersburg.

19. RENE PAURITSCH

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Liechtenstein, 52 Jahre

Österreich ist nicht mit einer Vielzahl an Trainer-Legionären gesegnet, einer davon ist jedoch immerhin Nationaltrainer. Der Steirer Rene Pauritsch ist inzwischen bereits seit vier Jahren und 33 Länderspielen als Teamchef von Liechtenstein im Amt. Eine Position bei einem Fußball-Zwerg, in der es naturgemäß nicht viel zu gewinnen gibt, aber immerhin zwei Siege konnte der 52-Jährige bereits einfahren - gegen San Marino und in Moldawien. In der EM-Quali zog Pauritsch mit den Kickern aus dem Fürstentum gegen Österreich zwei mal den Kürzeren (0:5 und 0:3). Der Ex-Profi arbeitet bereits seit Sommer 2008 für den Liechtensteiner Verband und empfahl sich durch seine langjährige Tätigkeit als U21-Teamchef für den Job als Betreuer des A-Teams.

18. HERMANN STADLER

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ÖFB-U17, 55 Jahre

Der frühere Salzburg-Kicker stellt sein Trainer-Dasein ganz in den Dienst der Nachwuchsförderung. Bereits seit 2006 betreut er diverse Junioren-Auswahlen und schaffte in diesem Zeitraum auch die eine oder andere EM-Qualifikation. 2013 nahm er mit der U17 darüberhinaus an der WM teil. Durch seine Hände liefen schon diverse Talente, weswegen man seine Arbeit definitiv wertschätzen sollte.

17. ANDREAS HERAF

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ÖFB-U18, 49 Jahre

Vor gut zehn Jahren sah er sein Engagement beim FC Pasching als Sprungbrett für eine Trainer-Karriere im Ausland, warf jedoch nach nur drei Runden das Handtuch bei den Oberösterreichern. Eine weitere Chance als Bundesliga-Trainer ergab sich nicht, auch weil er inzwischen bereits seit 2008 im Sold des ÖFB steht und diverse Nachwuchs-Auswahlen betreute. Dabei erwies er sich als durchaus erfolgreich, schließlich führte er gleich zwei Jahrgänge zu einer U20-WM - 2011 in Kolumbien und 2015 in Neuseeland. Mit letzterem Jahrgang erreichte er bei der U19-EM 2014 immerhin das Halbfinale.

16. LASSAAD CHABBI

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Austria Lustenau, 55 Jahre

Der gebürtige Tunesier ist seit über eineinhalb Jahren Trainer der Lustenauer Austria und hat die Vorarlberger als Aspiranten auf den Aufstieg in der Bundesliga etabliert. Ob der Verein, der einer der größten Gegner der beschlossenen Zwölferliga ist, diese Gelegenheit im Fall der Fälle wahrnehmen kann, steht auf einem anderen Blatt Papier. Erfahrung sammelte Chabbi, dessen Sohn Seifedin (ein früherer ÖFB-Nachwuchs-Teamspieler) in der Schweizer Super League bei St. Gallen kickt, über viele Jahre als Betreuer an der Akademie Vorarlberg. Derzeit bastelt er im vergleichsweise bereits stolzen Alter von 55 Jahren an der UEFA-Pro-Lizenz (Alle Kurs-Teilnehmer).

15. PETER PACULT

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HNK Cibalia Vinkovci, 57 Jahre

Peter Pacult ist wieder im Geschäft! Anfang Jänner übernahm der Wiener den kroatischen Tabellenletzten Cibalia Vinkovci, den er zum Klassenerhalt führen soll. Damit feiert eine der schillerndsten österreichischen Trainer-Figuren der letzten zwei Jahrzehnte ihre Rückkehr auf die Profi-Bühne. Seine erfolgreichste Zeit erlebte der gestrenge Fußball-Lehrer während seiner knapp fünf Jahre bei Rapid. Den Rekordmeister führte er 2008 zum bis dato letzten Meistertitel der Vereinsgeschichte. Seine ersten Sporen verdiente er sich einst bei 1860 München, weshalb ihm in Deutschland ein guter Ruf vorauseilt, der ihm zu Engagements bei Dynamo Dresden und RB Leipzig verhalf. Seit seinem Abschied aus Dresden im Sommer 2013 ist die Auftragslage eher dürftig. Vor dem aktuellen Kroatien-Abenteuer betreute er den FAC beziehungsweise im Oktober 2015 für ein Spiel lang den slowenischen Erstligisten NK Zavrc.

