Ismael: LASK-Zeit wurde zu "einer Art Albtraum"

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Einer der schwierigsten Zeiten der noch jungen Trainer-Karriere von Valerien Ismael ist zu Ende.

Nach seinem überraschenden Aus beim LASK Mitte Juli stand der 45-jährige Franzose inmitten der Corona-Krise ohne Job da. Rund dreieinhalb Monate später hat Ismael mit dem FC Barnsley einen neuen Verein gefunden. Beim englischen Zweitligisten tritt Ismael die Nachfolge von Gerhard Struber an, der dem Lockruf der amerikanischen MLS-Franchise New York Red Bulls folgte.

Im Mutterland des Fußballs fühlt sich der einstige Bayern-Verteidiger bereits wohl, wie er gegenüber "sport1.de" verrät. "Ich bin total herzlich aufgenommen worden. Es war ein sehr freundlicher Empfang von den Fans in der Stadt und via Social Media. Am Samstag kam ich in Barnsley an, dann war alles hoch professionell organisiert im Klub", schwärmt Ismael.

Ismael: "Es gab einige Angebote"

Die Trainingsgeschicke der "Tykes" leitet Ismael seit Sonntag, nachdem er am Vortag mit Co-Trainer Joe Laumann die Ligapartie gegen den FC Millwall (Endstand 1:1) verfolgte. "Es verlief alles reibungslos, als wäre ich schon lang da", so Ismael, der vor allem über die Professionalität erstaunt ist.

"Mein Dienstwagen stand bei meiner Ankunft schon am Stadion, dann kam ich in mein Penthouse, das schon komplett möbliert war - WLAN, Internet, alles durchorganisiert. Wirklich traumhaft, wie der Verein aufgestellt ist und sich um mich kümmert."

Der erste Kontakt zwischen dem ehemaligen LASK-Coach und den Verantwortlichen des FC Barnsley erfolgte vor vier Wochen. Bereits da hatte Ismael, der auch auf dem Radar von anderen Mannschaften stand, "sofort etwas gespürt". "Es gab einige Angebote. Manche habe ich abgesagt, bei anderen bekam ich eine Absage."

LASK "wurde für mich zu einer Art Albtraum"

Dass die Entscheidung auf die Championship und Barnsley fiel, hat für Ismael zwei Beweggründe. "Zum einen musste ich die Chance, im englischen Fußball zu arbeiten, wahrnehmen. Das ist wirklich etwas Besonderes", erläutert der neue Coach der ÖFB-Legionäre Michael Sollbauer, Patrick Schmidt und Ex-LASKler Dominik Frieser. Der zweite Grund "ist die Philiosophie des Vereins, die absolut zu mir passt."

Wie schon beim LASK will Ismael das Barnsley-Spiel mit einem 3-4-3-System samt enormer Intensität und hohen Pressing implementieren. In der Stahlstadt schwamm er damit auf der Erfolgswelle, ehe der Trainingsskandal aufgedeckt wurde.

"Das Level des Teams war vor der Pandemie auf einer komplett anderen Ebene. Was wir da mit der Mannschaft erreicht haben zusammen mit den Rekorden, die wir gebrochen haben", schwelgt Ismael in Erinnerungen. "Ein Traum wurde für mich dann leider zu einer Art Albtraum."

"Plötzlich waren wir die Buhmänner"

Als Alleinschuldigen in dieser Affäre würde sich Ismael nicht bezeichnen. "Es war ein Fehler von allen im Klub. So eine Entscheidung kann der Trainer nicht alleine treffen. Aber natürlich hatte ich eine Mitverantwortung. Es war eine schwere Zeit und wir alle haben Fehler gemacht."

Es folgte der Absturz in der Meisterschaft, wo sich der LASK mit Rang vier in die Europa League retten konnte. "Man muss sich vor Augen führen, was alles auf die Mannschaft eingeprasselt ist. From Hero to Zero. Plötzlich waren wir die Buhmänner der Nation", so Ismael, der auch eine Sache klarstellen möchte.

"So eine Entscheidung werde ich nie wieder mittragen und unterstützen. Ich habe daraus gelernt und jetzt eine tolle, neue Herausforderung."

Textquelle: © LAOLA1.at

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