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Nur ein Konkurrent: ÖFB sieht sich für Rennen um U21-WM gerüstet

Die Intention des einzigen Konkurrenten Spanien im Jahr vor deren Heim-WM ist unklar. Indes sucht man sechs bis acht Stadien in ganz Österreich für die U21-WM 2029.

Nur ein Konkurrent: ÖFB sieht sich für Rennen um U21-WM gerüstet Foto: © GEPA

Der ÖFB macht sich Hoffnungen, nach mehr als 20 Jahren wieder eine kontinentale Endrunde zu veranstalten.

Neben Österreich hat nur Spanien Interesse an der Austragung der U21-EM 2029 deponiert. Die Spanier veranstalten ein Jahr danach gemeinsam mit u.a. Portugal und Marokko die Männer-WM.

Wie ernst die Konkurrenz das Projekt nimmt, ist für den ÖFB daher schwer einzuschätzen. Die Bewerbungsanforderungen seitens der UEFA sind am Montag eingetroffen, offen ist die Standortfrage.

Ein erstes Grundkonzept müssen die Bewerber bis 27. Mai beim Kontinentalverband abgeben. Dieses habe laut Bernhard Neuhold, dem Geschäftsführer der ÖFB Wirtschaftsbetriebe GmbH, aber noch "unverbindlichen Charakter". Änderungen können vorgenommen werden. Deadline für die Einreichung der finalen Bewerbungsunterlagen ist der 21. September dieses Jahres.

"Es ist nicht die Intention, ein teures Hochglanzdossier abzugeben, sondern mit Inhalt zu punkten", erklärte Neuhold der APA. Mit den 100.000 Euro, die der ÖFB-Aufsichtsrat für die Bewerbung freigegeben hat, will er auskommen.

Als externer Projektleiter wurde der ehemalige ÖFB-Mediendirektor Wolfgang Gramann, der auch in die erfolgreiche Bewerbung für die gemeinsam mit der Schweiz ausgetragene Männer-EM 2008 involviert war, engagiert. Dazu zählen fünf ÖFB-Mitarbeiter zum Projektteam.

Turnier "flächendeckend über Österreich"

Gramann war schon bei der Bewerbung um die U21-EM 2015 als Projektleiter für den ÖFB tätig. Das Turnier ging dann aber in Tschechien, das sich bereits zum dritten Mal um die Ausrichtung beworben hatte, über die Bühne.

Die bisher letzte Nachwuchs-Endrunde in Österreich war die U19-EM 2007 in Oberösterreich u.a. mit Marko Arnautovic. Die sportliche Perspektive sei - bei allen wirtschaftlichen Überlegungen - auch diesmal eine große Triebfeder, betonte Neuhold. "Eine U21-EM ist eine Riesenplattform für junge Spieler."

Österreich war bisher nur 2019 in Italien vertreten, bei einem Heimturnier wäre man zehn Jahre später Fixstarter. Beim Turnier 2029 sind die Geburtsjahrgänge ab 2006 spielberechtigt. "Für uns würde es gut hineinpassen", sagte ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel.

Auch wenn der Jahrgang nicht genau jenem entspreche, der bei der U17-WM im Vorjahr mit dem Finaleinzug für Furore gesorgt hatte. Johannes Moser, Ifeanyi Ndukwe und Co. sind 2008 geboren.

"Wir sind optimistisch", sagte Schöttel über die Chancen auf den Zuschlag für das Turnier mit 16 Mannschaften. Sechs bis acht Stadien sind nötig. Laut Neuhold denke man das Turnier "flächendeckend über Österreich" - also theoretisch von Altach bis Wien.

Die kommenden sechs bis acht Wochen sollen genutzt werden, um ein belastbares Konzept zu erstellen. Ab sofort will man an infrage kommende Standorte und Stadionbetreiber herantreten, um diverse Alternativen prüfen zu können. Zudem seien mit der Bundesliga terminliche Notwendigkeiten zu besprechen.

Konkurrent Spanien ein Jahr vor der WM

"Wir haben ein schlagkräftiges Projektteam zusammengestellt. In dieser Konstellation bin ich überzeugt, dass wir eine sehr gute Bewerbung abgeben werden", sagte Neuhold. Ob sie gegen jene der Fußball-Großmacht Spanien reicht? Das dürfte auch darauf ankommen, ob die Spanier ein Jahr vor der Heim-WM tatsächlich ernsthaft ein weiteres Turnier ausrichten wollen.

"Sie könnten es als kleine Generalprobe sehen. Wichtiger wird aber sein, dass ein Jahr später alles funktioniert", meinte Schöttel. "So ein Turnier bindet schon Ressourcen im Verband."

Auch Neuhold sah Vor- und Nachteile der Situation für die Spanier. Die Dachverbände der Turniere sind mit FIFA und UEFA zudem unterschiedliche. Neuhold: "Für uns ist es in keinster Weise einzuschätzen, was das bedeutet. Wir werden auf jeden Fall eine seriöse Bewerbung vorbereiten und hoffen, mit unseren inhaltlichen Argumenten überzeugen zu können."

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