14. ZORAN BARISIC

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Vereinslos, 46 Jahre

Barisic ist momentan unfreiwillig auf Fußball-Entzug, leistete davor bei Rapid jedoch drei Jahre lang eine gute Arbeit. Er führte die Hütteldorfer nicht nur an die Schwelle zur Titelreife und zu internationalen Achtungserfolgen, sondern entwickelte sie spielerisch sichtbar weiter und brachte auch diverse Spieler spürbar weiter, was zu nennenswerten Transfererlösen führte. Die Krönung in Form eines Titels blieb ihm verwehrt. Die Schwierigkeiten seines gescheiterten Nachfolgers Mike Büskens und von dessen Erben Damir Canadi, die im Gegensatz zu den letzten beiden Barisic-Jahren auf den Vorteil einer echten Heimstätte bauen können, unterstreichen die Performance des 46-Jährigen. Rapid war bislang die einzige Bewährungsprobe des Wieners als Profi-Trainer. Man darf gespannt sein, was seine nächste Station ist und wie er sich abseits des lange Jahre gewohnten Umfelds schlägt.


LAOLA1-Dreierkette diskutiert die heimische Trainer-Situation:


13. JOCHEN FALLMANN

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SKN St. Pölten, 37 Jahre

Länger als es dem 37-Jährigen lieb war, ließen ihn die Verantwortlichen in der niederösterreichischen Landeshauptstadt zappeln, ehe er vom Interims-Coach zum fixen Cheftrainer befördert wurde. Noch ist Fallmann eher ein unbeschriebenes Blatt im Trainergeschäft, bisher arbeitete er ausschließlich im Nachwuchs des SKN, doch seine ersten sieben Partien als Bundesliga-Trainer geben Anlass zur Hoffnung. Drei davon konnte er gewinnen (darunter gegen Sturm und die Austria), zwei endeten mit einem Remis, zwei gingen verloren - eine mehr als akzeptable Bilanz für einen Abstiegskandidaten. Als Teilnehmer am aktuellen UEFA-Pro-Lizenz-Kurs des ÖFB war es auch von den Statuten her in Ordnung, dass die "Wölfe" ihren langjährigen Kicker als endgültige Lösung auserkoren haben. Man darf gespannt sein, wie und ob er diese Chance nutzt. Einer der begehrten Jobs in der Bundesliga lässt ihn jedenfalls auch als "No-Name" relativ weit vorne aufscheinen.

12. KARL DAXBACHER

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FC Wacker Innsbruck, 63 Jahre

Die Erfahrung lässt den alten vor dem neuen SKN-Coach aufscheinen. Lange blieb "Sir Karl" nicht arbeitslos und mit dem FC Wacker hat er trotz Zweitliga-Gegenwart einen der klingenderen Namen im österreichischen Fußball übernommen. In Innsbruck soll der Routinier der heimischen Trainer-Gilde mittelfristig seinem Ruf als Aufstiegs-Experte gerecht werden. Seine Verdienste in den vergangenen Jahren sind jedenfalls anzuerkennen. Auf höherklassiger Ebene kam seine Trainer-Karriere eher spät in Fahrt, dies jedoch spürbar. Mit dem LASK schaffte er 2007 den Aufstieg in die Bundesliga und münzte dies einen Sommer später in einen Vertrag bei seinem Lebensverein Austria Wien um. Auf dem "Trainer-Friedhof" am Verteilerkreis hielt er sich immerhin dreieinhalb Jahre, konnte jedoch trotz namhaft besetzter Mannschaft "nur" einen Cupsieg verbuchen. Danach heuerte er beim LASK und in St. Pölten wieder zwei bzw. eine Ebene(n) tiefer an, führte die Niederösterreicher in der vergangenen Saison jedoch mit Punkterekord in die Bundesliga. Es gibt fraglos modernere Trainer, man kann Daxbacher jedoch nicht absprechen, dass er nicht ein gewisses Mindestmaß an Erfolg einfährt und für Konstanz steht.

11. GERALD BAUMGARTNER

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SV Mattersburg, 52 Jahre

Wie Martin Scherb in Altach (siehe unten) schafft auch Baumgartner quasi aus der Versenkung heraus den relativ hochplatzierten Wiedereinstieg in die österreichischen Trainer-Charts - allerdings nicht beim Tabellenführer, sondern beim Schlusslicht. Auf den 52-Jährigen wartet im Frühjahr die schwierige Mission, mit Mattersburg doch noch den Klassenerhalt zu schaffen. Gelingt dies, verlängert sich sein Vertrag automatisch um drei Jahre und er sollte als Teil der für gewöhnlich für Konstanz stehenden Burgenländer für längere Zeit wieder im Bundesliga-Geschäft mitmischen. Vor nicht allzu langer Zeit war Baumgartner eine der heißeren Trainer-Aktien in Österreich, ehe 2014/15 der Karriere-Knick bei der Austria folgte. Daraus habe er die richtigen Lehren gezogen. Eine neue Chance hat der gebürtige Salzburger definitiv verdient, nachdem er Regionalligist FC Pasching 2013 zum Cup-Sieg und den SKN St. Pölten als Zweitligist ins Cup-Finale geführt hat. Seine letzte Station vor dem SVM-Engagement war im Frühjahr 2016 Austria Salzburg.

10. OLIVER GLASNER

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LASK, 42 Jahre

Eine Ried-Ikone als Hoffnungsträger des LASK. Der frühere Abwehrspieler lernte als Co-Trainer unter dem Angriffspressing-Meister Roger Schmidt in Salzburg, schlug jedoch eine gemeinsame Übersiedlung zu Bayer Leverkusen aus, um seine Erkenntnisse in Ried als Frontman zu lehren. Nach holprigem Start vermochte er sich im Innviertel zu etablieren, zog jedoch nach einem Jahr selbst die Reißleine, um die Herausforderung in Linz anzunehmen. In der ersten Saison in der Landeshauptstadt scheiterte das Projekt Aufstieg. Dieser sollte eher früher als später gelingen, um sich längerfristig in diesem bekannt unruhigen Umfeld halten zu können. Als zurzeit erfolgreicher Coach von einem der größten Traditionsvereine des Landes findet man sich jedoch auch als Zweitliga-Trainer in dieser Hackordnung in respektablen Regionen wieder. Für den noch eher jungen Coach kann es in Zukunft auch noch die eine oder andere Sprosse weiter nach oben gehen.

9. WERNER GREGORITSCH

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ÖFB-U21, 58 Jahre

Abseits der Posten in der Bundesliga ist jener als U21-Teamchef natürlich ein begehrter. Seit über eineinhalb Jahrzehnten ist der kernige und bisweilen wenig diplomatische Steirer im Profi-Trainer-Geschäft tätig. Der ausgebildete Pädagoge erarbeitete sich in dieser Zeit den Ruf des Nachwuchs-Förderers. Nach Stationen beim GAK (Cupsieg 2000), Mattersburg (Aufstieg 2003) und dem LASK avancierte er zur Legende des Kapfenberger SV. Die Steirer führte er 2007 in die Bundesliga und konnte sie jahrelang in selbiger halten. Seit Anfang 2012 ist er Österreichs ranghöchster Nachwuchs-Teamchef und schrammte gegen den haushohen Favoriten Spanien nur haarscharf an der erstmaligen EM-Qualifikation vorbei. Seine Vertragsverlängerung war offenbar keine ausgemachte Sache, schließlich begleitet den stets polarisierenden Übungsleiter treu hartnäckige Kritik an seinem Führungsstil. Dass seine Schützlinge immer wieder für Negativschlagzeilen gut sind, ist keine bahnbrechende Neuigkeit. Letztlich einigte man sich dennoch auf eine weitere Zusammenarbeit.

