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Prager Derby-Skandal: Verband und Slavia-Boss reagieren drastisch

Die Disziplinarkommission kam am Sonntagvormittag zusammen und entschied über das weitere Vorgehen. Slavia-Präsident Trvdik zieht erste, harte Konsequenzen.

Prager Derby-Skandal: Verband und Slavia-Boss reagieren drastisch Foto: © GETTY

Nach den skandalösen Szenen beim Prager Derby am Samstag hat sich nun der tschechische Liga-Verband an die Öffentlichkeit gewandt.

Die Partie zwischen Slavia Prag (Arbeitgeber von ÖFB-Legionär Muhammed Cham) und Stadtrivale Sparta Prag war kurz vor Ende des Spiels wegen eines Platzsturms abgebrochen (hier nachlesen).

Entscheidung am Dienstag

In einer Mitteilung heißt es, dass ein Disziplinarverfahren gegen beide Klubs eingeleitet wurde. Eine Entscheidung über etwaige Strafen werde am Dienstag getroffen.

Alle im Spiel erteilten persönlichen Strafen gegen Spieler, Trainer und Funktionäre behalten ihre Gültigkeit.

"Hat in anständiger Gesellschaft keinen Platz"

"Unabhängig vom Ausgang des Disziplinarverfahrens hält es die Kommission für notwendig, bereits jetzt zu betonen, dass das Betreten des Spielfelds während des Spiels, körperliche Angriffe auf die Spielteilnehmer, das Werfen von Pyrotechnik unter andere Fans sowie weitere Äußerungen gewalttätigen oder gefährlichen Verhaltens weder im Sport noch in einer anständigen Gesellschaft einen Platz haben", wird der Vorsitzende der Disziplinarkommission, Jiri Matzner, zitiert.

Er kündigt zudem an, dass die Kommission bei ihrer Entscheidung "im Einklang mit den geltenden Vorschriften mit größter Konsequenz vorgehen" werde. Man werde in dem Bewusstsein handeln, dass die Entscheidung "ein unmissverständliches Signal senden muss, dass ein solches Verhalten im Profifußball unter keinen Umständen toleriert wird".

Nordtribüne ab sofort gesperrt

Indes kündigte Slavia-Präsident Jaroslav Trvdik an, dass die Nordtribüne, Heimat der Slavia-Fans, mit sofortiger Wirkung geschlossen werde. Er erklärte unmissverständlich: "Sie wird nicht wieder geöffnet, bis alle Täter des Angriffs auf die Spieler des AC Sparta Prag und der Pyrotechnik-Attacken auf den Sektor der Gäste-Fans identifiziert, den Strafverfolgungsbehörden vorgeführt worden sind und wir sicherstellen können, dass sich eine solche Situation nicht wiederholen kann."

Dabei geht man keine Kompromisse ein: "Auch wenn das bedeuten würde, die Nordtribüne für die gesamte Saison 2026/2027 geschlossen zu lassen. Über die Sicherheit der Spieler und den Respekt gegenüber dem Gegner werden wir nicht verhandeln", so Trvdik.

Aus seiner Sicht seien die Vorfälle "die größte Schande, die ich in elf Jahren im Verein erlebt habe". "Wir können keine mildernden Umstände für uns geltend machen. Wir können uns nur entschuldigen", sagte er. Er erwarte, dass das Spiel zugunsten Spartas gewertet wird.

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