ÖFB-Ausgangsposition vor "brutalem" Oktober

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Als "zwei brutal wichtige Spiele" bezeichnet ÖFB-Teamchef Franco Foda die beiden anstehenden Oktober-Qualifikations-Spiele Österreichs gegen Israel zu Hause und in Slowenien - und das ist alles, nur keine Übertreibung.

Dass der Oktober-Lehrgang vorentscheidenden Charakter haben würde, war schon vorher klar. Da Slowenien jedoch die September-Matches etwas überraschend mit sechs Punkten abschloss, gilt dies umso mehr.

"Das wird ganz sicher ein richtungsweisender Lehrgang. Wir haben zwei direkte Duelle. Wenn wir die gewinnen, schaut es sehr gut aus. Wenn wir die verlieren, schaut es sehr schlecht aus. Wir wissen, was auf uns zukommt", bringt es Konrad Laimer auf den Punkt.

Das Nationalteam rangiert vor den finalen vier Spieltagen der engen EM-Qualifikations-Gruppe G einen Punkt hinter Slowenien auf dem dritten Platz.

Das Gute an der Ausgangsposition: Die ÖFB-Elf hat alles in der eigenen Hand. Mit vier Siegen wäre man definitiv für die EURO qualifiziert.

Highlights: Die vielen ÖFB-Chancen gegen Polen!

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

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Foda will nicht nach links und rechts schauen

Besagte vier Siege sind tendenziell auch das Ziel für diesen Länderspiel-Herbst. Der eine formuliert es offensiver, der andere defensiver.

"Im Oktober spielen wir gegen Israel und in Slowenien. Meiner Meinung nach sind wir vom Kader her die viel bessere Mannschaft. Wenn wir zur EM fahren wollen, müssen wir die beiden im Oktober einfach schlagen."

Cican Stankovic

Goalie Cican Stankovic etwa setzt auf die eigene Stärke: "Polen ist in dieser Gruppe von der Qualität und vom Kader her sicher der stärkste Gegner. Im Oktober spielen wir gegen Israel und in Slowenien. Meiner Meinung nach sind wir vom Kader her die viel bessere Mannschaft. Wenn wir zur EM fahren wollen, müssen wir die beiden im Oktober einfach schlagen. Wir haben es in der eigenen Hand. Wir haben auch den Trainer, die Spieler und die Mannschaft dafür. Wir haben die Qualität, dass wir diese Mannschaften schlagen."

So lange Österreich nicht auf Schützenhilfe angewiesen ist, will sich auch Teamchef Franco Foda nicht zu sehr mit anderen Schauplätzen beschäftigen, sondern die eigenen Ergebnisse im Auge behalten: "Wir müssen nicht nach links und nach rechts schauen, sondern einfach so weiterspielen, wie wir das in den letzten vier Spielen gemacht haben."

Deshalb möchte der Deutsche auch nicht beurteilen, ob sich die Ausgangsposition durch die September-Ergebnisse verbessert oder verschlechtert hat.

Sich im Fußball auf andere zu verlassen, ist nie gut

"Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich mich mit den Ergebnissen der anderen Mannschaften eher weniger beschäftigt, denn ich sage auch immer zu unseren Spielern: Wir müssen auf uns schauen! Es hilft nichts, wenn alle anderen für uns spielen und wir unsere Punkte nicht holen. Wir haben jetzt zwar nicht das Optimum von sechs Punkten geholt, aber die vier Punkte waren wichtig, da wir damit voll im Rennen sind."

Der derzeitige Tabellenstand sei ohnehin zweitrangig, wie Foda betot: "Ob du jetzt Zweiter oder Dritter bist, spielt keine Rolle. Nach zehn Spielen musst du Erster oder Zweiter sein. Das ist wichtig! Wir müssen so viele Punkte holen, dass wir aus eigener Kraft den ersten oder zweiten Platz belegen. Denn sich auf andere zu verlassen, ist im Fußball nie gut."

DAS RESTPROGRAMM DER EM-KANDIDATEN IN GRUPPE G:

Spieltag Gegner POL Gegner SLO Gegner AUT Gegner ISR Gegner MKD
7 Lettland (a) Nordmazedonien (a) Israel (h) Österreich (a) Slowenien (h)
8 Nordmazedonien (h) Österreich (h) Slowenien (a) Lettland (h) Polen (a)
9 Israel (a) Lettland (h) Nordmazedonien (h) Polen (h) Österreich (a)
10 Slowenien (h) Polen (a) Lettland (a) Nordmazedonien (a) Israel (h)

Dies ist kein unwesentlicher Gedanke, wenn man sich den Spielplan der immer noch fünf verbliebenen EM-Kandidaten anschaut - fünf deshalb, weil Israel und Nordmazedonien mit jeweils acht Punkten nur drei Zähler Rückstand auf die zweitplatzierten Slowenen (11) aufweisen. Polen ist mit 13 Punkten Tabellenführer, Österreich mit zehn Punkten Dritter.

Neu ist an der Situation definitiv, dass der sich anbahnende Durchmarsch von Polen mit der Niederlage in Slowenien und dem Remis gegen Österreich gestoppt ist. "Das Gute ist, die Polen zittern jetzt auch wieder. Sie müssen jetzt auch wieder gewinnen und die Slowenen müssen noch nach Polen", erklärt Aleksandar Dragovic.

Ein trügerischer Gedanke?

