Hintergrund

Sandro Ingolitsch: Zwischen Bruder, Ex-Klub und Cup-Traum

Wenn der SCR Altach im Cup-Viertelfinale den SK Sturm empfängt, ist es nicht nur ein Duell zweier Bundesligisten. Es ist gleichzeitig auch das Wiedersehen zweier Brüder.

Sandro Ingolitsch: Zwischen Bruder, Ex-Klub und Cup-Traum Foto: © GEPA

Vater-Sohn-Konstellationen gibt es im Fußball immer wieder. Dass jedoch ein älterer Bruder seinen fünf Jahre jüngeren Bruder trainiert, ist eine absolute Rarität.

Realität war das bis zuletzt beim SCR Altach. Etwas mehr als ein Jahr arbeiteten Außenverteidiger Sandro Ingolitsch (28) und Cheftrainer Fabio Ingolitsch (33) gemeinsam in Vorarlberg.

Zum Jahreswechsel kam es zur Trennung: Fabio Ingolitsch verließ Altach in Richtung Sturm Graz – ausgerechnet zum Ex-Klub seines Bruders.

Die "Blackies" kauften den Chefcoach aus seinem eigentlich noch bis Sommer 2026 datierten Vertrag und lotsten ihn so in die Murstadt.

Ein ganz besonderes Wiedersehen

"Natürlich werde ich ihn vermissen, wir haben uns ja jetzt jeden Tag gesehen. Ich freue mich aber riesig für ihn, dass er jetzt den nächsten Schritt gehen konnte. Dafür wünsche ich ihm auch alles Gute, gegen uns aber nicht (lacht)", so Sandro Ingolitsch im Gespräch mit LAOLA1.

Und wie es das Schicksal so will, treffen die beiden nun direkt im Viertelfinale des UNIQA ÖFB-Cups im Schnabelholz (Sonntag, ab 17:30 Uhr im LIVE-Ticker >>>) aufeinander.

Für mich persönlich ist es eine besondere Konstellation: Auf der einen Seite treffe ich auf meinen Bruder und auf der anderen Seite auch auf meinen Ex-Klub.

Sandro Ingolitsch über die bevorstehende Partie.

Für Sandro ist es in doppelter Hinsicht speziell, kickte der 28-Jährige doch von 2020 bis 2023 insgesamt drei Jahre für den amtierenden Meister.

"Für mich persönlich ist es eine besondere Konstellation: Auf der einen Seite treffe ich auf meinen Bruder und auf der anderen Seite auch auf meinen Ex-Klub. Ich freue mich schon riesig und ich glaube, dass in einem Spiel, vor allem in Altach, für uns alles möglich ist."

Höhen und Tiefen

Die Zeit in Graz war geprägt von Höhen und Tiefen, sowie "guten und schlechten Erinnerungen", wie der Schwarzacher preisgibt.

Aufgrund eines Kreuzbandrisses in der Saison 2020/21 machte Ingolitsch selbst nur 29 Pflichtspiele. Verabschieden durfte er sich dafür mit dem Cup-Titel 2023 und damit einem absoluten Highlight.

Drei Siege würden noch fehlen, um diesen Triumph mit Altach zu wiederholen. Auch wenn die Vorarlberger unter den verbliebenen Teams klarer Außenseiter sind, war der Cuptitel intern unter Ex-Coach Ingolitsch stets ein Thema.

Ein Ziel, das dieser jetzt dafür mit Sturm erreichen will. So oder so treffen am Sonntag zwei Teams aufeinander, die aufgrund der besonderen Umstände viel voneinander wissen. Altach weiß, wie der neue Sturm-Trainer tickt, der wiederum kennt seinen Ex-Klub bestens.

Entscheidend wird dabei wohl sein, wer kann den anderen mit etwas Neuem überraschen und so aus der Reserve locken.

Keine Geheimnisse voreinander?

Keine Geheimnisse voreinander?
Insgesamt kickte Sandro Ingolitsch drei Jahre lang für den SK Sturm Graz.
Foto: ©GEPA

Ist das eher ein Vor- oder Nachteil? "Ich glaube weder noch. Er weiß, wie wir ticken und es wird sich von unserem Spielstil her auch nicht wirklich viel verändern. Aber auf der anderen Seite wissen wir natürlich auch, wie Sturm unter ihm spielen wird", so der Außenverteidiger.

Die ersten beiden Pflichtspiele in der UEFA Europa League hat Fabio Ingolitsch mit den Grazern bereits absolviert – nun folgt der erste große K.o.-Test im Cup.

"Passt sehr gut nach Graz"

Sein Bruder ist sich aber sicher, dass der 33-Jährige der Richtige für diese Aufgabe ist: "Ich traue ihm viel zu. Er hat im Herbst einen guten Job gemacht und sich diesen Wechsel auch verdient. Er passt mit seiner Art sicher gut nach Graz und ich glaube, dass das sehr gut funktionieren kann."

Am Sonntag aber zählen keine besonderen Beziehungen und keine gemeinsamen Erinnerungen. Im Schnabelholz geht es um den Einzug ins Halbfinale – und darum, wessen Cup-Traum weiterlebt.

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