Endstand
3:0
1:0 , 2:0
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Das vermisste Hoff Thorup bei seiner verpatzten Rapid-Premiere

Kein Trainereffekt bei Rapid, jetzt ist auch der ÖFB-Cup dahin. "Wir müssen die Situation akzeptieren", ist schon nach dem ersten Pflichtspiel Geduld gefragt.

Das vermisste Hoff Thorup bei seiner verpatzten Rapid-Premiere Foto: © GEPA

Eine Trendwende bei Rapid wird keine Frage von Wochen. Die Ära von Johannes Hoff Thorup beginnt mit einem herben Denkzettel.

Das 0:3 bei der SV Ried im Viertelfinale des UNIQA ÖFB-Cups war ein kapitaler Fehlstart ins Jahr.>>>

Und der bahnte sich schon nach zwei Minuten an. Als nach einem riskanten Pass von Romeo Amane Ex-Rapidler Ante Bajic Neo-Außenverteidiger Dominik Weixelbraun übertölpeln konnte.

Danach blieben die Wiener zu harmlos, und als langsam Zugriff auf das Spiel aufkommen zu schien, gelang Ried durch eine Standardsituation und einen Patzer von Niklas Hedl die Vorentscheidung. Der zweite Treffer von Nikki Havenaar in der Schlussphase machte die Sache auf der Anzeigetafel nur noch schmerzhafter.

"Wir haben viele Fehler gemacht, viele Bälle verloren, dem Gegner viele Chancen angeboten. Der Gegner hatte viele Standards, was deren große Stärke ist", musste Matthias Seidl über die erste Halbzeit eingestehen.

Nach Seitenwechsel und Adaptionen wurde die Sache ein wenig besser, "aber das kann und soll nicht unser Anspruch sein, wie wir uns heute präsentiert haben", unterstrich der Kapitän.

Zu vorsichtig - und trotzdem 0:3

Der neue Trainer sah ein Spiel, das "mehr ihren als unseren Stärken entsprach. Speziell in den ersten 20 Minuten waren wir komplett daneben. Es hat sich wie ein langer Eckball angefühlt, den wir verteidigen müssen", musste Hoff Thorup hinnehmen.

Das schnelle Gegentor abzuschütteln sei nicht gelungen, auch in den besseren Phasen sei der Auftritt "nicht gut genug" gewesen.

"Ich habe es in einigen Testspielen gesehen, also weiß ich, dass sie es können. Doch ich weiß, dass sich das Szenario mit der Aufmerksamkeit und dem Druck des Ernstfalls ändert."

Johannes Hoff Thorup

Während erste Ansätze, wie sich der Däne das Spiel vorstellt, schon zu sehen waren - das Mittelfeld trat stabiler auf, das Kurzpassspiel wurde forciert - war die Exekution einfach zu fehlerbehaftet. Die Folge: Eine einzige Torchance vor der Halbzeit, die aus einem Standard entstand.

"Uns fehlt die finale Entscheidung. Wir haben ein bisschen zu sehr auf Sicherheit gespielt, zu wenig hinter sie. Speziell die Flügel haben nicht offensivorientiert gedacht", sah der Neo-Trainer noch viel Arbeit auf sich zukommen.

Dass dann auch die Defensive nicht sattelfest genug stand, führte zum gerechten Endergebnis.

Und zwar schon nächstes Wochenende

Gab es überhaupt etwas Positives an dieser Premiere, die im Bezug auf das einzig relevante - das Ergebnis und den Aufstieg - in die Hose ging?

"Einige Spieler haben ein bisschen Charakter gezeigt. Bendegúz Bolla war in der zweiten Hälfte deutlich besser. Ange Ahoussou (zur Pause eingewechselt, Anm.) hat links hinten ein ordentliches Spiel gemacht. Und Martin Ndzie", strich Hoff Thorup hervor.

"Aber ich erwarte, dass das Team besser auftritt als heute. Und das erwarte ich schon am nächsten Wochenende. Ich habe es in einigen Testspielen gesehen, also weiß ich, dass sie es können. Doch ich weiß, dass sich das Szenario mit der Aufmerksamkeit und dem Druck des Ernstfalls ändert. Trotzdem muss es kurz- und langfristig besser werden."

April? Mai?

Den Rekord-Negativlauf von mittlerweile zehn Spielen en suite ohne Sieg konnte also auch Hoff Thorup nicht auf Anhieb beenden. Der Neuankömmling weiß, dass es eine ganze Weile dauern wird, das Ruder herumzureißen.

"Wir müssen die Situation, in der wir als Klub stecken, akzeptieren. Dazu gehört auch, nicht zu viel Druck aufzubauen", so der Däne, der mit seinem Trainerteam "schon seit dem ersten Tag" daran arbeite, die Köpfe wieder aufzurichten.

"Wir werden damit auch weitermachen. Denn der einzige Weg, ein Spiel wie das heutige wegzustecken, ist, gleich das nächste in Angriff zu nehmen. Und ich hoffe, wenn wir im April oder Mai miteinander sprechen, wird die Sache so viel besser aussehen als das, was wir heute gesehen haben."

Geduld ist gefragt in Hütteldorf. Nichts schwerer als das, scheint es.

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