Lichtblick Schlager: "Habe noch nichts erreicht"

Aufmacherbild Foto: © GEPA
 

Bei aller Enttäuschung über Österreichs 0:0 gegen Bosnien-Herzegowina und den damit bereits fix verpassten Gruppensieg ist es nicht so, dass die Partie keine Lichtblicke aus rot-weiß-roter Sicht zu bieten hatte.

Ganz bestimmt ein solcher war Xaver Schlager, der nach seiner Einwechslung zur Pause für den enttäuschenden Florian Kainz für spürbar frischen Wind sorgte.

"Der Trainer hat mir die Anweisung gegeben, dass ich vorne Schwung reinbringen und Miralem Pjanic zudecken soll. Das habe ich versucht. Manchmal gelingt es besser, manchmal schlechter", kommentiert der 21-Jährige in seiner gewohnt staubtrockenen Art.

Nur nicht in die Hose machen

Der Salzburg-Kicker neigt nicht dazu, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Es wirkt fast so, als fiele es ihm schwer, Lob für die eigene Leistung anzunehmen, weil er schließlich nur seinen Job erledigt hat.

"Wenn ich mir in die Hose mache oder wenn ich nervös bin und mir vor jedem Ball denke: 'Boah, wenn ich den jetzt verhau, krieg ich eine drüber', wird es schwierig."

Xaver Schlager

"Ich habe versucht, dass ich der Mannschaft helfe. Aus. Fertig. Ich sage einmal, es hätte schlechter laufen können, aber schlussendlich zählt das Ergebnis, und ein 0:0 ist nicht das, was wir wollten", betont Schlager.

Dennoch stach die geradezu erfrischende Unbeschwertheit, mit welcher der Blondschopf agierte, ins Auge - vor allem in einer ÖFB-Phase, in der man dies nicht von allen Kadermitgliedern behaupten kann. Für Schlager selbst scheint diese Pfeif-mir-nix-Mentalität das Normalste der Welt zu sein:

"Es ist ja nicht so, dass ich alleine spiele. Es stehen elf Spieler am Platz. Ich probiere halt, dass ich das Bestmögliche heraushole und schaue, dass ich einfach spiele. Wenn ich mir in die Hose mache oder wenn ich nervös bin und mir vor jedem Ball denke: 'Boah, wenn ich den jetzt verhau, krieg ich eine drüber', wird es schwierig. Dann kannst du kein Selbstvertrauen aufbauen. Ich habe genug Selbstvertrauen, weil es bei uns im Verein ganz gut läuft."

Ein Großer im Nationalteam? Schlager antwortet Hinteregger

Mit den "Bullen" legt Schlager eine erfolgreiche, aber auch intensive Saison hin: "Mir macht es Spaß, jeden dritten Tag zu spielen, denn dann muss man nicht ewig trainieren, sondern hat hauptsächlich die Spiele, und das ist lustig. Das wünscht sich jeder Fußballer. Es geht nur um die Spiele."

Natürlich hat sich Schlager in seinen bisherigen sieben Länderspielen noch nicht als Stammkraft im Nationalteam etabliert. Geht seine Entwicklung jedoch so weiter, scheint dies nur eine Frage der Zeit zu sein.

Nach seinem gelungenen, aber von einer Blessur frühzeitig beendeten Startelf-Einsatz beim Test in Dänemark prophezeite Martin Hinteregger: "Xaver Schlager wird sicher einmal ein Großer im Nationalteam."

"Ich habe bis jetzt noch nichts erreicht. Es ist nicht so, dass ich schon 100 Länderspiele und 50 Tore gemacht hätte, sondern ich hatte erst ein paar Einsätze."

Xaver Schlager

"Es ist cool, wenn 'Hinti' das sagt, aber ich weiß ja noch nicht, ob das passiert", schätzt Schlager diesen Sager in seiner abgebrühten Art und Weise ein, wie es Hinteregger selbst nicht besser könnte. Die direkten, ehrlichen und bodenständigen Wortmeldungen der beiden ähneln einander bisweilen ohnehin sehr.