Ein richtiger Gedanke des Leverkusen-Legionärs, wenn man sich vor Augen führt, wie Superstar Robert Lewandowski beinahe schon um ÖFB-Schützenhilfe im Oktober fleht. Möglicherweise jedoch auch ein trügerischer.

Denn mit dem Gastspiel bei Prügelknabe Lettland und dem Heimspiel gegen Nordmazedonien meint es die Auslosung im Oktober recht gut mit Polen, die erst im November ihre direkten Duelle mit Israel (auswärts) und Slowenien (zu Hause) haben. Ob sich Österreich beispielsweise im Fall der Fälle am letzten Spieltag auf die Schützenhilfe der Polen gegen Slowenien verlassen könnte, sollten die Begegnungen davor nach deren Geschmack verlaufen und der Gruppensieg bereits feststehen?

Gedankenspiele, die man im Hinterkopf haben sollte, die vordergründig jedoch nichts bringen. Wie Foda sagt: Am besten ist, man macht sich erst gar nicht von anderen abhängig.

Während der erfolgreichen Quali für die EURO 2016 waren Hochrechnungen unter dem damaligen Teamchef Marcel Koller mehr oder weniger verboten, dafür war der "Wir-schauen-von-Spiel-zu-Spiel-Gedanke" in.

Erst der Showdown gegen Israel, erst dann das "Finale" in Slowenien

Dieser Gedanke ist nicht verschwunden, weswegen es auch wenig Sinn macht, mit ÖFB-Vertretern allzu intensiv über das mögliche "Finale" am 13. Oktober in Slowenien zu diskutieren, schließlich steht vorher das nicht minder wichtige Heimspiel gegen Israel auf dem Programm.

"Nach den ersten beiden Spielen hatte man schon das Gefühl, wir sind meilenweit entfernt und die Welt geht unter. Jetzt sind wir mittendrin und voll dabei."

Franco Foda

"Israel wird auswärts auch nicht sagen, wir werden jetzt die Türe aufmachen, damit ihr gemütlich sechs Tore schießt. Das wird eine ganz schwierige Partie, und die nehmen wir als erstes. Ein Spiel nach dem anderen, dann bin ich optimistisch", bekräftigt Julian Baumgartlinger und fordert:

"Wir dürfen jetzt keinen Zentimeter nachgeben, denn das sind jetzt alles Spiele auf Augenhöhe. Spiele, in denen jeder weiß, ein Punkt kann auch viel wert sein."

Genau deshalb hält Foda trotz der Enttäuschung, die Überlegenheit in Polen nicht in einen so wichtigen Sieg umgemünzt zu haben, auch fest: "Ich glaube, dieser Punkt kann extrem wichtig sein."

Fehlstart verfolgt ÖFB-Team

Dem Teamchef ist es wichtig, nicht zu vergessen, aus welcher Situation kommend sich das ÖFB-Team die aktuelle Lage erarbeitet hat. Gemeint ist der Fehlstart mit den Niederlagen gegen Polen und in Israel:

"Polen verliert in Slowenien, trotzdem waren 60.000 im Stadion und haben die Mannschaft gepusht. Wir wissen, dass die Stimmung im Happel-Stadion, wenn es voll ist, außergewöhnlich gut sein kann. Der 12. Mann im Rücken kann der Mannschaft sehr gut tun."

Franco Foda

"Nach den ersten beiden Spielen hatte man schon das Gefühl, wir sind meilenweit entfernt und die Welt geht unter. Jetzt sind wir mittendrin und voll dabei. Insofern ist das nächste Spiel gegen Israel das Wichtigste. Danach muss man einfach sehen, wie die Konstellation ist. Es kann ja auch sein, dass ein Unentschieden in Slowenien reicht, wenn wir zu Hause gegen Israel gewinnen und sie auswärts in Nordmazedonien verlieren."

Fakt sei nur, dass seine Mannschaft nach dem Fehlstart permanent unter Druck stehen würde: "Dass wir in den ersten beiden Spielen keine Punkte geholt haben, verfolgt uns. Allerdings haben wir unter diesem Druck in den letzten vier Spielen zehn Punkte geholt."

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Spannung ist im Oktober und im November garantiert. Oder wie Marko Arnatovic trocken festhält: "Jeder muss gewinnen - nicht nur wir! Slowenien muss gewinnen, Polen muss gewinnen, keiner ist schon sicher."

Jetzt kommt es auf die ÖFB-Fans an

Umso wichtiger ist es, mit einem Heimsieg gegen Israel zu starten. Man wird es in den kommenden Wochen noch öfter hören, ehe die Partie nicht ausverkauft ist - gerade jetzt zählt es für Foda, dass die ÖFB-Fans zahlreich ins Happel-Stadion pilgern und das Nationalteam unterstützen.

"Weil es für uns wie ein Finale ist und die Mannschaft sich das auch verdient hat. Wir benötigen die Unterstützung in einem ganz wichtigen Spiel", betont der 53-Jährige und verweist auf die polnischen Fans als positives Beispiel:

"Polen verliert in Slowenien, trotzdem waren 60.000 im Stadion und haben die Mannschaft gepusht. Wir wissen, dass die Stimmung im Happel-Stadion, wenn es voll ist, außergewöhnlich gut sein kann. Der 12. Mann im Rücken kann der Mannschaft sehr gut tun."

Textquelle: © LAOLA1.at

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