Grbic: Ein Instinkt-Fußballer wie Arnautovic

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Wenn man noch relativ neu im Nationalteam ist, gibt es dümmere Ideen, als sich an alten Hasen zu orientieren.

Wenn der alte Hase auf den Namen Marko Arnautovic hört und einen unter seine Fittiche nimmt, kann sich das erst recht bezahlt machen.

Das Goldtor von Adrian Grbic beim 2:1 gegen Nordirland - nach herrlichem Zuspiel von Arnautovic - dient als gutes Beispiel.

Schließlich gehorchte der Stürmer den Anweisungen des China-Legionärs.

"Trotz sieben Stunden Zeitunterschied habe ich fast alle Spiele vom Nationalteam gesehen und dabei auch die neuen Spieler beobachtet - natürlich auch Adrian Grbic. Ich denke, er hat das Potenzial, ein Großer zu werden", erläutert Arnautovic und verrät, dass Abstand halten gegen Nordirland nicht das Gebot der Stunde war:

"Ich habe ihm nach der Einwechslung gleich mitgegeben, dass er nicht zu weit von mir weg sein soll. Wir wollten schauen, dass wir probieren, uns gegenseitig durchzukombinieren. Als ich mit dem Ball reingegangen bin, hat er gleich gewusst, wo er hinlaufen soll, und ich habe ihn gesehen. Ich freue mich für ihn, dass er sein drittes Länderspiel-Tor gemacht hat und ich es ihm auch noch auflegen konnte. Ich hoffe, da kommen noch einige mehr."

Eine Ehre, mit Arnautovic am Platz zu stehen

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

Grbic bestätigt diese Geschichte: "Er hat zu mir gesagt, ich soll in seiner Nähe bleiben, damit wir uns immer sehen und anspielen können. Daraus ist das Tor resultiert. Ich habe gesehen, dass er in die Mitte zieht, er hat den Ball durchgesteckt und ich habe ihn gemacht."

Was man als blindes Verständnis interpretieren könnte, war eher Instinkt. Tatsächlich waren es erst die ersten gemeinsamen Match-Minuten des Offensiv-Duos.

Für Grbic ist Arnautovic ein Kicker, der den Unterschied ausmachen kann: "Man merkt einfach die unglaubliche Präsenz und Ausstrahlung von Marko. Seine Einzelaktionen wie beim zweiten Tor - wie er den Ball vorlegt, ist unglaublich - zeigen, wie wichtig Marko für uns ist. Es ist eine Ehre, dass ich mit ihm am Platz stehen darf."

Ähnliche Kindheit, was den Fußball angeht

Wie Arnautovic ist Grbic Wiener, auch darüberhinaus sieht er Parallelen im Werdegang: "Wir verstehen uns einfach, weil wir ähnliche Spielertypen sind. Wir hatten eine ähnliche Kindheit, was den Fußball angeht. Wir haben viel Zeit draußen mit dem Ball verbracht. Da lernt man einfach Sachen, die man in einer Akademie nicht lernt. Da geht es um Fußballer-Instinkte. Ich denke, deswegen hat es auch so gut geklappt."

Grbic übersiedelte einst schon mit 16 von Rapid in den Nachwuchs des VfB Stuttgart. Nachdem er dort bei den Amateuren seinen Torriecher nicht mehr unter Beweis stellen konnte, kehrte er nach Österreich zurück - erst zum FAC, dann zu Altach.

Im Sommer 2019 ging es ablösefrei zum französischen Zweitligisten Clermont Foot, der den Stürmer ein Jahr später um rund zehn Millionen Euro an den FC Lorient weiterverkaufte.

Keine Zweifel an Entscheidung für Österreich

Die Einberufung ins Nationalteam wäre wohl schon im Frühjahr erfolgt, hätten Länderspiele stattgefunden. Dass Grbic für Österreich aufläuft, ist für ihn trotz seiner kroatischen Wurzeln selbstverständlich:

"Ich habe seit der U15 alle U-Nationalmannschaften in Österreich durchlaufen. Für mich war klar, dass ich auch für Österreich im A-Team spielen werde. Somit gab es keinen Zweifel an meiner Entscheidung."

Für Stürmer ist es auch kein Fehler, wenn sie relativ flott jeden Zweifel an ihrer Berechtigung, für das Nationalteam zu spielen, ausräumen.

Während in der jüngeren Vergangenheit so mancher ÖFB-Angreifer mit einer gewissen Torflaute zu kämpfen hatte, hat Grbic mit drei Treffern in den ersten sechs Länderspielen eindrucksvoll losgelegt. Druck habe er sich dennoch keinen auferlegt:

"Wenn man sich als Stürmer selbst unter Druck setzt, kann man nicht seine hundertprozentige Leistung bringen. Man muss einfach das spielen, was man am besten kann und seine Stärken auf den Platz bringen. Ich denke, in den letzten Spielen habe ich sehr gut unter Beweis gestellt, dass ich einen Torriecher habe und meine Tore mache."

Viele hohe Bälle bei Lorient

Generell betrachtet der 24-Jährige das A-Team als "im Angriff gut aufgestellt. Daher gilt es für mich, immer da zu sein, Vollgas zu geben und mich für weitere Aufgaben zu empfehlen."

Läuft es beim Nationalteam gut, ist dies meist auch kein Schaden im Hinblick auf den Verein. Als Grbic im Sommer beim FC Lorient unterschrieben hat, durfte er sich noch nicht Nationalspieler nennen.

Wobei im konkreten Fall Nationalmannschaft und Arbeitgeber vor allem von der Herangehensweise her zwei verschiedene Paar Schuhe sind:

"Bei uns im Verein haben wir einen für Stürmer, ich sage mal, ungewöhnlichen Spielstil, weil wir nicht sehr viel flach spielen, sondern sehr viel hoch nach vorne. Da müssen wir uns einfach, weil wir aus der 2. Liga aufgestiegen sind, schnell an die Liga anpassen. Wir hatten einen schweren Start, aber ich denke, dass wir trotz allem eine sehr gute Mannschaft haben und zurück in die Spur finden werden."

Textquelle: © LAOLA1.at

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