"Mein Standing ist sicher schon etwas gewachsen"
Weltklasse-Spieler würden noch mit etwas geringeren Leistungsschwankungen durch eine körperlich und auch "für die Birne" anstrengende Saison kommen als er, meinte der Waldviertler. "Kontinuierliche Leistungen sind das Wichtigste. Ich werde weiter hart daran arbeiten, dass ich in jedem Spiel mein Niveau erreiche, und dann auch immer wieder Ausreißer nach oben habe."
Im Nationalteam gab es davon bereits mehrere. In acht Länderspielen seit seinem Debüt im September gelangen Baumgartner drei Tore und zwei Assists. Auch beim verpatzten Auftakt in die WM-Quali war er einer der wenigen Lichtblicke. "Ich glaube, dass meine Spiele bisher gut waren."
Ansprüche auf einen EM-Stammplatz stellt Baumgartner angesichts der Rückkehr von Marko Arnautovic und der Treffsicherheit von Sasa Kalajdzic aber nicht. "Mein Standing ist sicher schon etwas gewachsen. Aber ich kann als junger Spieler nicht mit dem Anspruch in das Turnier gehe, alle drei Gruppenspiele durchzuspielen." Ziel sei die Startformation. Gute Leistungen in den drei abschließenden Ligaspielen und den EM-Tests in England (2. Juni) und gegen die Slowakei (6. Juni) sollen den Weg dorthin ebnen. "Ich glaube, dass es im Endeffekt an mir und meinen Leistungen liegt."
Baumgartner will "das höchstmögliche Ziel" jagen
Baumgartners Trumpf könnte seine Vielseitigkeit werden. Im ÖFB-Team kam der Kreativspieler bisher meist auf dem linken Flügel zum Einsatz. Nur bei der historischen 0:4-Heimpleite Ende März gegen Dänemark musste er nach rechts ausweichen. Seine Stammposition liegt im Zentrum. "Aber eigentlich ist mir das relativ egal, ich bin flexibel", sagte Baumgartner. "Wenn ich links am Flügel spiele, komme ich viel in Eins-gegen-Eins-Situationen. Das liegt mir, das taugt mir, da kann ich meine Stärken einsetzen."
Der Fehlstart in die WM-Quali hat die EM-Euphorie im Land erheblich gedämpft. "Dass die Erwartungshaltung vielleicht nicht mehr ganz so hoch ist, muss nicht zwingend ein Nachteil sein", meinte der Hoffnungsträger vor den Gruppenspielen gegen Nordmazedonien, Favorit Niederlande und die Ukraine. "Wir brauchen uns nicht verstecken, auch wenn wir gegen Dänemark eine auf den Deckel gekriegt haben. Wenn wir die Leistung bringen, die wir imstande sind zu bringen, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir die Gruppe überstehen."
Froh zeigte sich Baumgartner auch darüber, dass die Pläne für eine exklusive Super League in der Vorwoche schnell wieder ad acta gelegt worden sind. "Als Außenstehender hat man das Gefühl gehabt, es geht nur darum, Kohle zu machen." Die Stimme der Fans habe aber immer noch Gehör. Er selbst schwärmt für die Champions League. Irgendwann will er den "Henkelpott" in Händen halten. Baumgartner: "Der Traum besteht. Es hört sich vielleicht im ersten Moment nicht ganz greifbar an. Aber es ist das höchstmögliche Ziel, dass man sich als Fußballer setzen kann - und das will ich jagen."