Football Leaks: Transferschwindel um ÖFB-Talent?

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Ein ÖFB-Youngster ist zum Gegenstand der Ermittlungen von "Football Leaks" geworden.

Der Aufdecker-Plattform ist ein Transfer des österreichischen Top-Talents und U19-Teamspielers Thierno Ballo ein Dorn im Auge.

Die Machenschaften bei einem Wechsel des damals erst 14-Jährigen sollen sinnbildlich für die Methoden einiger Top-Klubs sein, die bereits Spieler vor dem 16. Geburtstag ködern - was eigentlich von der FIFA verboten ist.

Die Informationen wurden von der Whistleblower-Plattform dem "Spiegel" zugespielt. Demnach soll Ballo - damals in der Jugendakademie von Bayer Leverkusen - bereits mit 14 Jahren einen Vorvertrag mit dem FC Chelsea unterzeichnet haben, damals schon Geld dafür bekommen haben und dann bei Viktoria Köln "geparkt" worden sein. Der Transfer zu den "Blues" - wo er nun in der U18 spielt - wurde erst an seinem 16. Geburtstag offiziell gemacht.

Chelsea-Vertrag mit 14 Jahren unerlaubt unterschrieben?

Im Sommer 2016 sollen Teams wie Bayern München, RB Leipzig und 1. FC Köln hinter Ballo her gewesen sein, doch dieser entschied sich für Chelsea. Für einen Wechsel auf die "Insel" war er allerdings noch zu jung.

Deshalb wurde er bei Viktoria Köln untergebracht. Federführend dafür war sein erster Trainer in Österreich, Peter Huemerlehner, der den talentierten, auf der Elfenbeinküste geborenen Offensivspieler nach dessen Übersiedlung nach Linz mit vier Jahren unter seine Fittiche nahm.

Dieser nahm ihn mit 11 Jahren mit nach Deutschland, wo er bei Leverkusen seine Ausbildung genoss. Ballo bezeichnet ihn heute als seinen zweiten Vater, der ihm immer weitergeholfen hat.

Die Wahrheit hinter dem vermeintlichen Märchen eines Jungen, der es von Österreich über Deutschland bis nach England schaffte. Bereits am 21. Juni 2016 soll Ballo mit 14-einhalb Jahren einen Vorvertrag mit Chelsea unterschrieben haben, welchen er, seine Mutter und Huemerlehner unterzeichneten. Dieser soll besagt haben, dass Ballo um den 1. Juli 2018 zum FC Chelsea wechseln wird.

Viel Geld schon vor dem Wechsel zu Chelsea

Die Abmachung galt für vier Jahre, mit Stipendium für das erste Jahr für 135 Pfund pro Woche. Nur sieben Tage nach seiner Unterschrift soll der Spieler 10.000 Pfund erhalten haben, ab Sommer 2019 versprach Chelsea jährlich durchschnittlich 215.000 Pfund.

Auch ein zweiter Vertrag soll unterschrieben worden sein, auch der Entwurf eines dritten Vertrags liegt vor. Versprochen wurden Vorauszahlungen, von 441.500 Euro in sechs Raten bis Ende Juni 2018 ist die Rede. Scheinbar eine Entschädigung dafür, dass sich Ballo früh für Chelsea und gegen andere Angebote entschieden hat.

Chelsea soll das Geld auf ein Kölner Bankkonto eingezahlt haben, welches Huemerlehner angelegt hatte. Doch die Engländer sicherten sich auch ab, sollte Ballo nicht den Vierjahresvertrag einhalten. Dafür würden Entschädigungszahlungen verlangt und das bereits gezahlte Geld zurückverlangt werden.

Auch Viktoria Köln soll 150.000 Euro dafür erhalten haben, Ballo zwei Jahre dort zu "parken". Die betroffenen Personen wollen dazu nichts sagen oder sind sich keiner Schuld bewusst. Die Vorgehensweise soll aber keinesfalls ein Einzelfall wie bei Ballo sein, unter 16-Jährige schon früh zu ködern.

Textquelle: © LAOLA1.at

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