Foda schwört ÖFB-Team auf "Finale" ein

 

"Im Prinzip gibt es keine großen Überraschungen", betont ÖFB-Teamchef Franco Foda und nennt Debütant Albert Vallci als einzige (Fodas ÖFB-Kader).

Wer nach dem völlig verkorksten Auftakt in die EM-Qualifikation einen größeren Kader-Umbruch erwartet hat, wurde also enttäuscht. Der ÖFB-Betreuerstab setzt auch gegen Slowenien (7. Juni) und Nordmazedonien (10. Juni) weitestgehend auf Kontinuität.

Was nicht heißt, das sich rund um das ÖFB-Team gar nichts ändert.

"Wenn man zwei Spiele bestreitet, in denen man viele Torchancen liegenlässt, viele Spielanteile hat und trotzdem nicht gewinnt, dann muss man etwas verändern, und das werden wir auch tun", verspricht Foda.

Was kann man besser machen?

Geändert werden jedoch vor allem Abläufe. Foda war in den vergangenen Wochen und Monaten viel unterwegs, um mit Führungsspielern wie Kapitän Julian Baumgartlinger notwendige Adaptionen zu besprechen.

"Mit ging es in diesen Gesprächen darum, dass ich in Verbindung mit den Spielern abstimmen wollte, was man für die Zukunft besser machen kann. Da geht es ja nicht nur um Taktik und Spielverhalten auf dem Platz, sondern auch um die Spielvorbereitung und die Spielnachbereitung - da gab es schon einige Themen abzuarbeiten", betont Foda.

Das Gerücht, dass man den anstehenden Lehrgang ursprünglich früher beginnen wollte, man es von Seiten des ÖFB jedoch verabsäumte, das Hotel rechtzeitig zu buchen, stellt der 53-Jährige in Abrede:

"Der Beginn des Lehrgangs ist nicht spät. Eigentlich wollten wir uns erst am Montag treffen, aber wir haben das einen Tag vorverschoben. Wir haben eine Woche Zeit, um uns auf das Spiel vorzubereiten. Ich glaube, das ist ausreichend für uns."

Wie viel oder vor allem wie wenig Zeit für die Vorbereitung auf Länderspiele bleibt, ist ein Dauerbrenner unter den Nationalteam-Themen. Diesmal dauert das Camp vor dem Slowenien-Match fünf Trainings-Tage, und die Stoßrichtung ist ohnehin klar.

Foda schwört auf "Finale" ein

Für Foda ist diese Partie in Klagenfurt quasi ein Endspiel, und dementsprechend müsse seine Mannschaft nach den Enttäuschungen gegen Polen und Israel auftreten.

"Dieses Spiel hat Final-Charakter - und da müssen wir bereit sein. Ich bin nach den Gesprächen mit den Spielern auch der Überzeugung, dass wir bereit sein werden", meint der Teamchef und artikuliert in aller Klarheit, was er sehen will:

"Wir müssen in jeder Phase des Spiels hochkonzentriert sein. Das heißt, dass wir in Ballbesitz wieder mit mehr Tempo, der nötigen Aggressivität und wenigen Kontakten nach vorne spielen. Wenn der Gegner den Ball hat, müssen wir wieder die nötige Aggressivität an den Tag legen, immer wieder Stress auf den Gegner ausüben."

Tugenden, die eine Selbstverständlichkeit sein sollten, zuletzt jedoch verloren gingen. Man kann die wenigen freiwilligen Änderungen am Kader auch als Vertrauensbeweis zu seinem weitestgehend gesetzten Personal interpretieren.

"Ich bin nach wie vor von meiner Mannschaft überzeugt, von jedem einzelnen Spieler", beschwört Foda, "ich bin auch nach wie vor überzeugt, dass wir unser großes Ziel noch erreichen können: Die EM 2020. Wir haben noch acht Spiele vor uns, jetzt haben wir extrem wichtige Spiele. Gerade Slowenien hat Final-Charakter, da geht es um etwas, aber auf solche Spiele muss man sich ja freuen, wenn es um etwas geht!"

Onisiwo bekommt Vorzug vor Hinterseer

Fakt ist, dass das ÖFB-Team diesmal effizienter auftreten muss. An vorderster Front kehren die zuletzt verletzten Michael Gregoritsch und Guido Burgstaller ins Aufgebot zurück, weshalb es für Neo-HSV-Legionär Lukas Hinterseer trotz 18 Saison-Treffern für den VfL Bochum erneut nicht für eine Nominierung gereicht hat.

