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ÖFB-U21: Mit Humor und ohne Angst

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Launig. Mit diesem Wort lässt sich die Pressekonferenz von Teamchef Werner Gregoritsch vor dem EM-Spiel gegen Deutschland (heute, 21 Uhr, LIVE-Ticker >>>) wohl am besten beschreiben.

Für gewöhnlich ist dieser Medientermin, den die UEFA vor jedem Spiel vorschreibt, eher lästige Pflichtübung. Die üblichen Phrasen werden gedroschen, Fragen nach Aufstellungen sowieso nie beantwortet und die Angelegenheit ist nach wenigen Minuten schon wieder vorbei.

Doch ein Duell zwischen Österreich und Deutschland ist eben kein gewöhnliches Spiel. Und Gregoritsch ist auch keiner jener Trainer, die bierernst an so eine Sache herangehen. Also ließ sich der Coach auf die Fragen der deutschen Kollegen ein, erklärte noch einmal mit Nachdruck wie sein Name richtig ausgesprochen wird und was er von der modernen Musik hält (Hier Nachlesen >>>).

"Ich sage immer zu meinem Buben: ‚Bitte nicht zu viel lachen, sonst glauben sie, dass es dir zu gut geht.‘"

Werner Gregoritsch

„Humor“, kommt es dann wie aus der Pistole geschossen, als die Frage nach Dingen, die Österreicher besser können als Deutsche, gestellt wird. „Ich sage immer zu meinem Buben: ‚Bitte nicht zu viel lachen, sonst glauben sie, dass es dir zu gut geht.‘“, grinst der ÖFB-Coach. Nachsatz: „Die Deutschen nehmen viele Dinge zu ernst. Auch im Profisport.“

Übermächtige Deutsche

Wesentlich ernster geht es rund zwei Stunden später zu. Beim Abschlusstraining versammelt Gregoritsch sein Team nach dem Aufwärmen, rund 15 Minuten lang wird an einer Taktiktafel die Marschroute für das so wichtige Duell gegen die DFB-Youngster besprochen. Die Ausgangslage ist klar, ein Sieg muss her, im Idealfall mit drei Toren Vorsprung, will man nicht vom Parallelspiel zwischen Dänemark und Serbien abhängig sein.

Wie das bewerkstelligt werden soll, ist die große Frage. Angesichts von zwei äußerst souveränen Siegen und einem Torverhältnis von 9:2 scheinen die Deutschen übermächtig. „Gegen Serbien hat uns niemand eine Chance gegeben, diesmal ist es noch schlimmer“, ist sich Gregoritsch der Ausgangsposition bewusst.

Aber natürlich gibt sich die ÖFB-U21 nicht schon vor dem Anpfiff geschlagen. „Wir wissen, welche Chance wir haben. Solange die Chance besteht, glauben wir daran“, sagt Philipp Lienhart. Stefan Posch ergänzt: „Die Vorfreude ist sehr groß. Auf dieses Spiel haben wir alle gewartet. Für solche Spiele trainiert man jeden Tag. Jetzt können wir beweisen, was wir draufhaben.“

Aber freilich müsse da schon alles zusammenpassen, so der Innenverteidiger: „Es müssen viele Faktoren übereinstimmen, damit wir da etwas mitnehmen. Wir müssen eine Top-Performance über 90 Minuten hinlegen.“ Die Deutschen seien nämlich „kein Jausengegner, sondern eine richtige Macht“, ist Xaver Schlager bewusst.

Erinnerungen an ein 5:1

Vielleicht erzählen einige Kicker aus dem Jahrgang 1996 ihren jüngeren Kollegen auch vom Oktober 2014. Damals hat die ÖFB-Auswahl in der EM-Quali einen furiosen 5:1-Sieg gegen die deutschen Altersgenossen eingefahren. Lienhart, Gluhakovic, Horvath, Kvasina, Honsak und Grbic waren damals mit von der Partie. Aus dem aktuellen deutschen EM-Kader haben Amiri, Baumgartl und Dahoud diese Schmach miterlebt.

„Ich habe damals sogar ein Tor geschossen“, kann sich Horvath noch gut an die Partie erinnern. „Bei den Deutschen passiert dann in der Zeit von 15 bis 19 irgendwas anderes. Keine Ahnung, warum sich die dann besser entwickeln als wir“, fügt er hinzu. Daniel Ripic, damals Doppeltorschütze, kickt mittlerweile in Hallwang.

Das zeigt, wie weit diese fünf Jahre schon weg sind. Denn mittlerweile ist „Deutschland nach den bisher gezeigten Leistungen Titelfavorit“, wie Posch erklärt.

Doch der Fußball hat uns schon oft gelehrt, dass in 90 Minuten eben alles möglich ist. „Ich hoffe, dass wir mit dem Mut auftreten, der uns stark gemacht hat“, sagt Gregoritsch. Horvath meint: „Was haben wir schon zu verlieren?“ Und Husein Balic versichert: „Wir haben keine Angst vor ihnen!“

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