Die erste Fußball-WM-Teilnahme seit 1998 wird dem ÖFB nur im Falle eines sensationellen Abschneidens einen Geldregen bescheren.
Die FIFA schüttet zwar ein Rekordpreisgeld von 871 Millionen Dollar (748,28 Mio. Euro) aus, das aber auch auf ein Rekordstarterfeld von 48 Teams aufgeteilt wird.
Fix kalkulieren kann der Verband derzeit nur mit 12,5 Millionen Dollar (10,74 Mio. Euro), was laut ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold immerhin bedeutet, dass die Endrunde kein Verlustgeschäft wird.
"Wir werden auf jeden Fall mit einem Gewinn aussteigen", sagte der Niederösterreicher der APA.
Bis vor wenigen Wochen war das noch nicht sicher, dann aber gab die FIFA dem Druck vieler Nationalverbände nach und erhöhte den garantierten Betrag pro WM-Teilnehmer um zwei Millionen Dollar (1,72 Mio. Euro). Neuhold: "Diese zusätzliche Summe ist erfreulich und hilft uns, Lösungen zu finden, von der alle profitieren."
Eine Million mehr fürs Sechzehntelfinale, vier fürs Achtelfinale
Die Zahlungen des Weltverbandes werden vor allem für Reise- und Organisationskosten, aber auch für Spielerprämien benötigt.
Was am Ende übrig bleibt, wird an mehrere "Stakeholder" im österreichischen Fußball verteilt, etwa an die Landesverbände oder an die Bundesliga. Der diesbezügliche Verteilungsschlüssel wurde am vergangenen Montag vom Aufsichtsrat abgesegnet.
Bei den Europameisterschaften 2021 und 2024 kassierte der ÖFB von der UEFA jeweils 12,75 Millionen Euro für den Aufstieg ins Achtelfinale und für zwei Siege in der Gruppenphase. Bei der FIFA gibt es keine Prämien für Siege in Gruppenspielen, lediglich für das Erreichen der nächsten Turnierphase - und auch hier lassen die Bonifikationen zu wünschen übrig. So überweist die FIFA für die Teilnahme am Sechzehntelfinale eine Million Dollar (0,86 Mio. Euro) zusätzlich.
Davon würde wohl wenig bis gar nichts übrig bleiben, weil die Mannschaft eine Woche länger in Nordamerika bleiben müsste.
Neuhold: "Um einen Mehrwert gegenüber der Gruppenphase zu haben, wird das Sechzehntelfinale nicht reichen, sondern wäre zumindest das Achtelfinale nötig." In diesem Fall gäbe es vier Millionen Dollar (3,44 Mio. Euro) extra, genauso viel würde zusätzlich bei einem Einzug ins Viertelfinale fällig.
Schwankende Wechselkurse als Unsicherheitsfaktor
Für Platz vier kassiert man inklusive Abgeltung für Organisationskosten insgesamt 29,5 Millionen, für Platz drei 31,5, für Platz zwei 35,5 und für den Weltmeistertitel 52,5 Millionen - Dollar, wohlgemerkt. Genau hier kommt die Thematik schwankender Wechselkurse ins Spiel. "Das ist ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor", meinte Neuhold.
Noch ein weiterer Aspekt bereitet dem ÖFB-Geschäftsführer leichtes Kopfzerbrechen: "Wir wissen noch immer nicht, wo und wie wir die FIFA-Prämien versteuern müssen", erzählt Neuhold.
Man habe deshalb den österreichischen Steuerberater beauftragt, mit der FIFA und einer Partnerkanzlei in den USA möglichst alle Risiken auszuschalten und eine bestmögliche steuerrechtliche Handhabung zu gewährleisten.
"Trotzdem können wir noch nicht sagen, was in puncto Steuer schlagend werden wird. Das ist so kurz vor Turnierbeginn schwer zu akzeptieren", erklärt Neuhold.