Wie knapp es für den Tiroler war? "Ganz eng", bestätigt Foda, "wir haben uns für Karim Onisiwo entschieden, der in Mainz gerade in den letzten Einsätzen sehr gut performt und einige Tore erzielt hat. Vor allen Dingen ist Onisiwo ein Spieler, der im Offensivbereich mehrere Positionen spielen kann. Aber Hinterseer ist immer ein Spieler, der bei uns im Hinterkopf ist."

Weniger beschäftigt hat sich der ÖFB-Chefcoach mit der theoretischen Möglichkeit, angesichts der Regierungskrise einen neuen Vorstoß in Sachen Ashley Barnes zu wagen. Umso intensiver war dafür der Austausch mit U21-Teamchef Werner Gregoritsch.

Foda verzichtet auf Wolf

Mit Xaver Schlager, Philipp Lienhart und Stefan Posch werden drei Kadermitglieder nach dem Ende des Lehrgangs in das Aufgebot für die U21-Europameisterschaft aufgenommen.

Nicht möglich war dies bei Konrad Laimer und Hannes Wolf, die von RB Leipzig nur die Freigabe für entweder A-Team oder U21 bekommen haben. Laimer braucht Foda unter anderem wegen des Ausfalls von Florian Grillitsch selbst, auf Wolf musste er verzichten.

"Man muss die Ansichten eines Vereins respektieren. Wolf war für uns auch ein Thema, da galt aber das Gleiche von Seiten des Vereins, dass er nur bei einer Mannschaft sein hätte können, also habe ich mich entschieden, dass ich ihn zur U21 gebe, weil die EM ein wichtiger Wettbewerb ist und ich Werner Gregoritsch entsprechend unterstützen wollte", so Foda.

Der Kader:

TOR: Heinz LINDNER (Grasshopper Club Zürich/SUI; 26 Länderspiele), Pavao PERVAN (VfL Wolfsburg, 0), Cican STANKOVIC (FC Red Bull Salzburg; 0)

VERTEIDIGUNG: David ALABA (FC Bayern München/GER; 68/13 Tore), Aleksandar DRAGOVIC (Bayer 04 Leverkusen/GER; 72/1), Martin HINTEREGGER (Eintracht Frankfurt/GER; 39/3), Stefan LAINER (FC Red Bull Salzburg; 13/0), Philipp LIENHART (SC Freiburg/GER; 1/0), Stefan POSCH (TSG 1899 Hoffenheim/GER; 0); Andreas ULMER (FC Red Bull Salzburg; 10/0), Albert VALLCI (FC Red Bull Salzburg; 0)

MITTELFELD: Julian BAUMGARTLINGER (Bayer 04 Leverkusen/GER; 68/1), Stefan ILSANKER (RB Leipzig/GER; 34/0), Florian KAINZ (1. FC Köln/GER; 14/0), Konrad LAIMER (RB Leipzig/GER; 0), Valentino LAZARO (Hertha BSC/GER; 21/1), Karim ONISIWO (1. FSV Mainz 05/GER; 4/0), Marcel SABITZER (RB Leipzig/GER; 35/5), Louis SCHAUB (1. FC Köln/GER; 11/5), Xaver SCHLAGER (FC Red Bull Salzburg; 9/1), Peter ZULJ (RSC Anderlecht/BEL; 10/0)

STURM: Marko ARNAUTOVIC (West Ham United/ENG; 79/22), Guido BURGSTALLER (FC Schalke 04/GER; 23/1), Michael GREGORITSCH (FC Augsburg/GER; 11/1)

Auf Abruf:

Daniel BACHMANN (FC Watford/ENG; 0), Jörg SIEBENHANDL (SK Sturm Graz; 2), Richard STREBINGER (SK Rapid; 1); Moritz BAUER (Stoke City/ENG, 6/0), Kevin DANSO (FC Augsburg/GER, 6/0), Georg MARGREITTER (1. FC Nürnberg/GER, 0), Christopher TRIMMEL (1. FC Union Berlin/GER; 3/0), Maximilian ULLMANN (LASK; 0), Kevin WIMMER (Hannover 96/GER; 9/0), Dominik WYDRA (Erzgebirge Aue/GER; 0); Thomas GOIGINGER (LASK; 0), Stefan HIERLÄNDER (SK Sturm Graz; 3/0), Thomas MURG (SK Rapid; 0), Hannes WOLF (FC Red Bull Salzburg; 0); Lukas HINTERSEER (VfL Bochum/GER; 12/0); Christoph MONSCHEIN (FK Austria Wien; 0); Andreas WEIMANN (Bristol City/ENG; 14/0)

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Textquelle: © LAOLA1.at

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