8. OLIVER LEDERER

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Vereinslos, 39 Jahre

Es war der Paukenschlag des noch jungen Bundesliga-Jahres, als die Admira Lederer vor die Türe setzte - eine Entscheidung, die nicht nur beim 39-Jährigen selbst auf Unverständnis stieß. Diese Entlassung ändert jedoch nichts daran, dass Lederer eines der größten Trainer-Talente des Landes ist. Es käme zumindest überraschend, wenn er allzu lange auf eine neue Herausforderung warten müsste. Dieser Umstand und die Tatsache, dass er in der Südstadt gute Arbeit geleistet hat, rechtfertigen trotz Arbeitslosigkeit seine gute Platzierung in dieser Wertung. Zuletzt hatte Lederer die Admira wieder in ruhigeres Fahrwasser geführt, wenngleich seine erste Saison als auch offiziell Alleinverantwortlicher keine leichte war. Nach dem Höhenflug der Vorsaison war ein leichter Rückschritt jedoch auch erwartbar. Besagten Höhenflug verantwortete er zwar nicht als Frontman, als solcher agierte nach außen hin Ernst Baumeister, jedoch als taktischer Mastermind, der auch für die Trainingssteuerung verantwortlich zeichnete. Die Entlassung bei seinem langjährigen Arbeitgeber ist fraglos ein Rückschritt, dennoch ist kaum ein heimischer Trainer seiner Altersklasse weiter. Lederer vermittelt Kompetenz und verfügt auch über ein gutes Auftreten.

7. HEIMO PFEIFENBERGER

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Wolfsberger AC, 50 Jahre

Der Salzburger avancierte zum Spezialisten dafür, Underdogs in der Liga zu halten. Erst gelang ihm dies zwei Saisonen lang mit dem SC Wiener Neustadt, ehe er in der dritten nach einem Fehlstart den Hut nehmen musste. Vergangene Spielzeit übernahm er den WAC in prekärer Lage und führte ihn ins gesicherte Mittelfeld. Pfeifenberger vermittelt nicht unbedingt den Eindruck, der große Taktik-Fuchs zu sein, aber auch seine Mittel führen zum Erfolg, wie die aktuell solide Saison der Kärntner beweist. Was er definitiv ist, ist ein Teamplayer. Sein Co-Trainer Christian Ilzer leistete schon in Wiener Neustadt gute Arbeit und steht nun auch beim WAC an seiner Seite.

6. MARTIN SCHERB

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SCR Altach, 47 Jahre

So schnell kann es gehen. Nicht von 0 auf 100, aber immerhin von 0 auf 6. Viele rot-weiß-rote Coaches gibt es derzeit nicht in der Bundesliga, um genau zu sein fünf. Wer mit dem aktuellen Tabellenführer betraut wird, hat also gute Chancen auf einen Spitzenplatz in diesem Ranking, auch wenn er vorher über drei Jahre nicht im Geschäft war und zuvor noch nie einen Verein der höchsten Spielklasse betreut hat. Auf eine Chance wie jene in Altach hat der Niederösterreicher gewartet. Man wird sehen, ob er sie nutzen kann. Beim SKN St. Pölten leistete er von 2007 bis 2013 wertvolle Arbeit, in der Folge agierte er als kompetenter TV-Experte bei "Sky". Mit seiner taktischen Versiertheit sollte er gut für die Nachfolge von Canadi im Rheindorf geeignet sein.

5. MICHAEL PETROVIC

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Urawa Red Diamonds, 59 Jahre

Zugeben, auch redaktionsintern ist es nicht unumstritten, den früheren Sturm-Coach in dieses Ranking aufzunehmen. Der gebürtige Serbe ist jedoch seit 1989 im Besitz eines österreichischen Reisepasses und gilt offiziell als Trainer-Legionär. Abseits seiner drei Jahre in Graz arbeitete er als Trainer stets im Ausland, inzwischen immerhin seit über zehn Jahren in Japan. Von Sommer 2006 bis Ende 2011 betreute er Sanfrecce Hiroshima, seit Anfang 2012 ist er der Chefcoach von Urawa Red Diamonds. Über 450 Pflichtspiele stehen in Japan inzwischen zu Buche. Mit beiden Vereinen spielte er in Asien Champions League, mit Urawa belegte er 2016 in der J-League den zweiten Platz.

4. DAMIR CANADI

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SK Rapid Wien, 46 Jahre

Der Start bei Rapid verlief holprig, dennoch hat sich Canadi diese Chance bei einem Großverein der Bundesliga längst verdient. Denn in Altach hat der 46-Jährige bewiesen, wie viel man als Taktik-Fuchs in der österreichischen Bundesliga erreichen kann. Vor zwei Saisonen führte er die Vorarlberger als Aufsteiger in den Europacup, nach einem schwächeren Jahr ärgerte er die Spitzenteams in dieser Spielzeit wieder. Der gebürtige Wiener arbeitete sich über diverse kleinere Vereine nach oben. Viel höher als Rapid geht in Österreich kaum, ergo wird es spannend zu beobachten, wie er mittelfristig mit den geänderten Rahmenbedingungen wie zum Beispiel der wesentlich größeren medialen Aufmerksamkeit oder dem viel emotionaleren Umfeld zurecht kommt. Meistert er diese Aufgabe, ist Canadi fraglos ein Kandidat für eine Auslands-Karriere.

3. ADI HÜTTER

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Young Boys Bern, 46 Jahre

Der Traum vom Schweizer Meistertitel wird sich für Hütter angesichts der unglaublichen Dominanz des FC Basel so schnell wohl nicht erfüllen, als erste Karrierestation im Ausland ist Bern aber wohl keine schlechte Wahl. In seinem ersten Jahr führte der Vorarlberger die Young Boys zur Vizemeisterschaft, in dieser Saison durfte er Erfahrung in der Europa League sammeln. Hütter ist außer Kurt Jara der einzige österreichische Trainer, der in der Red-Bull-Ära eine Chance in Salzburg erhielt. Er nutzte diese für den Double-Gewinn, ehe er im Sommer 2015 die Zeichen der "Bullen"-Zeit erkannte und sich nicht als "Ausbildungstrainer" sah. Der 46-Jährige leistete schon zuvor in Altach und Grödig gute Arbeit. Seine akribische Herangehensweise lässt hoffen, dass in der weiteren Karriere noch weitere Sprünge möglich sind.

2. PETER STÖGER

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1. FC Köln, 50 Jahre

Vor gut sechs Jahren trat Peter Stöger seinen Job in der Regionalliga Mitte beim GAK an, inzwischen ist er bereits das vierte Jahr beim 1. FC Köln tätig und hat den Traditionsverein aus der zweiten Liga ins erweiterte Spitzenfeld der deutschen Bundesliga geführt. Davor machte er noch die Wiener Austria mit Punkterekord zum österreichischen Meister. Die Werdegang des 50-Jährigen zeigt nicht nur, was mit akribischer Arbeit (gemeinsam mit seinem Co Manfred Schmid) möglich ist, sondern sollte auch zahlreichen in diesem Ranking aufgeführten Coaches als Motivation und Inspiration dienen. Im Fußball kann es manchmal sehr schnell gehen. Mit seiner unaufgeregten, verbindlichen und humorvollen Art passt Stöger wie die Faust aufs Auge ins schwierige Trainer-Umfeld der Karnevalsstadt. Sein Vertrag bis 2020 sollte garantieren, dass er noch längere Zeit im Vorderfeld der heimischen Trainer-Hackordnung zu finden sein wird.

