Red Bull Salzburg: Double fixieren - und dann?

Red Bull Salzburg: Double fixieren - und dann? Foto: © GEPA
 

Wieder ist ein Titel eingefahren!

Der ÖFB-Cup 2019 ist mittlerweile die 14. Trophäe, die sich der FC Red Bull Salzburg seit dem Einstieg des Getränkeherstellers im Jahr 2005 in die Vitrine stellen kann.

Noch beeindruckender: Seit 2012 gingen nur drei mögliche Titel nicht in die Mozartstadt, das nächste Double dürfte auch nur mehr eine Frage von Tagen sein.

Aber dann – dann steht den Salzburgern wieder einmal ein Umbruch bevor.

Bleibt Fredrik Gulbrandsen?

Nicht nur, dass der Abgang von Marco Rose und seinem Trainerteam nach Gladbach beschlossene Sache ist, werden auch einige Leistungsträger umworben. Dazu laufen die Verträge von Fredrik Gulbrandsen, der sich auch nach Alternativen umsieht (HIER nachlesen), und von Urgestein Christoph Leitgeb, der nicht als Spieler bleiben wird (HIER nachlesen), aus. Eine Verlängerung, zumindest des Norwegers, wird zu den Baustellen des Sommers gehören.

Mit Stefan Lainer und Xaver Schlager werden zwei Mitglieder der Stamm-Formation seit einiger Zeit von anderen Vereinen umworben. Die Abgänge von Hannes Wolf zu RB Leipzig und Munas Dabbur zum FC Sevilla sind schon länger beschlossene Sache.

Damit ist schon rund die Hälfte der Start-Formation, die in Klagenfurt Rapid gegenüberstand, im Sommer weg oder zumindest akut von einem Wechsel "bedroht".

Und das Karussell dreht sich immer schneller. Jüngst sind neue Gerüchte um Dominik Szoboszlai und den SSC Napoli aufgekommen – nach gerade einmal 19 Pflichtspiel-Einsätzen beim Serien-Meister. Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass der junge Ungar zumindest noch eine weitere Saison bei den "Bullen" bleiben wird.

Doch auch zwei Neuzugänge stehen schon fest: Hee-Chan Hwang, der beim Hamburger SV nie so recht auf Touren kam, nur zwei Treffer erzielte, kommt ebenso von seiner Leihe zurück wie Majeed Ashimeru, der in der Schweizer Liga beim FC St. Gallen mit starken Leistungen aufzeigen konnte. Beide sind in der kommenden Saison als Kaderspieler bei den RBS-Profis eingeplant.

Ersatzmänner drängen sich schon auf

Auch Sportdirektor Christoph Freund war sich unmittelbar nach dem Cup-Erfolg bewusst: "Es ist eben so, dass im Sommer wieder einiges im Umbruch sein wird. Auch in der Mannschaft wird wieder einiges passieren."

Sorgen macht sich der Ex-Kicker deswegen keine: "Ich weiß, welche Jungs in den Startlöchern scharren, dass sie die Chance bekommen, hier wichtige Positionen zu besetzen oder zumindest mal reinzuschnuppern, darum ist mir nicht bange."

Ein gutes Beispiel hat schon im Cup-Finale Patrick Farkas gebracht, der nach seinem Jahr verletzungsbedingter Pause gleich zum Spieler im Mittelpunkt des Geschehens wurde.

Im Endspiel als Linksverteidiger anstelle von Andreas Ulmer eingesetzt, ist der 26-Jährige eigentlich auf der rechten Seite daheim – und damit eine naheliegende Option zu Stefan Lainer, sollte dieser den im letzten Jahr noch verwehrten Absprung zu einer größeren Aufgabe im Sommer nachholen dürfen.

Salzburg wird um Xaver Schlager kämpfen

Was bei Lainer letztes Jahr der Fall war, bahnt sich im kommenden Sommer bei Xaver Schlager an: Ein Tauziehen um den Verbleib.

Vor einiger Zeit war ein möglicher Wechsel zu RB Leipzig das heißeste Gerücht, das von Salzburger Seite dementiert wurde. Nun kursiert – ähnlich wie bei Fredrik Gulbrandsen – vor allem die Meldung, der 21-Jährige könnte Marco Rose zu Borussia Mönchengladbach folgen.