Entsprechend meint Schlager weiter: "Ich habe bis jetzt noch nichts erreicht. Es ist nicht so, dass ich schon 100 Länderspiele und 50 Tore gemacht hätte, sondern ich hatte erst ein paar Einsätze, musste erst reinkommen. Ich denke, es ist für mich noch viel Neues dabei. Aber ich fühle mich wohl, die Mannschaft hilft mir gut - und das Nationalteam ist einfach das, wo ich spielen will. Das Niveau ist richtig hoch, man lernt etwas, kann sich einiges abschauen. Das taugt mir einfach!"

Schlager erneuert sein U21-Angebot

Wie laut er nach seinen zuletzt guten Auftritten an die ÖFB-Startelf anklopft, will der Shootingstar nach der Partie nicht einschätzen: "Da muss man den Trainer fragen. Ich denke, bei uns klopft jeder laut an die Startelf an, das Niveau ist richtig hoch. Jeder probiert sich reinzuhauen. Beim Spielersatztraining wird es wieder heiß hergehen, da wird es wieder um alles gehen! Denn jeder will sich präsentieren."

Wenn es für jemanden im Spielersatztraining schon um alles geht, muss man sich um seine Mentalität eher keine Sorgen machen. Für Schlagers Mentalität spricht es wohl auch, dass er sein Angebot erneuert, dem U21-Nationalteam im Fall der Fälle am kommenden Dienstag im Rückspiel der EM-Quali-Playoffs gegen Griechenland zu helfen:

"ich wollte der U21 ja schon im Oktober helfen, denn ich finde, das ist eine wichtige Sache. Bei einer EM ist man nicht jeden Tag dabei und man hat dann eben noch die Chance auf Olympia, die man nützen sollte, wenn man die Möglichkeit hat."

Xaver Schlager

"Ich würde gerne helfen, ich habe viele Freunde in diesem Team, darum wäre es kein Problem für mich. Ich will auch diese Qualifikation schaffen, ich wollte ja schon im Oktober dabei sein und ihnen helfen, denn ich finde, das ist eine wichtige Sache. Bei einer EM ist man nicht jeden Tag dabei und man hat dann eben noch die Chance auf Olympia, die man nützen sollte, wenn man die Möglichkeit hat. Darum würde ich mich freuen, wenn ich dabei sein darf."

Entscheiden müsse dies jedoch Teamchef Franco Foda in Absprache mit U21-Coach Werner Gregoritsch.

Erinnerungen an Spanien

Für Schlager sind die EM-Quali-Playoffs mit der U21 kein Neuland. Vor zwei Jaren war er Teil jener Elf, die nur knapp an Favorit Spanien scheiterte - eine spanische Elf, in der mit  Marco Asensio, Saul Niguez oder 80-Millionen-Goalie Kepa Akteure standen, die sich inzwischen auf Top-Niveau etabliert haben.

"Das habe ich damals auch schon gewusst, dass es eine super Truppe ist", meint Schlager, stellt jedoch in Abrede, dass er seit damals noch eine offene Rechnung mit dem Thema EM-Qualifikation hat:

"Ich habe in den letzten zwei Jahren kein einziges Mal daran gedacht. Also ich bin nicht zu Hause gesessen und habe mir gedacht: 'Hm, das müssen wir jetzt ausbessern.' Nein, wir haben jetzt wieder die Chance, die haben wir uns erarbeitet. Es ist ein neues Spiel, diesmal ist es nicht Spanien, sondern Griechenland. Ich hoffe, auswärts gelingt ein gutes Ergebnis, das ist sicher nicht einfach. Und dann entscheidet der Trainer, ob ich runterkommen und ihnen helfen dürfte. Wenn ich dabei sein darf, werde ich alles geben, damit wir das Ziel erreichen."

Textquelle: © LAOLA1.at

So viel Gewinn machte der SK Rapid in der Saison 2017/18

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare