Neue und alte Optionen für Letsch

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Der Herbst war durchwachsen, wenngleich nicht völlig verunglückt.

Im Frühjahr hat die Wiener Austria viel Luft nach oben und auch noch eine Menge zu tun, wenn sie ihre Saisonziele erreichen will.

Gleich zum Auftakt, im Cup-Viertelfinale gegen den GAK, steht am Freitag (ab 19 Uhr im LIVE Ticker >>>) ein Pflichtsieg auf dem Programm.

LAOLA1 nimmt vor dem Saisonstart die wichtigsten Punkte und den neuen Konkurrenzkampf genau unter die Lupe.

ÖFB-Cup

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Eines der ganz großen Ziele der Veilchen in der laufenden Saison ist das „Finale z’Haus“. Das Endspiel des ÖFB-Cups wird in der neuen Generali Arena ausgetragen und da wollen die Violetten am 1. Mai 2019 freilich mit von der Partie sein. Man habe keine Lust, für dieses Spiel die Kabine zu räumen, erklärt Sportchef Muhr. Bis dahin muss die Austria aber noch zwei Siege einfahren. Zunächst wartet im Viertelfinale der GAK.

„Der GAK ist sicher kein normaler Regionalligist, das ist eine gestandene Truppe, die in der 2. Liga eine gute Rolle spielen würde“, warnt Muhr vor dem Gastspiel in Graz. Trainer Letsch stößt ins selbe Horn: „Wir werden den Teufel tun, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. Es ist ein Cup-Viertelfinale, es wäre verheerend, den Gegner zu unterschätzen. Nichtsdestotrotz gehen wir als Favorit ins Spiel. Wir werden das Spiel mit 90 Prozent nicht gewinnen, wir müssen 100 Prozent abrufen. Wenn uns das gelingt, werden wir gewinnen.“

Bundesliga

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Der Herbst war mit nur acht Siegen aus 18 Spielen durchwachsen, darüber kann auch der 6:1-Sieg im Derby zum Abschluss nicht hinwegtäuschen. Vier Punkte Vorsprung haben die Veilchen auf den ominösen Strich. Selbstredend ist die schnellstmögliche Fixierung der Teilnahme an der Meister-Gruppe das kurzfristige Ziel.

Am Ende will die Austria unter den ersten Drei der Tabelle landen, um sich Playoff-Spiele um einen Europacup-Startplatz zu ersparen. Im Idealfall – aus violetter Sicht – ist der Europacup-Platz zu diesem Zeitpunkt durch einen Triumph im Cup sowieso längst gesichert.

Spielanlage

Die bisherige Ära Letsch war von der Suche nach dem richtigen System geprägt. Zu Beginn der laufenden Saison wurde auf eine Raute gesetzt, danach wurde eher das 4-3-3 präferiert. Schon vor der Winterpause hat der Coach angekündigt, künftig mehr Konstanz in die System-Frage zu bekommen. In der Vorbereitung hat sich – doch ein wenig überraschend – ein 4-4-2 als Grundformation herauskristallisiert. In der Zentrale sind jeweils ein Sechser und ein Achter vorgesehen, die beiden Flügelstürmer sowie die zwei Angreifer agieren flexibel – je nach Spielertyp wird da von außen mal mehr, mal weniger in die Mitte gezogen, lassen sich die nominellen Stürmer fallen.

Das Toreschießen fiel den Violetten im Herbst bekanntlich schwer. Letsch fordert nun: „Wir müssen an uns glauben, was die Offensive anbelangt. Wir haben im vorderen Bereich viel technische Qualität und hohe Geschwindigkeit.“ Nachsatz: „Die Basis wird immer sein, mutig zu sein, wenn der Gegner den Ball hat. Es wird aber auch wichtig sein, Ideen zu haben, wenn wir den Ball haben.“ Sportchef Muhr sagt über die Vorbereitung: „Der Fokus lag darauf, dass es – unabhängig von der Systemfrage, die weiterhin flexibel gestaltet werden soll und kann – klare Prinzipien gibt im Spielaufbau, im Spiel mit dem Ball, aber auch im Spiel gegen den Ball, im Umschaltverhalten.“

Konkurrenzkampf

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Mit Lucas Venuto (Vancouver) und Kevin Friesenbichler (WAC) haben zwei Spieler den Verein verlassen, Sterling Yateke wurde aus Finnland von TPS geholt. Langzeitverletzte wie Kapitän Alexander Grünwald und Christoph Martschinko, der den Konkurrenzkampf auf der Position des Linksverteidigers anheizen wird, sind zurückgekehrt. Zum Start ins Frühjahr buhlen nun wesentlich mehr Kicker um einen Platz auf dem Feld als das noch im Herbst der Fall war. Das freut Letsch: „Für mich ist wichtig, dass wir eine Konkurrenzsituation haben. Wenn die Spieler das annehmen, macht uns das besser.“

Spieler im Fokus

Sterling Yateke

Der 19-jährige Zentralafrikaner hat erst ein halbes Jahr in Europa in den Beinen, konnte beim finnischen Absteiger TPS mit sieben Toren und zwei Assists in elf Partien aber durchaus schon eine Duftmarke setzen. „Er hat sich sehr gut eingefunden. Es war vom ersten Training an spür- und sichtbar, dass das ein Guter ist. Er bringt eine sehr gute Physis mit, hat eine enorme Schnelligkeit“, sagt Muhr über den Youngster. Der wuchtige Angreifer sollte durch seine Schnelligkeit im Umschaltspiel ein wichtiger Faktor werden und durch seine wuchtige Statur auch dann zur Geltung kommen, wenn die Veilchen im und rund um den gegnerischen Strafraum nur wenig Platz vorfinden. Gut möglich allerdings, dass Yateke zunächst in der HPYBET 2. Liga bei den Young Violets Spielpraxis sammelt.

Alexander Grünwald

Der Kapitän ist zurück. Nach seiner schweren Schulterverletzung ist der 29-Jährige wieder voll bei Kräften. „Spätestens im letzten Test hat er gezeigt, dass er spielfähig ist. Es spricht viel dafür, dass er schon gegen den GAK mit im Kader ist“, sagt Letsch. Wie wichtig der Kärntner für die Mannschaft ist, muss wohl nicht extra betont werden. Fünf Tore und drei Assists in den 13 Pflichtspielen, die er vor seiner Verletzung absolviert hat, sprechen eine deutliche Sprache. Spannend wird allerdings, wo der Captain im 4-4-2 zum Einsatz kommt. Auf den beiden zentralen Positionen sind James Jeggo, Uros Matic und der aktuell noch verletzte Thomas Ebner vorgesehen, „Zehner“ gibt es eigentlich keinen mehr. Also wird Grünwald auf den Flügel ausweichen müssen, dort ist die Konkurrenz allerdings sehr groß.

Dominik Prokop

Für den U21-Teamspieler wäre es höchste Zeit gewesen, den nächsten Schritt zu machen. Doch im Herbst war – und das ist noch nett ausgedrückt – Stagnation angesagt. Nur neun Mal in der Meisterschaft in der Startelf, lediglich drei Scorerpunkte in 16 Pflichtspielen – der Offensivspieler hat ausgelassen. Im Winter zeigte sich der 21-Jährige durchaus selbstkritisch (Hier Nachlesen). Sportchef Muhr sagt: „Er hat im Herbst nicht seine beste Halbsaison gespielt, das weiß er auch selbst. Es liegt an ihm, das zu korrigieren. In der Vorbereitung hat er einen guten Schritt gemacht, konnte in den Testspielen aufzeigen. Jetzt gilt es, auch in den Pflichtspielen Leistungen zu bringen. Über seine hervorragende Veranlagung brauchen wir nicht zu diskutieren, jetzt muss er das umsetzen.“ Die Konkurrenz am Flügel ist groß, es könnte ein Frühjahr werden, in dem sich entscheidet, in welche Richtung die Karriere des Wieners geht.

Alexandar Borkovic

Alexandar Borkovic gilt als eines der größten Innenverteidiger-Talente des Landes – zugegeben, davon gibt es recht viele. Der 19-Jährige hat schon 16 Spiele für die Profis in den Beinen, war gegen Ende der vergangenen Spielzeit praktisch gesetzt und hat auch gegen den AC Milan ein Tor erzielt. Doch „Borko“ ist verletzungsanfällig, wird immer wieder von muskulären Problemen zurückgeworfen und konnte deshalb im Herbst kaum spielen. Nun steht der Youngster wieder zur Verfügung, wie Muhr erklärt: „Er hat die Vorbereitung verletzungsfrei mitmacht, in den Testspielen gute Leistungen gebracht, nun gilt es, das zu stabilisieren.“ Im Sommer läuft der Vertrag des Wieners aus, die Zeichen stehen laut Sportdirektor aber ganz klar auf Verlängerung: „Es gibt schon Gespräche mit Borkovic und seinem Berater. Mein Signal ist ganz klar: Wir wollen mit ihm weiterarbeiten. Auch er hat seine Zustimmung gegeben. Ich bin guter Dinge, dass wir ihn noch länger im violetten Trikot sehen.“

Manprit Sarkaria

Der 22-Jährige ist der Gewinner der violetten Vorbereitung. Muhr lobt: „Er hat in der Vorbereitung mit sehr guten Leistungen aufgezeigt, ist sicher näher an die Truppe herangerückt und gibt dem Trainer noch mehr Möglichkeiten in der Offensive.“ Auch Letsch betont: „Er hat super aufgezeigt!“ Der Flügelspieler hat im Herbst vier Kurzeinsätze in der Bundesliga bekommen, für die Young Violets in der zweithöchsten Spielklasse in elf Partien vier Tore und vier Assists verbucht. Die Anlagen sind da, nun gilt es, sich gegen die Konkurrenz – und die ist auf den Flügelpositionen groß – durchzusetzen.

Ewandro Costa

Der Brasilianer ist bis zum Sommer von Udinese ausgeliehen, die Veilchen besitzen auch eine Kaufoption. Der frühere brasilianische Nachwuchsteamspieler konnte sich mit seinen bisherigen Leistungen nur bedingt für eine Weiterverpflichtung empfehlen. Das bisherige Highlight: Der späte Siegtreffer Ende September in Hartberg. In der Vorbereitung hat der 22-Jährige aber einen Schritt nach vorne gemacht und sich zu einer ernsthaften Option für die Startelf gemausert. Aktuell scheint er die besten Karten zu haben, neben Bright Edomwonyi zu spielen. Der trickreiche, pfeilschnelle, aber körperlich eher schwache Südamerikaner passt von seinen Anlagen her gut zur geplanten flexiblen Spielweise in der Offensive.

Textquelle: © LAOLA1.at

ÖFB-Cup: Der GAK wird gegen die Austria Beton anrühren

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