Bei Polens Nationalstadion kommt ÖFB-Neid auf

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Abseits vom sportlichen Geschehen war das Nationalstadion sicherlich DAS Thema dieses ÖFB-Lehrgangs.

Da passte es fast schon zu gut ins Bild, dass das 0:0 in Polen in einem Nationalstadion über die Bühne ging - und zwar in was für einem! Bei einem Fußball-Österreicher kann bei einem Palast wie dem PGE Narodowy schon einmal berechtigter Neid aufkommen.

"Wir brauchen nicht darüber diskutieren, wie g-e-i-l es ist, vor so einem Publikum zu spielen. 60.000 begeisterte Fußball-Fans - dafür spielen wir alle Fußball! Es war eine super Atmosphäre", genoss etwa Konrad Laimer das Ambiente in Warschau.

Highlights: Die vielen ÖFB-Chancen gegen Polen!

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

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Wenn Polen das schafft...

"Überragend! Man muss den Hut ziehen! Ein überdachtes Stadion für 60.000 Leute", schwärmt auch Aleksandar Dragovic, "wenn ich dann wieder höre, warum für fünf Spiele in Wien für ein Stadion Geld ausgeben, muss ich den Kopf schütteln. Wenn Polen das schafft..."

"Wir sind meilenweit entfernt von einem Stadion. Ich werde es wahrscheinlich auch nicht mehr erleben. Aber ich hoffe, dass es unsere Jungen noch erleben werden."

Aleksandar Dragovic

Eigentlich wollte der Leverkusen-Legionär zu diesem Thema gar nichts sagen, schließlich machte er diesbezüglich schon im Juni nach dem Sieg in Nordmazedonien den Mund auf. Er bemühte sich wirklich, konnte sich aber nicht ganz auf die Zunge beißen.

"Ich habe schon beim letzten Mal meinen Senf dazu abgegeben. Ich bin jetzt seit zehn Jahren im Nationalteam. Wenn Mazedonien ein Trainingszentrum hat, muss man sich schon hinterfragen. Aber das müssen andere hinbringen, ich versuche meine Leistung auf dem Platz zu bringen."

Zum Thema Nationalstadion meint Dragovic: "Wir sind meilenweit entfernt von einem Stadion. Ich bin nicht dafür verantwortlich und ich werde es wahrscheinlich auch nicht mehr erleben. Aber ich hoffe, dass es unsere Jungen noch erleben werden."

Österreich braucht europäischen Standard

Der ÖFB hat in dieser Woche als Reaktion auf die Absage der Stadt Wien zum Standort Prater seine Fakten bezüglich Nationalstadion auf den Tisch gelegt. Vielleicht auch deshalb zeigt sich Sportstadtrat Peter Hacker im LAOLA1-Interview doch wieder gesprächsbereit.

Dass nur ein multifunktionaler Ansatz Sinn macht, ist allen Beteiligten klar. Aber rein auf Länderspiel-Ebene betrachtet: Wer das Ambiente in Warschau erlebt hat, wünscht sich Ähnliches natürlich auch in Wien - und dafür braucht es gar nicht zwingend einen 465 Millionen Euro teuren Prachtbau wie das polnische Nationalstadion.

"Es war wirklich etwas Besonderes. Dass alles in Rot-Weiß gehalten war, war für uns auch gut", grinst Julian Baumgartlinger, der es "wirklich toll" finden würde, wenn sich auch in Österreich endlich etwas tun würde:

"Ich habe es eh schon bei bei der Pressekonferenz vor dem Lettland-Spiel gesagt: Es ist natürlich ein Thema, das wir immer wieder mitkriegen, gerade weil es sich schon so lange zieht. Ich bin jetzt seit zehn Jahren im Nationalteam dabei, und das Thema ist fast seit Anfang an präsent. Aber es geht nicht nur um unseren Bereich. Wie der Teamchef gesagt hat, wäre es wünschenswert, wenn auch bei der Infrastruktur rundherum etwas passiert, zum Beispiel für die Nachwuchs-Nationalteams. Das gehört auf einen europäischen Standard gehoben. Wann das passiert, kann ich nicht beeinflussen."

Rückkehr ins Happel-Stadion

Dies kann vermutlich noch eine Weile dauern. Im Oktober kehrt das Nationalteam für das Heimspiel gegen Israel ins altehrwürdige Ernst-Happel-Stadion zurück.

"Auf uns warten zwei brutal wichtige Spiele, gerade das Spiel zu Hause gegen Israel. Ich hoffe, dass das Stadion ausverkauft sein wird, so wie es in Polen der Fall war. Die Mannschaft hat es sich verdient."

Franco Foda

Laimer wird erstmals im ÖFB-Dress dort auflaufen, seine bisherigen Erfahrungen im Prater-Oval beschränken sich auf Gastspiele mit Salzburg zu jener Zeit, als Rapid und Austria dort ihre Heimspiele ausgetragen haben.

Die Erfahrung im PGE Narodowy sei wieder einmal eine Erinnerung gewesen, was solch eine Stimmung ausmachen kann: "Wir haben ja auch die Diskussion rund um das Nationalstadion. Wenn man solch ein Stadion hat und das jedes Mal ausverkauft ist, pusht das eine Mannschaft nach vorne. Fans machen den Fußball noch mal attraktiver. Das können die ein oder zwei Prozent in einem Spiel sein, die entscheiden, ob man gewinnt oder nicht. Ich hoffe, dass bei unseren nächsten Heimspielen auch viele Zuschauer ins Stadion kommen. Ich glaube, dann kann uns nicht viel aufhalten."

Foda-Appell an die Nationalteam-Fans

Zumindest wenn es voll ist, kann auch das Happel-Stadion eine gute Stimmung bieten. Nicht zuletzt deshalb versucht Franco Foda bereits jetzt die Fans für das Israel-Match zu mobilisieren.

Der Teamchef hofft auf ein volles Haus und appelliert an die ÖFB-Fans: "Ich habe den Jungs vor dem Spiel in Polen gesagt, dass noch keine Entscheidung fallen wird. Die entscheidenden Spiele kommen jetzt. Auf uns warten zwei brutal wichtige Spiele, gerade das Spiel zu Hause gegen Israel. Ich hoffe, dass das Stadion ausverkauft sein wird, so wie es in Polen der Fall war. Die Mannschaft hat es sich verdient, wenn man sieht, wie sie in den letzten vier Spielen agiert hat. Ich hoffe, die Fans pushen uns nach vorne und wir erreichen gemeinsam unser Ziel und das ist nach wie vor die EM 2020."

Textquelle: © LAOLA1.at

Hacker/Nationalstadion? "In dieser Liga spielt Österreich nicht"

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