ÖFB verhandelt WM-Prämien: "Unverschämte Forderungen gab es nie"
Der ÖFB-Geschäftsführer gibt Einblicke in die Verhandlungen um die WM-Prämien. Der Dialog sei "immer konstruktiv" gewesen.
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In 58 Tagen steigt im Levi's Stadium in San Francisco der WM-Auftakt für das ÖFB-Team gegen Jordanien.
Aktuell werden die letzten Vorkehrungen getroffen. Die Prämienverhandlungen mit den Spielern stehen noch aus.
Im Interview mit dem "Kurier" sprach Geschäftsführer Bernhard Neuhold nun über seine Erwartungen an die anstehende Weltmeisterschaft. In den letzten Wochen und Monaten habe der Fokus darauf gelegen, "alle organisatorischen Vorbereitungen auf Schiene" zu bringen.
"Wir sind überzeugt davon, dass wir rechtzeitig zum WM-Start im Juni alles zu 100 Prozent fertig haben", so der 50-Jährige.
ÖFB-Quartier soll "Energie- und Kraftort" sein
Bereits kurz nach der Auslosung am 5. Dezember wurden "grundlegende Entscheidungen" getroffen, unter anderem die Wahl des Basecamps. "Herausfordernd waren vor allem die kurze Vorlaufzeit und die neun Stunden Zeitverschiebung. Das hat viele Nachtschichten bedeutet", gibt Neuhold zu verstehen.
Auf das WM-Quartier angesprochen, meint der ÖFB-Funktionär: "Es geht darum, einen Energie- und Kraftort zu schaffen - nicht eine Wohlfühloase. Wichtig ist, dass rund 60 bis 65 Personen individuelle Rückzugsmöglichkeiten haben."
Es gebe "Möglichkeiten, auch Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. Dazu kommen Freizeitmöglichkeiten wie Golfplätze und kurze Wege zu Flughafen und Trainingszentrum."
"Vertrauensvoller Austausch" zwischen Spielerrat und ÖFB
Ein zentrales Thema sind aktuell die Verhandlungen um die WM-Prämien der Spieler. "Wir sind in einem vertrauensvollen Austausch mit dem Spielerrat, wie bei früheren Turnieren auch. Es hat sich über Jahre ein gegenseitiges Verständnis entwickelt."
Der Spielerrat rund um ÖFB-Kapitän David Alaba sei "sehr klar, strukturiert, teilweise fordernd, aber auch verständnisvoll. Es gibt gegenseitige Wertschätzung, auch wenn Erwartungen manchmal auseinandergehen."
Der Fokus liege bei beiden Parteien auf "konstruktiven Kompromissen", betont Neuhold. "Unverschämte Forderungen gab es nie. Die Spieler haben stets Verständnis für unterschiedliche Situationen gezeigt. Der Dialog war immer konstruktiv. Prämien sind trotzdem ein Zeichen von Wertschätzung", weiß der 50-Jährige, der vor dem Abflug am 4. Juni für Klarheit sorgen will.
"Break-even-Point" ab dem Achtelfinale
Inwieweit der ÖFB finanziell von der Teilnahme der Weltmeisterschaft profitiert, ist vom Abschneiden abhängig.
"Die FIFA spricht von Rekordausschüttungen, aber diese werden auf 48 Teams aufgeteilt, nicht auf 32 wie bei der letzten WM 2022 oder 24 bei der Europameisterschaft. Zugleich haben wir höhere Kosten. Wir gehen davon aus, dass wir erst ab dem Viertelfinale mehr Erlöse erzielen als bei einer EM. Der Break-even-Point wäre mit dem Achtelfinale erreicht", bilanziert Neuhold.