Die besten Bilder des ÖFB-Cup-Finales:

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Für Freund ist eines klar: "Wir werden viel für einen Verbleib tun, wissen aber von dem großen Markt, den es für ihn gibt. Xaver ist schon ein bisschen das Gesicht des Vereins, durchlief von der U12 bis zur Kampfmannschaft alle Teams, er hat auch die Youth League gewonnen – ein Salzburg-Spieler par excellence."

Schlager: "So wie es derzeit ausschaut, bleibe ich"

Ob eine solche Maßnahme auch eine weitere Verlängerung des ohnehin bis Sommer 2021 laufenden Vertrags sein kann? Freund wenig sagend: "Wir werden alles tun, damit er noch ein Jahr in Salzburg spielt."

Schlager machte den RBS-Verantwortlichen nach dem gewonnenen Cup zumindest ein wenig Hoffnung, in dem er zur "Krone" meinte: "So wie es derzeit ausschaut, Stand heute, bleibe ich."

Generell zeigte sich der Youngster während der Party in den Katakomben des Wörthersee-Stadions ein weiteres Mal von den Spekulationen genervt: "Ich will jetzt nicht über die Zukunft spekulieren. Am Sonntag wollen wir den Deckel in der Liga draufsetzen, erst dann werde ich in die Zukunft blicken."

Bringen auslaufende Leihgeschäfte Alternativen?

Selbst, wenn so mancher Abgang verhindert werden kann: Neo-Trainer Jesse Marsch wird wohl auch von sich aus für so manche Änderung im Kader sorgen.

Einfache Möglichkeiten ergeben sich etwa durch diverse Leihgeschäfte Salzburgs, die auslaufen: Neben der bereits fixierten Rückkehr von Hee-chan Hwang könnten etwa Mathias Honsak, Masaya Okugawa, David Atanga und Asger Sörensen aus der zweiten deutschen Liga zurückkehren. Honsak hätte aus diesem Quartett wohl die besten Chancen bei den Salzburgern.

Mit Luca Meisl (SKN St. Pölten) und Igor (Austria Wien) sind zwei Innenverteidiger Stammspieler bei anderen Bundesliga-Klubs. Meisl soll jedoch in St. Pölten bleiben, wenngleich sich die Niederösterreicher die Kaufoption nicht leisten können. Igor dürfte eher zu einem Wechsel ins Ausland tendieren.

Samuel Tetteh ist an den LASK verliehen, die Linzer haben eine Kaufoption. Und dann wären da noch Sekou Koita, der beim WAC schon unter Beweis gestellt hat, dass er in der Bundesliga zu den besten Kickern gehören kann, wenn er sich weiterhin so entwickelt, Mohamed Camara (Hartberg) und Gideon Mensah (Sturm) - letztere beide sind kommende Saison aber eher kein Thema für Salzburg.

Youba Diarra ist schon im Winter aus Hartberg zurückgekommen, ist derzeit aber mit seinem erlittenen Kreuzbandriss außer Gefecht. Mit Antoine Bernede sowie den derzeit noch verletzten Jasper van der Werff und Mahamadou Dembele scharren außerdem drei hochveranlagte Kicker, die bereits im Profi-Kader stehen, in den Startlöchern.

Titel fixieren und Champions League verfolgen

Potenzial für jede Menge Bewegung ist also wieder da. Und Anreize für die Jugend auch: Die Chance auf jede Menge Titel.

"Das ist bei uns das Spezielle: Dass so viele Junge nachrücken, die noch nicht so viele Titel gewonnen haben. Die schon länger da sind, leben vor und wissen, wie schön das ist. Es ist schon speziell, wie hungrig diese Mannschaft immer ist", freut sich auch Freund über seine vergleichsweise komfortable Ausgangslage für einen Umbruch.

Fraglich ist nur nach wie vor, ob durch einen Meister-Titel auch der so lange aufgebaute Hunger nach einer Champions-League-Teilnahme endlich gestillt werden könnte. Mit einem Titel für Ajax Amsterdam, eventuell auch Tottenham, könnte wieder der Weg in die Qualifikation angetreten werden müssen. Ein Umstand, der die Planungen auch nicht leichter macht.

Neben dem letzten Schritt zur Meisterschaft und ersten Kader-Überlegungen wird damit auch jede Menge Daumendrücken in der Königsklasse am Plan stehen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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