VfL Wolfsburg: Sprungbrett oder Krise?

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Nach wochenlangen Gerüchten wurde am Mittwoch der Transfer von Xaver Schlager zum VfL Wolfsburg endlich fixiert (Alle Infos>>>).

Rund 15 Millionen Euro sollen die "Wölfe" für den 21-Jährigen an Red Bull Salzburg überwiesen haben. In der vereinsinternen Rangliste liegt der Mittelfeldspieler damit auf Platz sieben der teuersten Einkäufe aller Zeiten.

LAOLA1 hat sich die 19 anderen Spieler angesehen, für die Wolfsburg eine zweistellige Millionensumme zahlte, und wie sich ihre Karriere nach dem Transfer entwickelte.


Das sind die 20 teuersten Wolfsburg-Transfers aller Zeiten:

Spieler

Abgebender Verein Saison Ablöse (in €) *
Julian Draxler Schalke 04 2015/16 43 Mio.
Andre Schürrle FC Chelsea 2014/15 32 Mio.
Kevin De Bruyne FC Chelsea 2013/14 22 Mio.
John Brooks Hertha BSC 2017/18 17 Mio.
Luiz Gustavo Bayern München 2013/14 16 Mio.
Diego Juventus 2010/11 15,5 Mio.
Xaver Schlager Red Bull Salzburg 2019/20 15 Mio.
Ignacio Camacho FC Malaga 2017/18 15 Mio.
Andrea Barzagli US Palermo 2008/09 14 Mio.
Daniel Ginczek VfB Stuttgart 2018/19 14 Mio.
Yannick Gerhardt
  1. FC Köln
2016/17 13 Mio.
Simon Kjaer US Palermo 2010/11 12,5 Mio.
Yunus Malli Mainz 05 2016/17 12,5 Mio.
Riechedly Bazoer Ajax Amsterdam 2016/17 12 Mio.
Max Kruse Borussia Mönchengladbach 2015/16 12 Mio.
Jeffrey Bruma PSV Eindhoven 2016/17 11,5 Mio.
Landry Dimata KV Oostende 2017/18 11,5 Mio.
Obafemi Martins Newcastle 2009/10 10,5 Mio.
Wout Weghorst AZ Alkmaar 2018/19 10,5 Mio.
Josip Brekalo Dinamo Zagreb 2016/17 10 Mio.

*Zahlen von "transfermarkt.at"


Für diese Spieler war Wolfsburg ein Sprungbrett

Als Parade-Beispiel, dass der VfL eine gute Zwischenstation ist, gilt Kevin De Bruyne. Nachdem er beim FC Chelsea kaum Einsatzzeit sammeln konnte, schnappten sich die "Wölfe" den Spielmacher für rund 22 Millionen Euro. Nach einer überragenden Saison 2014/15 mit DFB-Pokal-Sieg und Platz zwei in der Tabelle legte Manchester City rund 75 Millionen Euro für den Belgier auf den Tisch. Bei den "Cityzens" entwickelte sich De Bruyne zu einem der besten Mittelfeldspieler der Welt weiter.

Auch bei Andrea Barzagli kann man von einem klugen Schritt für beide Parteien sprechen. 2008 wechselte der Italiener als Weltmeister für 14 Millionen Euro von Palermo in die Autostadt, feierte unter Felix Magath die deutsche Meisterschaft und zog nach drei Jahren zum Spitzenklub Juventus Turin weiter. Bei der "Alten Dame" war er schließlich Teil des gefürchteten Defensiv-Trios "BBC" - Barzagli, Bonucci, Chiellini.

Auch im aktuellen Kader gibt es mit Wout Weghorst einen Spieler, der möglicherweise noch den Schritt zu einem der ganz großen Klubs vor sich hat. Im Vorjahr ließ sich Wolfsburg die Dienste des Stürmers mehr als 10 Millionen Euro kosten. Der Niederländer dankte es dem Verein mit 17 Toren in 34 Liga-Spielen.

Für diese Spieler lohnte sich der Wechsel nicht

Andre Schürrle hoffte nach seinem 32-Millionen-Transfer von Chelsea zum VW-Klub, die Karriere wieder anzukurbeln. Letztlich traf jedoch das Gegenteil ein. Beim VfL ist er als Transferflop in die Geschichte eingegangen und auch danach bei Borussia Dortmund unter Mentor Thomas Tuchel sollte es nicht mehr bergauf gehen. In der abgelaufenen Saison musste er mit Fulham den Abstieg aus der Premier League hinnehmen.

Ähnlich ist die Geschichte bei Diego. Der brasilianische Spielmacher kam nach einem unglücklichen Juventus-Abenteuer für über 15 Millionen Euro nach Wolfsburg. Doch an seine glorreichen Zeiten bei Werder Bremen konnte er nie anschließen und blieb nahezu alles schuldig. Mittlerweile kickt Diego wieder in der Heimat für Flamengo Rio de Janeiro.

Auch bei Obafemi Martins bekam die Karriere nach dem Wolfsburg-Wechsel einen mächtigen Knicks. Machte er vor seinem Wechsel bei Inter Mailand und Newcastle United noch regelmäßig seine Tore, konnte sich der Nigerianer bei den "Wölfen" nicht durchsetzen. Ab diesem Zeitpunkt ging es bergab, auch bei Stationen wie Rubin Kasan, Birmingham City oder UD Levante wurde der Stürmer nicht mehr glücklich.

Aus dem aktuellen Kader wird sich wohl Yunus Malli Gedanken machen, ob der Schritt nach Wolfsburg der richtige war. 12,5 Millionen Euro ließ man sich den Deutsch-Türken von Mainz 05 kosten. War Malli bei den Mainzern noch ein gefeiertes Talent, will ihm seit dem Wechsel nicht mehr viel gelingen. In der vergangenen Saison stehen für einen offensiven Mittelfeldspieler magere drei Torbeteiligungen bei 21 Einsätzen am Zettel.

Für diese Spieler war es eine Zwischenstation

Ein Faktor, der definitiv für die Wolfsburger spricht, ist, dass auch nach einer eher unglücklichen Zeit beim Neo-Team von Oliver Glasner noch Top-Vereine Interesse zeigen können. Julian Draxler wurde beispielsweise den Erwartungen, die man in den teuersten Neuzugang der Vereins-Geschichte hatte, nie gerecht, doch mit Paris Saint-Germain fand sich für ihn ein starker Abnehmer.

Auch bei Simon Kjaer kann man von einem ganz klassischen Missverständnis sprechen, bei Fenerbahce und FC Sevilla konnte der Innenverteidiger seinen Ruf jedoch wieder reparieren.

Für Max Kruse war die Zeit bei Wolfsburg statistisch gesehen auch die schlechteste in seiner Profi-Karriere, bei keinem anderen Team hat er weniger Tore erzielen können. Dennoch hat ihn Werder Bremen vor drei Jahren dankbar bei sich aufgenommen und der Stürmer bewies mit 66 Torbeteiligungen in 94 Spielen seine Qualität. Nun hat er sogar mit 31 Jahren noch die Qual der Wahl bei der Vereinswahl für die kommende Saison.

Textquelle: © LAOLA1.at

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