Die 20 ÖFB-Frauen mit den meisten Länderspiel-Einsätzen
Heimvorteil gegen Norwegen?
Mit Norwegen, das sich in der FIFA-Weltrangliste auf Platz zwölf befindet, wartet gleich zu Beginn ein anspruchsvoller Gegner. Im September 2023 trennte man sich unentschieden, ehe sich die Österreicherinnen im Dezember 2023 in der Nations-League-Gruppenphase mit 2:1 durchsetzten und den Verbleib in Liga-A fixierten.
Insgesamt konnten die Norwegerinnen in acht Spielen vier Mal gewinnen, zwei Mal gab es keinen Sieger und zwei Duelle gingen an Österreich.
Erst bei der Europameisterschaft im letzten Sommer stellte die Nation ihre Stärken unter Beweis. Das Team erreichte das Viertelfinale.
Von den Skandinavierinnen erwartet sich Plattner "vor allem eine sehr gute Offensive". Dennoch hoffe sie, dass Österreich "im Umschaltspiel und mit unseren schnellen Stürmern Akzente setzen kann". Laut Brunnthaler wird eine "gute und sehr körperbetonte Mannschaft" auf das Team zukommen.
Der Heimvorteil in Maria Enzersdorf könnte jedoch gerade zum Auftakt für die rot-weiß-roten Frauen sprechen, wie auch Plattner zustimmt: "Ich glaube, dass, wenn man vor heimischen Fans spielen kann, das auf jeden Fall nochmal einen Push vor dem Spiel gibt und wir so einfach gut in die WM-Quali starten können."
Slowenien als vermeintlicher Underdog
Der vermeintlich schwächste Gegner der Gruppe A4 ist auf dem Papier Slowenien. Die Nationalmannschaft befindet sich in der Weltrangliste auf Platz 38.
Die ÖFB-Elf durfte bisher sieben Siege aus sieben Duellen bejubeln. Die letzten beiden Begegnungen im Playoff zur EM 2025 konnten im Oktober 2024 mit 3:0 beziehungsweise 2:1 gewonnen werden. Dennoch ist auch diese Mannschaft nicht zu unterschätzen.
Plattner sieht den Knackpunkt vor allem darin, "mit dem Ball Lösungen zu finden, aber auch die Chancen vor dem Tor zu nutzen".
Deutschland ist großer Favorit
Klarer Favorit auf den Gruppensieg ist Deutschland. Das Team krönte sich bereits 2003 und 2007 zum Weltmeister und gilt mit acht Europameistertiteln als Rekordhalter. Den letzten EM-Titel feierten sie 2013.
Auch die Weltrangliste spricht klar für Österreichs Nachbarland. Dort findet man sich hinter Spanien und der USA auf Rang drei wieder.
Mit den ÖFB-Frauen, die in der Weltrangliste auf Rang 19 liegen, kam es am 3. Juni 2025 in der Nations-League-Gruppenphase zum letzten Aufeinandertreffen. Dort feierte die DFB-Elf ein Schützenfest. Das Spiel in Wien ging 6:0 aus.
Dennoch konnte man viele Lehren aus dem Duell ziehen. Vor allem in der zweiten Hälfte haben laut Sophie Hillebrand auch schon einige Dinge besser funktioniert: "Vom Ergebnis her war es definitiv zu hoch, aber wir wissen, wo die Deutschen ihre Qualitäten, ihre Stärken haben, und werden uns dann, wenn die Spiele anstehen, gut darauf vorbereiten."
Auch Plattner zeigt sich zuversichtlich: "Auf jeden Fall war das Ergebnis das letzte Mal zu hoch, aber ich glaube, dass wir auch schon beim vorherigen Spiel gegen Deutschland gezeigt haben, dass wir mithalten können, wenn wir intensiv gegen den Ball arbeiten und uns die einfachen Fehler, wie in dem letzten Spiel, nicht mehr passieren."
Aus sieben bisherigen Duellen konnte Österreich noch keines gewinnen. Das Torverhältnis beträgt 6:26. In einer WM-Qualifikation ist es die erste Begegnung der beiden Länder.
Historisches kann geschehen
Für die ÖFB-Frauen ist es bereits der siebte Anlauf, sich für die WM zu qualifizieren. Gelungen ist es bisher noch nie. Zuletzt scheiterte man 2023 in der ersten Playoff-Runde an Schottland. Auch die EM 2025 in der Schweiz fand ohne Österreich statt. Dort musste man sich Polen im Playoff geschlagen geben.
Seit diesem Zeitpunkt habe man sich jedoch stetig weiterentwickelt. "Ich glaube, dass unsere Intensität im Pressing immer besser geworden ist, aber dass wir auch mit Ball mehr zueinander gefunden haben", sagt Plattner.
Hillebrand ergänzt, dass das Team defensiv eine enorme Intensität gegen den Ball habe und dass sie mit dem Ball schnelle Lösungen nach vorne finden wollen.
Video der Spielstätten als Ansporn
Nun will man es besser machen. Laut der Spielerin des Hamburger SV sei es ein großer Traum von allen, in Brasilien dabei zu sein. Sie erklärt: "Wir werden uns jetzt gut auf die kommenden Spiele vorbereiten und alles dafür tun, dass wir da dann dabei sein dürfen." Brunnthaler ergänzt: "Wenn man darüber nachdenkt, in Brasilien mitzuspielen, hat man Gänsehaut."
Für Plattner würde ein "Kindheitstraum" in Erfüllung gehen. Zum Start in den Lehrgang wurde dem Team ein Video gezeigt, "wo man überall spielt, wenn man dabei ist".
Es wird erstmals eine Endrunde der Frauen-WM in Südamerika ausgetragen. Die Spiele werden mit Belo Horizonte, Brasilia, Fortaleza, Porto Alegre, Recife, Rio de Janeiro, Salvador und Sao Paulo an acht verschiedenen Austragungsorten stattfinden.