1. RALPH HASENHÜTTL

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RB Leipzig, 49 Jahre

Über die Premieren-Nummer 1 in diesem Ranking muss man derzeit wohl nicht diskutieren. Wer mit Leipzig auf Platz zwei in der deutschen Bundesliga rangiert, ist die Nummer 1 in der österreichischen Trainer-Hackordnung. Die Trainer-Karriere des Steirers ist bislang eine beeindruckende. Der frühere Stürmer ist ein Produkt der deutschen Trainerausbildung und startete wie Stöger in der dritten Leistungsstufe (Unterhaching). Den VfR Aalen führte er in die zweite Liga, den FC Ingolstadt in die Bundesliga - beide Vereine hielt er in der neuen Spielklasse. Den Leipziger Aufstieg "erledigte" Ralf Rangnick - Hasenhüttls Herausforderung ist es nun, den ambitionierten Verein dauerhaft in der Spitzenklasse des Oberhauses zu etablieren. Bislang gelingt ihm dies mehr als hervorragend. Mit dem Leipziger Background lässt sich auch längerfristig von diesen Sphären träumen. Der gebürtige Grazer dürfte wohl ein gefragter Mann bleiben und könnte im Idealfall zu jenem rot-weiß-roten Coach avancieren, der sich auf Champions-League-Ebene etabliert. Erste Avancen von Arsenal soll es ja bereits gegeben haben.

AUF DER TRIBÜNE:

Folgende Herrschaften haben es ohne Anspruch auf Vollständigkeit - die meisten mangels Job - nicht in die Top 25 des Premieren-Rankings geschafft. Sie sollten jedoch nicht unerwähnt bleiben. Vielleicht findet sich für den einen oder anderen bis zur nächsten Ausgabe ja wieder eine Anstellung:

Franz Maresch (FAC), Rupert Marko (ÖFB), Rolf Landerl (VfB Lübeck), Heinz Fuchsbichler (U21 Liechtenstein), Slobodan Grubor (NK Aluminij), Andreas Herzog, Michael Baur, Walter Kogler, Roland Kirchler, Thomas Hickersberger, Alfred Tatar, Heinz Peischl, Alfred Riedl, Walter Schachner, Josef Hickersberger, Kurt Jara, Didi Constantini

Mittlerweile Sportdirektor: Günter Kreissl, Georg Zellhofer, Ernst Baumeister, Franz Lederer, Frenkie Schinkels

Anmerkung: Trainer, die derzeit eine Anstellung im Amateur-, Frauen- oder Juniorenbereich beziehungsweise als Co-Trainer haben, wurden nicht berücksichtigt.

Die Trainer der Bundesliga:

Verein

Trainer Land
SCR Altach Martin Scherb Österreich
FC Red Bull Salzburg Oscar Garcia SPANIEN
SK Sturm Graz Franco Foda DEUTSCHLAND
FK Austria Wien Thorsten Fink DEUTSCHLAND
SK Rapid Wien Damir Canadi Österreich
FC Admira Wacker Mödling Damir Buric KROATIEN
Wolfsberger AC Heimo Pfeifenberger Österreich
SV Ried Christian Benbennek DEUTSCHLAND
SKN St. Pölten Jochen Fallmann Österreich
SV Mattersburg Gerald Baumgartner Österreich

Die Trainer der Ersten Liga:

Verein Trainer Land
LASK Oliver Glasner Österreich
FC Liefering Thomas Letsch DEUTSCHLAND
SC Austria Lustenau Lassaad Chabbi Österreich
Kapfenberger SV Abdulah Ibrakovic BOSNIEN-HERZEGOWINA
FC Wacker Innsbruck Karl Daxbacher Österreich
SC Wiener Neustadt Rene Wagner TSCHECHIEN
WSG Wattens Thomas Silberberger Österreich
SV Horn Masanori Hamayoshi JAPAN
Floridsdorfer AC Franz Maresch Österreich
FC Blau-Weiß Linz Klaus Schmidt Österreich

Textquelle: © LAOLA1.at

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